Psalmopoeus cambridgei

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Psalmopoeus cambridgei

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Aviculariinae
Gattung: Baumvogelspinnen (Psalmopoeus)
Art: Psalmopoeus cambridgei
Wissenschaftlicher Name
Psalmopoeus cambridgei
(Pocock, 1895)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002364]

Diese Art Psalmopoeus cambridgei zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung der Baumvogelspinnen (Psalmopoeus). Im Englischen wird die Vogelspinne nach dem Verbreitungsgebiet trinidad chevron tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Psalmopoeus cambridgei erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 bis 6 Zentimeter. Die Art weist eine beige bis graubraune Grundfärbung auf. Der Tarsus und Metatarsus sind tieforange getönt. Die adulte Spinne kann eine Beinspannweite von etwa 20 Zentimeter aufweisen, während die Spiderlinge eine Beinspannweite von etwa 10 bis 15 Millimeter und nach vier Monaten schon eine Spannweite von etwa 5 bis 6 Zentimeter aufweisen können. Der Carapax weist bei Sonneneinstrahlung eine olivgrüne Färbung auf. Auf dem Hinterleib des Weibchens zeigt sich deutlich ein dunkles Dreiecksmuster. Eine Besonderheit bei der Spinne ist das Stridulationsorgan, mit dem sie musikalische Töne erzeugen kann und erhielt aufgrund dessen den wissenschaftlichen Namen Psalmopoeus cambridgei. Weitere besondere Merkmale bei dieser Spinne sind der schlanke, flache Körperbau, die nicht vorhandenen Brennhaare und die ausgedehnten Haftpolster an den Beinen. Aufgrund der Haftpolster kann sie sehr schnell laufen, springen und klettern und wurde somit der Gattung Baumvogelspinnen (Psalmopoeus) zugeordnet. Das Männchen unterscheidet sich sehr deutlich von dem Weibchen durch seine dicht behaarten Beine und durch die nicht sehr deutliche, manchmal auch fehlende Zeichnung auf dem Hinterleib. Das Männchen ist etwa mit 2 bis 3 Jahren geschlechtsreif und das nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt. Die Lebenserwartung des Weibchens dagegen beträgt etwa 12 Jahre.

Lebensweise

Psalmopoeus cambridgei
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Psalmopoeus cambridgei

Psalmopoeus cambridgei lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Sie ist eine baumbewohnende, sehr langbeinige, flinke Spinne und kann mehr als 10 Zentimeter weit springen. Sie hält sich am Tage vorzugsweise zwischen den Wurzeln umgestürzter Bäume und in Straßenböschungen auf, während sie gegen Abend aktiv wird. Das Wohngespinst wird mit Erde, Pflanzenteilen oder ähnlichen Substraten getarnt. Selten sieht man sie außerhalb des Wohngespinstes. Das Weibchen kann leicht aggressiv werden. Ansonsten ist diese Art eher eine friedliche Spinne, die lieber Konfrontationen aus dem Weg geht und in ihr Wohngespinst flüchtet.

Verbreitung

Psalmopoeus cambridgei kommt nur in Trinidad vor und ist somit endemisch. Die Temperaturen am Tag betragen dort etwa 25 bis 28 Grad Celsius und in der Nacht etwa 22 bis 24 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit etwa 70 bis 80 Prozent. Die Spinne kann aufgrund ihrer Haftpolster an den Beinen sehr gut klettern und hält sich die meiste Zeit auf Bäumen auf. Allerdings befindet sich ihr Wohngespinst zwischen den Wurzeln umgestürzter Bäume.

Ernährung

Psalmopoeus cambridgei ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Psalmopoeus cambridgei bei der Jagd - Foto: Ralf Scheurer,Worms,eigenes Terrarium
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Psalmopoeus cambridgei bei der Jagd - Foto: Ralf Scheurer,Worms,eigenes Terrarium

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Psalmopoeus cambridgei mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr acht Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Eikokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 150 bis 200 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Während dieser Zeit betreibt das Weibchen Brutpflege. Im Innern des Eikokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Eikokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge wachsen nach dem Schlupf sehr schnell heran und können schon eine beachtliche Beinspannweite aufweisen. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar. Das Weibchen dieser Art kann innerhalb eines Häutungszyklus häufig einen zweiten, manchmal sogar einen dritten Eikokon bauen. Allerdings schlüpfen meist weniger Spiderlinge als aus dem ersten Kokon.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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