Buschkaninchen

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Buschkaninchen
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Leporinae
Gattung: Poelagus
Art: Buschkaninchen
Wissenschaftlicher Name
Poelagus marjorita
(St. Leger, 1929)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Buschkaninchen (Poelagus marjorita) zählt innerhalb der Familie der Hasen (Leporidae) zur Gattung Poelagus. Im Englischen wird die Art bunyoro rabbit oder central african rabbit genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Buschkaninchen erreichen eine Körperlänge von 44 bis 50 cm, eine Schwanzlänge von 4,5 bis 5 cm, eine Ohrlänge von 6 bis 6,5 cm, eine Hinterfußlänge von 9 bis 10 cm sowie ein Gewicht von etwa 2.000 bis 3.000 g. Physiologisch ähnlelt das Buschkaninchen dem Hauskaninchen (Oryctolagus cuniculus forma domestica). Die Ohren und Extremitäten sind relativ kurz. Das Fell weist eine durchweg graubraune Färbung auf. Ventral zeigt sich eine cremefarbene Färbung (Novak, 1999).

Lebensweise

Über die Lebensweise der Buschkaninchen ist nur wenig bekannt. Die Art ist dämmerungs- und nachtaktiv. Wie alle Vertreter der Hasen leben Buschkaninchen am Boden und weisen eine hoppelnde Fortbewegung auf. Die Männchen sind aggressiv und territorial. Je nach Lebensraum, Nahrungsressourcen und Siedlungsdichte erreichen die Kernterritorien eine Größe von bis zu 20 m² auf. Duftmarkierungen dienen der Revierabgrenzung und der Kommunikation untereinander (Novak, 1999).

Verbreitung

Buschkaninchen kommen in Afrika hauptsächlich in Uganda, im Sudan und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Mögliche Vorkommen in der Zentralafrikanischen Republik gelten als nicht gesichert. Die nördliche Ausdehnung des Verbreitungsgebietes erstreckt sich nach Duthie und Robinson, 1990, sowie nach Kingdon, 1974, bis in den Südosten des Tschad. Auch im Südosten des Sudan bis in den Nordwesten Kenias ist die Art vertreten. Weitere, eher spärliche Nachweise liegen aus dem westlichen Ruanda und Burundi sowie aus dem nordwestlichen und südwestlichen Angola vor. Die Tiere besiedeln Grasland und niedriges Buschland. Das Klima ist geprägt durch Trocken- und Regenzeiten. Die Art kommt in Höhenlagen von 760 bis 1.300 (1.000) m über NN vor (Novak, 1999; IUCN, 2012).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden zählen neben Greifvögeln (Falconiformes) und Pavianeen (Papio) vor allem kleinere Katzen (Felidae) wie die Großfleck-Ginsterkatze (Genetta tigrina) und die Serval-Ginsterkatze (Genetta servalina) (Novak, 1999).

Ernährung

Buschkaninchen ernähren sich von kurzen Gräsern und allerlei Sträuchern, Knospen, Trieben, Stauden und Knollen. Gerade in der Wachstumsphase fressen die Tiere auch gelegentlich ihren eigenen Kot, um zusätzliche Nährstoffe zu gewinnen (Novak, 1999).

Fortpflanzung

Wie bei allen Hasen so weisen auch Buschkaninchen eine polygame Lebensweise auf. Männchen und Weibchen paaren sich demnach mit mehreren Partnern. Männchen haben daher mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Männchen sind zudem während der Paarungszeit sehr aggressiv gegenüber Artgenossen. Die Paarungszeit ist nicht saisonal und erstreckt sich somit über das ganze Jahr. Nach einer Tragezeit von 4 bis 6 Wochen bringt ein Weibchen 1 bis 2 (1,5) Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs kommt im einem Nest im dichten Unterholz oder in Höhlen an natürlicher Stelle zur Welt. Die Jungtiere kommen blind, taub und haarlos zur Welt. Sie werden für einen Zeitraum von 5 bis 6 Wochen gesäugt und kurze Zeit später in die Unabhängigkeit entlassen. Die Geschlechtsreife erreichen die Jungen bereits im Alter von etwa 3 Monaten. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei etwa 4 Jahren (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Buschkaninchen bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für die zahlreich vorkommenden kleineren Raubtiere. Die Art gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die größte Bedrohung geht von der sich immer weiter ausbreitenden Landwirtschaft aus. Nur in wenigen Regionen leben die Tiere in geschützten Nationalparks (IUCN, 2012).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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