Prachtfruchttaube

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Prachtfruchttaube

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Flaumfußtauben (Ptilinopus)
Art: Prachtfruchttaube
Wissenschaftlicher Name
Ptilinopus superbus
Temminck, 1809

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Prachtfruchttaube (Ptilinopus superbus) zählt innerhalb der Familie der Tauben (Columbidae) zur Gattung der Flaumfußtauben (Ptilinopus). Im Englischen wird die Art Superb Fruit-Dove oder Purple-crowned Fruit Dove genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die kompakt gebaute Prachtfruchttaube erreicht eine Körperlänge von 22 bis 24 (23) Zentimeter sowie ein durchschnittliches Gewicht von 110 Gramm. Das Gefieder ist ausgesprochen bunt gefärbt. Die Geschlechter zeigen einen deutlichen Dimorphismus und sind leicht voneinander zu unterscheiden. Beim Männchen ist der Oberkopf in Form einer Kappe lila gefärbt. Ein markantes schwarzes und breites Band zieht sich zwischen der grauen Brust und dem weißlich gefärbten Bauch. Die Kopfseiten sind grünlich, die Seiten der Halses und der Nacken weisen eine orangene Färbung auf. Die Flügel sind grünlich gefärbt und sind mit dunklen Flecken gekennzeichnet. Der Rücken ist ebenfalls grünlich gefärbt. Das Weibchen ist dorsal im Wesentlichen grün gefärbt. Ventral zeigt sich im Bereich der Brust eine gräuliche und im Bereich des Bauches eine weißliche Färbung. Der Oberkopf zeigt im Gegensatz zum Männchen nur einen schwach entwickelten lilafarbenen Fleck. Die Flügel weisen eine gerundete Form auf, der Schwanz ist ausgesprochen kurz. Die Prachtfruchttaube kann leicht mit der nahverwandten Ptilinopus regina verwechselt, die im Englischen Rose-crowned Fruit-dove genannt wird. Beide Arten ähneln sich in der Größe und sind vor allem hoch oben in den Bäumen kaum zu unterscheiden.

Verbreitung

Die Prachtfruchttaube ist in Australien in den nördlichen bis östlichen Küstenregionen verbreitet und besiedelt darüber hinaus auch Teile von Indonesien, Papua-Neuguinea, Philippinen und die Salomonen. In Australien werden die Küstenstreifen von Queensland und New South Wales besiedelt. Die Vögel leben hauptsächlich in dichten tropischen Regenwäldern, in einigen Regionen auch in Mangroven und entlang von bewaldeten Flussläufen. Die südlichen Populationen ziehen im Winter in nördliche Regionen, meist ins nördliche Australien oder nach Papua-Neuguinea.

Ernährung

Prachtfruchttauben ernähren sich hauptsächlich von reifen Früchten. Zu einem kleinen Teil werden jedoch auch Sämereien, Beeren und kleine Insekten (Insecta) gefressen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt ausschließlich im Geäst der Bäume und größeren Sträuchern. Jungtauben werden anfangs mit einer Kropfmilch gefüttert, später meist mit Fruchtfleisch. Die Nahrungssuche erfolgt meist in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über das Frühjahr bzw. über die Regenzeit. Dies ist im nördlichen und östlichen Australien von September bis Januar der Fall. Prachtfruchttauben leben in monogamer Einehe, die ein Leben lang hält. Dies ist im übrigen bei fast allen Taubenarten der Fall. Genistet wird in Nestern, die in mittlerer Höhe von 5 bis 30 Metern in hohen Bäumen mit ausreichendem Sichtschutz entstehen. Die Nester bestehen im Wesentlichen aus Reisig und kleinen Ästchen, sie werden meist in Astgabeln errichtet. Ausgepolstert wird ein Nest kaum, das Weibchen legt ihr Ei gleich auf das Reisig im Nestinnern. Weiches Material ist nur selten oder gar nicht im Nest zu finden. Das Weibchen legt ein weißes Ei, das von beiden Geschlechtern über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen gewärmt wird. Die Brutdauer ist stark von der Witterung und Umgebungstemperatur abhängig. Weibchen brüten überwiegend in der Nacht, die Männchen am Tage. Das geschlüpfte Küken ist beim Schlupf blind und öffnet nach einigen Tagen erstmals die Augen. Die Versorgung des Jungvogels mit Nahrung wird durch beide Elternteile sichergestellt. Die Jungtaube wird anfangs taubentypisch mit sogenannter "Kropfmilch" gefüttert. Die Kropfmilch ist ein Sekret, welches im Kropf produziert wird und der Säugetiermilch ähnelt. Die Kropfmilch wird auch vom Männchen produziert. Später werden die Jungtauben hauptsächlich mit Fruchtfleisch versorgt. Mit rund 7 bis 8 Tagen ist der Jungvogel flügge, bleibt aber noch 1 bis 2 Wochen bei den Eltern. Die Lebenserwartung der Prachtfruchttaube ist nicht bekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet der Prachtfruchttaube erstreckt sich über annähernd 1 Millionen km². Die Gesamtbestände und die Populationsdichte ist nicht bekannt, jedoch geht man zumindest in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes von gesunden Beständen aus (del Hoyo et al. 1997). In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die Prachtfruchttaube spielt im Ökosystem als Verbreiter von Sämereien eine wichtige Rolle. Die größte Gefahr geht heute von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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