Psalmopoeus pulcher

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Psalmopoeus pulcher

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Aviculariinae
Gattung: Baumvogelspinnen (Psalmopoeus)
Art: Psalmopoeus pulcher
Wissenschaftlicher Name
Psalmopoeus pulcher
Petrunkevitch, 1925

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002371]

Die Art Psalmopoeus pulcher zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung der Baumvogelspinnen (Psalmopoeus). Im Englischen wird die Art panama blonde genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Psalmopoeus pulcher zählt zu den mittelgroßen Arten aus der Gattung der Baumvogelspinnen (Psalmopoeus) und erreicht eine Körperlänge von etwa 6,0 bis 7,0 Zentimetern. Typisch für die baumbewohnende Art ist die langgestreckte, flache Körperform und die langen, schlanken Beine. Der Gattungsname beschreibt die Fähigkeit der Tiere, Geräusche mittels Stridulationsorganen zu produzieren. Das Männchen ist im Gegensatz zum Weibchen viel kleiner und schlanker und besitzt auch längere Beine als das Weibchen. Darüber hinaus weist das adulte Männchen die typischen Tibialhaken für die Paarung unterhalb des vorderen Beinpaares auf. Nach der letzten Häutung hat sich das Aussehen des Männchens sehr stark verändert und ähnelt eher den anderen adulten Männchen aus der Gattung der Baumvogelspinnen (Psalmopoeus). Das Männchen weist eine stahlgraue Färbung auf. Das Weibchen ist im Gegensatz zum Männchen sehr auffällig bunt gefärbt. Dominierend ist bei dem Weibchen ein helles Orange. Das Opisthosoma ist im vorderen Bereich orangefarben und im hinteren Bereich blau gefärbt. Des Weiteren sind die Spinnwarzen bei dem Weibchen schwarz getönt. Die Jungspinnen besitzen orangefarbene oder hellbraune Beine mit schwarzen Fussspitzen. Das Opisthosoma der Jungspinnen schimmert bei günstigen Lichteinfall grünlich durch die dunkle Behaarung. Des Weiteren zeichnet sich ein typisches schwarzes Muster auf dem Opisthosoma ab, das mit dem Älterwerden der Tiere an Intensität abnimmt. Bei dem adulten Weibchen erkennt man dann nur noch eine schwache schwarze Zeichnung im hinteren Bereich des Opisthosoma. Das Weibchen erreicht die Geschlechtsreife in der Regel nach der zehnten Häutung und das Männchen ist in der Regel nach der neunten bis zehnten Häutung geschlechtsreif. Die Lebenserwartung des Weibchens kann etwa über 15 Jahre betragen, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch ein paar Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Psalmopoeus pulcher wirkt nicht nur harmlos und zutraulich, sie ist es auch. Des Weiteren ist sie äußerst behende und schnell. Psalmopoeus pulcher besitzt wie alle Arten aus dieser Gattung keine Reizhaare auf dem Opisthosoma. Im Ruhezustand liegt die Art oft völlig ausgestreckt, wobei die ersten beiden Beinpaare und die Taster parallel zur Körperlängsachse ausgerichtet sind. Psalmopoeus pulcher ist eine nachtaktive Spinne, sie ist aber auch am Tage aktiv.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Psalmopoeus pulcher befindet sich in Panama in der Nähe der Kanalzone bei Gamboa. Sie kommt in lichten Tieflandregenwäldern vor. Die Temperaturen am Tag betragen dort etwa 25 bis 28 Grad Celsius und in der Nacht etwa 22 bis 24 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit etwa 70 bis 80 Prozent. Die Spinne kann aufgrund ihrer Haftpolster an den Beinen sehr gut klettern und hält sich die meiste Zeit auf Bäumen auf, dort lebt sie in Baumspalten, die innen ausgesponnen werden. Sie gibt sich aber auch mit anderen Schlupfwinkeln zufrieden.

Ernährung

Zum Nahrungserwerb verläßt sich Psalmopoeus pulcher auf ihren Tastsinn. Nachts sitzt sie, mit dem Wohngespinst immer in Kontakt, vor ihrem Unterschlupf und wartet auf Beute. Ihrer baumbewohnenden Lebensweise entsprechend, erbeutet Psalmopoeus pulcher häufig Frösche (Rana), Geckos (Gekkonidae), Eidechsen (Lacertidae), kleine Vögel (Aves) wie zum Beispiel Kolibris (Trochilidae) und andere kletternde oder fliegende Wirbeltiere.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Psalmopoeus pulcher mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr acht Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Eikokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 100 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Die Anzahl der Eier kann im Laufe der Zeit stark schwanken. Während dieser Zeit betreibt das Weibchen Brutpflege. Im Innern des Eikokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Eikokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge wachsen nach dem Schlupf sehr schnell heran und können schon eine beachtliche Beinspannweite aufweisen. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar. Das Weibchen dieser Art kann innerhalb eines Häutungszyklus häufig einen zweiten, manchmal sogar einen dritten Eikokon bauen. Allerdings schlüpfen meist weniger Spiderlinge als aus dem ersten Kokon.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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