Präriekröte

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Präriekröte

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten (Bufo)
Art: Präriekröte
Wissenschaftlicher Name
Bufo cognatus
Say, 1823

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Präriekröte (Bufo cognatus) zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung der Echten Kröten (Bufo). Im Englischen wird diese Kröte Great Plains Toad genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Präriekröte erreicht eine Körperlänge von 5 bis 9 Zentimeter. Männchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Weibchen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der aufblasbare Kehlsack beim Männchen, der dem Weibchen fehlt. Je nach Verbreitungsgebiet weist die sehr warzige Haut eine gräuliche, bräunliche oder grünliche Grundfärbung auf. Warzige Auswüchse konzentrieren sich vor allem auf dem Rücken, sind jedoch auch auf den Extremitäten vorhanden. Dunkle Flecken, die meist hell eingefasst sind, überziehen sowohl den Kopf und Rücken als auch die Extremitäten. Die Bauchseite ist cremefarben bis weißlich gefärbt. Der Kopf ist ausgesprochen breit und endet in einer stumpfen Schnauze. Die Augen liegen weit vorne, leicht seitlich am Kopf. Hinter den Augen liegen große Parotoiddrüsen, über die ein alkaloidhaltiges Sekret abgegeben werden kann. Das Sekret dient sowohl der Abwehr von Fleischfressern als auch dem Schutz gegen Hautparasiten. Die langen Hinterbeine weisen zum Graben große Sporne auf.

Lebensweise

Präriekröten sind hauptsächlich während der Nacht aktiv. Zu dieser Zeit gehen sie auch auf Nahrungssuche. Am Tage ruhen die Tiere in unterirdischen Höhlen. Allenfalls während der Paarungszeit sind die Kröten auch am Tage aktiv. In diesen Höhlen sind sie vor Trockenheit und Hitze sicher. Die Hauptaktivität entfalten Präriekröten während der Regenzeit. Die Erdhöhlen graben die Kröten selbst. Dabei schaufeln sie Sand und Erde mit den Hinterbeinen beiseite. Kleine, dunkel gefärbte Sporne an den Hinterbeinen erleichtern die Grabtätigkeit. Während der kalten Jahreszeit ziehen sich die Präriekröten in besonders tiefe Erdhöhlen zurück. Die Winterquartiere sind relativ feucht und geben ausreichend Feuchtigkeit an die Kröten ab, die die Feuchtigkeit über die durchlässige Haut aufnehmen.

Verbreitung

Präriekröten sind in weiten Teilen Nordamerikas verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Kanada, insbesondere vom südwestlichen Manitoba und dem zentralen Alberta, über weite Teile der zentralen USA und die südlichen und südwestlichen US-Bundesstaaten bis in den Norden Mexikos. In Mexiko reicht die Verbreitung bis in die Bundesstaaten Chihuahuas, Coahuilas und Durangos. Als natürliche Lebensräume kommen vor allem Feuchtgebiete, Wiesen und Weiden, landwirtschaftliche Flächen, Bewässerungsgräben und Kleinstgewässer aller Art in Frage. Aber auch trockene Habitate wie die Ränder von Wüsten, Buschland und Baum- und Strauchsteppen werden durchaus häufig besiedelt. Ein Gewässer befindet sich jedoch immer im Lebensraum.

Prädatoren

Die Präriekröte steht auf der Speisekarte zahlreicher Fleischfresser. Zu den bekanntesten Arten gehören zweifelsohne Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor), Bullennattern (Pituophis), Strumpfbandnattern (Thamnophis) und Westliche Hakennasennattern (Heterodon nasicus) sowie Greifvögel (Falconiformes) und Eulen (Strigiformes) wie die Kaninchen-Eule (Athene cunicularia). Die Larven werden von räuberisch lebenden Fischen (Pisces) und auch von Libellenlarven (Odonata) gefressen. Auf den Gesamtbestand wirkt sich der Schwund durch Fleischfresser nur wenig aus. Die Präriekröte ist in allen Verbreitungsgebieten noch häufig anzutreffen. Präriekröten vertrauen auf ihre hervorragende Tarnung oder halten sich bei trockenem Wetter in Erdlöchern oder an ähnlich feuchten Orten auf. Neben den giftigen Absonderungen aus dorsalen Drüsen können sich die Kröten aufblasen um größer zu erscheinen. Daher verschlingen Schlangen eine Kröte mit den Füßen voran.

Ernährung

Präriekröten sind reine Fleischfresser, die sich vorzugsweise von Insekten (Insecta) und deren Larven ernähren. Dazu gehören beispielsweise Käfer (Coleoptera), Ameisen (Formicoidea), Schnecken (Gastropoda), Fliegen (Brachycera) und Mücken (Nematocera) sowie Schmetterlinge (Lepidoptera) der Familie Eulenfalter (Noctuidae). Letzte gehören zur Leibspeise der Präriekröten. Diese Tatsache macht sie in der Landwirtschaft zu einem ausgesprochen nützlichen Tier. Die Nahrungssuche erfolgt fast ausschließlich während der Nacht. Am Tage ruhen die Kröten an geschützten Orten. Präriekröten sind keine reinen Ansitzjäger, sie gehen durchaus auch aktiv auf Beutefang. Beutetiere werden mit der klebrigen Zunge gefangen, zwischen den kräftigen Kiefern zerquetscht und im Ganzen verschlungen.

Fortpflanzung

Die Präriekröte erreicht die Geschlechtsreife mit rund drei bis vier Jahren. Die Paarungszeit beginnt je nach Verbreitungsgebiet im April und endet spätestens im September. Zu dieser Zeit kommen die Präriekröten zu den Fortpflanzungsgewässern und paaren sich. Um sich fortzupflanzen müssen die Gewässer eine Temperatur von mindestens 12 Grad Celsius aufweisen. Sie bevorzugen dann für ihre Reproduktion flaches Gewässer wie Teiche auf Bauernhöfen, Seeränder, Sümpfe und Waldteiche oder auch temporäre Wasserlachen. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Das Weibchen stößt Stränge von Eiern durch Muskelkontraktion aus. Das Männchen bemerkt diese Muskelkontraktion und gibt gleichzeitig sein Sperma ab, um die Eier zu befruchten. Nach erfolgter Eiablage trennen sich die Geschlechter und das Männchen geht auf die Suche nach dem nächsten Weibchen. Die Lebensweise ist also ausgesprochen polygam. Die Laichstränge weisen eine Dicke von einem halben bis fast einem Zentimeter Dicke auf und können einige Meter lang sein. Die Eier weisen eine weißliche Oberfläche und eine schwarze Unterfläche auf. Der Durchmesser der Eier beträgt etwa ein bis zwei Millimeter. Die Eier sind in einer gallertartigen Masse eingebunden. Damit die Laichstränge nicht abtreiben, werden die Laichstränge von beiden Geschlechtern in einer gemeinsamen Arbeit an Ästen oder ähnlichem befestigt. Die Anzahl der Eier variiert stark mit dem Alter des Weibchens. Meist werden bis zu 20.000 Eier in mehreren Schüben abgelegt.

Je nach Temperatur des Wassers schlüpfen die Kaulquappen nach ungefähr zwei bis drei Tagen der Embryonalentwicklung. Die Kaulquappen weisen eine durchschnittliche Schlupflänge von etwa ein bis zwei Millimeter auf. Der Körper ist kurz und oval geformt. Der Schwanz ist länglich ausgebildet und weist eine obere und untere Flosse auf. Wie die adulte Präriekröte, so besitzen auch die Kaulquappen defensive Chemikalien in ihrer Haut. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Dabei halten sie sich wegen der Wärme meist in den oberen Wasserschichten auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Algen und totem organischem Material sowie von Kleinstlebewesen. Sie verschmähen dabei selbst Aas nicht. Auch gestorbene Artgenossen bleiben nicht verschont. Gegen Ende der Entwicklungszeit weisen die Kaulquappen eine Länge von etwa 2,5 Zentimeter auf. Die Metamorphose zur juvenilen Kröte ist nach rund 45 bis 50 Tagen abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt begeben sich die Jungkröten dann an Land und haben somit ihr amphibisches Leben abgeschlossen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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