Poecilotheria formosa

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Poecilotheria formosa

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Poecilotheriinae
Gattung: Poecilotheria
Art: Poecilotheria formosa
Wissenschaftlicher Name
Poecilotheria formosa
Pocock, 1899

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002351]

Die Art Poecilotheria formosa zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Poecilotheria. Im Englischen wird die Art salem ornamental tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Poecilotheria formosa erreicht eine Körperlänge von etwa 6,5 bis 7,0 Zentimeter. Bei dieser Art dominiert die Farbe grau und weiß. Es gibt aber auch Exemplare, die einen bräunlichen Farbton aufweisen. Auf dem Prosoma und auf dem Opisthosoma zeigt sich ein weißes Zeichnungsmuster, das bei dem Weibchen mehr ausgeprägt ist als bei dem Männchen. Die Beine und die Taster weisen eine braunweiße Tönung auf. Die Femoren der Vorderbeine und der Bereich um die Augen schimmern nach der Häutung leicht lila. Die Konstruktion der Beine sind typisch für die Art. Die Beine erscheinen lang, kräftig und vorne deutlich dicker. Dies ermöglicht das Klettern auch an glatten Baumstämmen. Je älter die Tiere werden, desto heller wird die Färbung. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer samtig dichten Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Das Männchen von Poecilotheria formosa weist kaum sichtbare Tibialhaken auf. Das Weibchen ist etwa mit 2,5 bis 3,0 Jahren geschlechtsreif, während das Männchen schon mit 1,5 bis 2 Jahren die Geschlechtsreife erreicht. Die Lebenserwartung des Weibchens kann zwischen 12 und 15 Jahre liegen, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Poecilotheria formosa ist eine baumbewohnende Vogelspinne. Sie ist eine dämmerungs- und nachtaktive Spinne. Poecilotheria formosa zählt wie fast alle Vogelspinnen zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Diese Art ist eine sehr flinke Spinne und gelegentlich kann sie auch aggressiv reagieren. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Poecilotheria formosa
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Poecilotheria formosa

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Poecilotheria formosa liegt in Indien und umfaßt die Gebiete Kadiampatti, Mallapuram/Salem District Sheveroy Hills, Südwestindien. Man findet die Spinne in feuchten Regenwäldern. In freier Wildbahn hält sich Poecilotheria formosa in Löchern von hohen Bäumen in tropischen Wäldern auf, wo sie asymmetrische Trichter bzw. Wohnröhren anlegt. Meist sind dies von Vögeln oder von anderen Baumbewohnern verlassene Baumlöcher, die die Spinne dann bezieht.

Ernährung

Zum Nahrungserwerb verläßt sich Poecilotheria formosa auf ihren Tastsinn. Nachts sitzt sie, mit dem Wohngespinst immer in Kontakt, vor ihrer Höhle und wartet auf Beute. Ihrer baumbewohnenden Lebensweise entsprechend erbeutet Poecilotheria formosa häufig Frösche (Rana), Geckos (Gekkonidae), kleine Vögel (Aves) wie zum Beispiel Kolibris (Trochilidae) und andere kletternde oder fliegende Wirbeltiere.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Poecilotheria formosa mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie bis zu 150 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Poecilotheria formosa - Pocock, 1899
  • Poecilotheria formosa - Pocock, 1899a
  • Poecilotheria formosa - Schmidt, 1995j

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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