Poecilotheria rufilata

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Poecilotheria rufilata

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Poecilotheriinae
Gattung: Poecilotheria
Art: Poecilotheria rufilata
Wissenschaftlicher Name
Poecilotheria rufilata
Pocock, 1899

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002357]

Die Art Poecilotheria rufilata zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Poecilotheria. Im Englischen wird die Art red slate ornamental tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Poecilotheria rufilata erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Zentimeter mit einer Beinspannweite von etwa 20 Zentimetern und als Männchen selten bis zu 6 Zentimeter. Der Körper weist verschiedene unterscheidungskräftige Olivtöne auf, je nach Lichteinfall kann er aber auch graugrünlich schimmern. Typisch wie bei fast allen Poecilotheria-Arten ist die Ornamentzeichnung. Auf der Seite dorsal des Carapax zeigt sich eine schwarze Brillenzeichnung. Des Weiteren weisen die Beinglieder ebenfalls eine Ornamentzeichnung mit einer schwachen gelblichen Färbung auf. An den Seiten des Opisthosoma dominiert eine schwarze bis dunkelbraune Färbung. Alle Beinglieder sind mit einer gelbschwarzen Beringelung sowie mit einer rudimentären Behaarung versehen. Seitlich am Trochanter des vorderen Beinpaares erkennt man einen breiten dunkelblauen Streifen. Auf den Fussspitzen sieht man ebenfalls eine gelbliche Musterung. Beim adulten Männchen ändert sich die Färbung mit zunehmendem Alter vom Grünlichen fast ins Rotbräunliche. Die Konstruktion der Beine sind typisch für die Art. Die Beine erscheinen lang, kräftig und vorne deutlich verdickt. Dies ermöglicht der Spinne das Klettern auch an glatten Baumstämmen. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer samtig dichten Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Das Männchen von Poecilotheria rufilata weist keine Tibialhaken für die Paarung auf. Das Weibchen ist etwa mit 2,5 bis 3,0 Jahren geschlechtsreif, während das Männchen schon mit 1,5 bis 2 Jahren die Geschlechtsreife erreicht. Die Lebenserwartung des Weibchens kann zwischen 12 und 15 Jahre liegen, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Poecilotheria rufilata ist eine baumbewohnende Vogelspinne. Sie ist eine nachtaktive Spinne, vor allem in der Abenddämmerung, während sie am Tage eine versteckte Lebensweise führt. Es handelt sich um eine sehr flinke Spinne und gelegentlich kann sie auch aggressiv reagieren. Diese Art kommt auch in Kolonien vor. Bei Gefahr zieht Poecilotheria rufilata vor zu flüchten, es kann aber auch - speziell wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlt - zu einem Giftbiss kommen. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss kann mit unter sehr heftig ausfallen was sich in Krämpfen (welche noch Tage nach dem Biss auftreten können) und Lähmungserscheinungen äußert.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Poecilotheria rufilata liegt in Indien und umfaßt die Gebiete Trivandrum/Kerala/Travancore, Agostyavalan, Kallar, Ponmudi/Südindien. Man findet die Spinne in feuchten Regenwäldern. In freier Wildbahn hält sich Poecilotheria rufilata in Löchern von hohen Bäumen in tropischen Wäldern auf, wo sie asymmetrische Trichter bzw. Wohnröhren anlegt. Meist sind dies von Vögeln oder von anderen Baumbewohnern verlassene Baumlöcher, die die Spinne dann bezieht.

Ernährung

Zum Nahrungserwerb verläßt sich Poecilotheria rufilata auf ihren Tastsinn. Diese Art sucht in der Regel aktiv nach Nahrung, selten jagd sie aus dem Hinterhalt. Ihrer baumbewohnenden Lebensweise entsprechend erbeutet Poecilotheria rufilata häufig Frösche (Rana), Geckos (Gekkonidae), kleine Vögel (Aves) wie zum Beispiel Kolibris (Trochilidae) und andere kletternde oder fliegende Wirbeltiere.
Juvenile Poecilotheria rufilata
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Juvenile Poecilotheria rufilata

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Poecilotheria rufilata mehrere Häutungen. Die Paarung erfolgt in der Regel in der Nacht, oft in den Morgenstunden. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa bis zu 100 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Poecilotheria rufilata - Pocock, 1899
  • Poecilotheria rufilata - Pocock, 1899d
  • Poecilotheria rufilata - Pocock, 1900a
  • Poecilotheria rufilata - Charpentier, 1996a

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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