Porrhothele antipodiana

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Porrhothele antipodiana

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Trichternetzspinnen (Hexathelidae)
Gattung: Porrhothele
Art: Porrhothele antipodiana
Wissenschaftlicher Name
Porrhothele antipodiana
(Walckenaer, 1837)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:000215]

Die Spinne Porrhothele antipodiana zählt innerhalb der Familie der Trichternetzspinnen (Hexathelidae) zur Gattung Porrhothele. Im Englischen wird diese Art black tunnelweb spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Porrhothele antipodiana erreicht als Weibchen eine Körperlänge von bis zu 40 Millimeter. Das Männchen wirkt im Gegensatz zum Weibchen etwas kleiner und erreicht eine Körperlänge von bis zu 30 Millimeter. Auffällig bei dieser Art ist der massive Körperbau und die stark ausgeprägten Giftklauen, die eine beachtliche Länge von fünf Millimeter erreichen können. Der Kopf und das Prosoma selbst sind nicht behaart. Das Prosoma ist lederartig und in der Regel weist es eine rotbraune Färbung auf. Das behaarte Opisthosoma ist schwarz gefärbt und die Beine, die ziemlich stark behaart sind und distal spitz enden, weisen eine metallisch glänzend schwarze Färbung auf. Die Spinndüsen, die sich am Hinterleibsende befinden, sind im Verhältnis zu anderen Spinnen extrem lang und gut erkennbar. Die Augen der Spinne sind eng einander gruppiert. Das Männchen wirkt im Körperbau etwas zierlicher als das Weibchen. Bei dem Männchen befindet sich in der Mitte entlang am zweiten Beinpaar ein kleiner Sporn.

Lebensweise

Das Weibchen verbringt die meiste Zeit des Tages in ihrem Trichternetz, erst in der Nacht wird sie aktiv. Das Männchen hingegen ist die meiste Zeit auf der Suche nach einem paarungsbereiten Weibchen, besonders in den Jahreszeiten Frühjahr und Sommer. Manchmal befinden sich in einer Kolonie bis zu 100 Trichternetze. Die Trichternetze weisen eine weiße Färbung auf und sind häufig röhrenförmig angelegt. Manchmal werden durch starke Regenfälle die Trichternetze vom Männchen und Weibchen weggespült und sie müssen sich nach einem neuen geeigneten Platz für den Bau ihrer Trichternetze umsehen. Wenn das Männchen auf Partnersuche ist, verläßt das Männchen sein röhrenförmiges Trichternetz und geht auf Wanderschaft, dabei legt es mehrere Kilometer zurück und es kann passieren, dass das Männchen versehentlich Häuser, Gärten oder Swimmingpools aufsucht und sich dann in der Kleidung, Bettwäsche sowie in den Schuhen versteckt, da wo es dunkel und warm ist. Aufgrund dessen passieren dann die meisten Bissunfälle, weil die Menschen kaum mit so einem ungewöhnlichen Gast rechnen. Durch die schreckhafte und ängstliche Reaktion der Menschen fühlt sich die Spinne natürlich bedroht und nimmt die typische Abwehrhaltung oder Angriffsstellung ein, dabei kommt es dann unausweichlich zu blitzartigen und mehrmaligen Beissattacken, die mit den überlangen Giftklauen ausgeführt werden.

Verbreitung

Die Spinne kommt auf Neuseeland und auf den Chatham-Inseln vor. Die genannten Gebiete sind reich an sandigem Lehmboden, Schiefer und basalthaltigem Boden, die die Feuchtigkeit regelrecht aufsaugen und halten, was für diese Spinnenart einen optimalen Lebensraum bietet. Porrhothele antipodiana errichtet ihre Trichternetze in feuchten, kühlen, geschützten Lebensräumen im Boden, unter Felsen oder unter verrottenden Baumstümpfen. In Gärten bevorzugt die Spinne dichte Gebüsche. Besondere Kennzeichen der Trichternetze sind die unregelmäßig radial angeordneten Fangfäden, die zum Trichtereingang des Netzes führen. Allerdings reagiert die Spinne nicht auf die Vibration der Fangfäden wie andere Trichternetzspinnen (Hexathelidae), wenn sich ein Beutetier in den Fangfäden verheddert oder wenn Gefahr droht, sondern sie ist stark foto-negativ.

Wegwespe mit Riesenkrabbenspinne (Sparassidae)
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Wegwespe mit Riesenkrabbenspinne (Sparassidae)

Ernährung

Diese Spinne kann eine breite Palette von Beutetieren aufweisen. Sie reagiert allerdings nicht auf die Vibration der Fangfäden wie andere Trichternetzspinnen (Hexathelidae), wenn sich ein Beutetier in den Fangfäden verheddert, sondern sie ist stark foto-negativ. Die Spinne ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von kleinen Wirbeltieren (Vertebrata), wie zum Beispiel Skinke (Scincidae), Mäuse (Mus), Ratten (Rattus) und möglicherweise auch Igel (Erinaceidae). Gelegentlich werden auch Käfer (Coleoptera) und Schnecken (Gastropoda) verspeist. Dabei wird über die Giftklauen das Gift in das Beutetier injiziert, das die Beute lähmt und von innen her auflöst. Nach einiger Zeit saugt die Spinne das Beutetier aus. Übrig bleibt lediglich die leere Hülle mit den Knochen.

Prädatoren

Auch diese Spinne hat ihre natürlichen Feinde. Zu ihnen zählen hauptsächlich die beiden Wespen-Arten (Vespoidea) aus der Familie der Wegwespen (Pompilidae) Salius monachus und Salius fugax.

Fortpflanzung

Durch das Aufnehmen von Pheromonen des Weibchens, findet das Männchen zu seiner potentiellen Partnerin. Dort eingetroffen, trommelt das Männchen mit den Vorderbeinen und den Tastern auf den Baumstumpf oder Boden. Dieses Trommeln ist sehr weit hörbar. Ein paarungsbereites Weibchen antwortet dem Männchen ebenfalls mit Trommeln. Oder das Männchen zupft mit seinen Tastern vorsichtig an den Fangfäden, die sich am Eingang des Trichternetzes befinden. Ist das Weibchen paarungsbereit, so kommt es zur Paarung. Das Männchen hebt nun den Vorderkörper des Weibchens, soweit nach oben, dass es mit den Bulben an die Geschlechtsöffnung der Unterseite des weiblichen Abdomens kommt und diese in die Geschlechtsöffnung einführen kann. Dort übergibt das Männchen das Samenpaket und trennt sich wieder vom Weibchen.

Während der Übergabe des Samenpaketes verhindert das Männchen mit seinem Sporn, der sich am zweiten Beinpaar befindet, das Ausfahren der Giftklauen des Weibchens. Nach erfolgreicher Paarung spinnt das Weibchen einen kissenförmigen Eikokon, in diesen Kokon legt sie etwa 100 Eier ab. Sie reinigt und wendet den Eikokon mehrmals am Tag. Ist der Eikokon in Gefahr, so wird der Eikokon vehement von ihr verteidigt. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Spiderlinge und werden noch einige Monate von dem Weibchen beschützt. Die Spiderlinge sind in den frühen Stadien viel heller gefärbt als die adulten Tiere.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

Porrhothele antipodiana
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Porrhothele antipodiana
  • Porrhothele antipodiana - (Walckenaer, 1837)
  • Mygale antipodiana - Walckenaer, 1837
  • Mygale quoyi - Lucas, 1849b
  • Mygale antipodum - White, 1849
  • Mygale hexops - White, 1849
  • Hexops whitei - Ausserer, 1871a
  • Macrothele huttonii - Cambridge, in Moggridge, 1874
  • Macrothele insignipes - Simon, 1891f
  • Porrhothele antipodiana - Simon, 1892a
  • Nemesia kirkii - Urquhart, 1894
  • Arbanitis kirkii - Hogg, 1901
  • Porrhothele simoni - Hogg, 1901
  • Porrhothele antipodiana - Dalmas, 1917a
  • Porrhothele antipodiana - Hogg,1918
  • Porrhothele antipodiana - Chamberlain, 1944
  • Porrhothele antipodiana - Todd, 1945
  • Porrhothele avocae - Todd, 1945
  • Porrhothele antipodiana - Forster, 1968
  • Porrhothele antipodiana - Yoshikura, 1987

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge