Portia assamensis

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Version vom 15:17, 22. Feb 2009

Portia assamensis

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Portia
Art: Portia assamensis
Wissenschaftlicher Name
Portia assamensis
Wanless, 1978

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:040936]

Die Spinnenart Portia assamensis gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Portia.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Portia assamensis erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 10 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere dunkle Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Die Spinne zeigt außergewöhnlich lange Beine, mit denen sie nicht spingt, sondern sich schnell und leicht an eine andere Position bewegt. Die Grundfärbung des Körpers ist grau meliert auf. Mit dieser Körperfärbung und der dichten Behaarung mit dem Stil einer modernen Punk-Frisur kann die Spinne besonders gut die unappetitlichen Raupen der Schmetterlinge (Lepidoptera) imitieren. Das Prosoma wirkt im Bereich der Augen ziemlich hochgewölbt. Der Kopf ist leicht geneigt, während die Augen im Bereich des Thorax bis zum hinteren Rand steil abfallend wirken. Der Panzer ist breit, aber länger als breit und weist ebenfalls eine grau melierte Färbung auf und ist dicht mit hellen Härchen besetzt. Frontal zeigt sich ein charakteristischer breiter weißer Schnurrbart und sehr behaarte, weiße Palpen. Oberhalb der Frontalaugen in Kombination mit dem Panzer und der Färbung scheinen zwei Hörner sich abzuzeichnen, die der Spinne ein dämonisches Aussehen verleihen. Das Opisthosoma ist oval geformt und frontal leicht gerundet und auf der Rückseite spitz zulaufend. Die Färbung des Opisthosoma ist mit hellen Markierungen versehen und weist graue Härchen anterior und posterior auf. Ein wichtige Funktion der Beine ist der Kontrast zwischen den extrem langen Härchen der oberen Segmente und der sehr dünnen Tarsen und Metatarsen. Vermutlich ist dies eine Regelung für die heimliche Verbringung in die Netze der potentiellen Beute. Die Beine wirken eher transparent und weisen eine dunkle Beringelung auf. Ferner befinden sich an den Beinen zahlreiche, mäßig starke Stacheln. Aufgrund der außergewöhnlichen Erscheinung und der kryptischen Eigenschaften dieser Spinne wird sie fälschlicherweise vom Opfer und von potentiellen Feinden für Detritus wie zum Beispiel Laubstreu gehalten.

Lebensweise

Im Gegensatz zu anderen Springspinnen (Salticidae) webt diese Art ein Netz. Dieses Netz dient nicht nur als Wohngespinst, sondern es dient in erster Linie als eine Form von Plünderung. Sie webt die Bahnen in der Nähe von Netzen anderer Spinnenarten, diese werden mit den Bahnen der anderen Netze befestigt und schaffen so eine einheitliche Struktur. Für die Spinne ist es dann sehr einfach, in die benachbarten Netze der anderen Spinnenarten einzudringen und dort die Insekten (Insecta) oder die Spinnen selbst zu erbeuten. Das Netz von Portia assamensis ist nicht klebrig, aber manchmal verfangen sich auch die Insekten (Insecta) in dem Netz der Spinne.

Verbreitung

Portia assamensis kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Assam, Indien, Malaysia und Nepal. Der Lebensraum der Spinne ist der tropische Regenwald. Sie hält sich überwiegend auf Baumstämmen und Felsen im moosigen Regenwald auf, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Zuflucht sucht die Spinne auch unter den Steinen oder in den Büschen. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf.

Ernährung

Portia assamensis ist in erster Linie eine araneophagische Springspinne (Salticidae), was bedeutet, dass sie andere Spinnen verspeist, darunter auch Springspinnen (Salticidae). Es wurde sogar beobachtet, dass die Spinne auch die gefährlichen Speispinnen (Scytodidae) jagt. Des Weiteren werden auch Insekten (Insecta) und die Eier von anderen Spinnen erbeutet. Eines der aggressivsten Jagdverhaltensmuster ist die Vibrations-Mimikry, in dem die Spinne die Signale ihrer Opfer imitiert. Wenn das Opfer sich in der Nähe der Spinne befindet, geht sie zum Angriff über. Die Spinne ist ein Spezialist im Erbeuten von Springspinnen. Eine weitere besondere Jagdtechnik ist das heimliche Anschleichen. Bei dieser Methode bewegt sich die Spinne sehr langsam hin- und herschaukelnd wie eine Fangschrecke (Mantodea). Es ist nicht ersichtlich, ob zwischen den Palpen und Beinen eine abgehackte Bewegung besteht. Eine weitere außergewöhnliche Jagdtechnik ist die Hin- und Herbewegung eines Blattes im Wind. Ein weiterer Trick ist das Nachahmen von Laubstreu. Dabei dreht sich die Spinne um und zieht ihre Palpen ein, die Spinne wirkt dann wie erstarrt. Dieses Verhalten ändert die Umrisse der Spinne, so dass sie nicht einmal wie eine Spinne aussieht. In dieser Position ähnelt die Spinne einer Laubstreu. Schließlich nähert sich die Spinne ganz langsam der Beute und greift dann von hinten blitzschnell zu und tötet die Beute.

Fortpflanzung

Im Vergleich zu den anderen Springspinnen (Salticidae) zeigt Portia assamensis ein anderes Paarungsverhalten und eine andere Paarungsstrategie. Das Weibchen webt tröpfchenweise einen Paarungsfaden aus Seide und vollzieht dort mit dem Männchen die Paarung. Bevor dies geschieht, stakst das Männchen mit steifen Beinen um das Weibchen herum. Ist das Weibchen für eine Paarung bereit, dann trommelt das Weibchen mit den Tastern im Netz. Des Weiteren neigt diese Art auch vor und nach der Paarung zum Kannibalismus. Meist wird das Männchen bevor es zur Kopulation kommt von dem Weibchen getötet. Die männlichen Spermien werden dann von dem Weibchen entfernt und anschließend wird das Männchen verspeist. Die Mehrheit der Männchen wird in der Regel während der Paarung getötet. Kam es dann doch zu einer erfolgreichen Paarung, dann baut das Weibchen nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge