Argentinischer Graufuchs

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Argentinischer Graufuchs

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Hunde (Canini)
Gattung: Pseudalopex
Art: Argentinischer Graufuchs
Wissenschaftlicher Name
Pseudalopex griseus
Gray , 1837

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Argentinische Graufuchs (Pseudalopex griseus) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung Pseudalopex.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Argentinische Graufuchs erreicht eine Körperlänge von 45 bis 65 Zentimeter, eine Schulterhöhe von gut 40 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 35 Zentimeter sowie ein Gewicht von 2.500 bis 4.000 Gramm. Das sehr weiche und dichte Fell ist überwiegend gräulich gefärbt. Die Extremitäten und der Kopf sind leicht rotbraun gefärbt. Ventral ist das Fell weißlich bis gräulich. Gleiches gilt für die Kehle und den vordern Teil des Halses. Der lange und buschige Schwanz weist oberseits eine graue bis dunkelgraue, unterseits eine rotbraune Färbung auf. Der Kopf ähnelt dem des Rotfuchses und läuft zur Schnauze hin spitz zu. Die Ohren sind lang und von stehender Form. Argentinische Graufüchse sind über wiegend in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Die Tiere leben in kleinen sozialen Familiengruppen, die sich aus einem Männchen, ein bis zwei Weibchen und deren Nachwuchs zusammensetzen. Fortpflanzungsberechtigt ist allerdings nur das dominierende Weibchen.

Verbreitung

Der Argentinische Graufuchs ist in weiten Teilen des südlichen Südamerikas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei über Argentinien, insbesondere in Patagonien. Aber auch benachbarte Länder wie Chile, Peru und Bolivien werden besiedelt. Auf den Falkland-Inseln gilt der Argentinische Graufuchs als eingeführt. Die weite Pampa, Halbwüste und Savannen sind beliebte Lebensräume. Der Argentinische Graufuchs kommt sowohl im Tiefland als auch in mittleren Höhenlagen und an Küsten vor. Geschlossene Wälder werden gemieden, er ist allenfalls an Wandrändern anzutreffen. Sandige Böden, in dem er seine Bauten errichten kann, werden bevorzugt.

Gefährdung, Schutz

Der Argentinische Graufuchs untersteht im Anhang II dem Washingtoner Artenschutzabkommen. In der Roten Liste der IUCN wird die Art mittlerweile als nur noch gering gefährdet geführt. Bis 1994 galt die Art noch als gefährdet. Vor allem in Argentinien, seinem Hauptverbreitungsgebiet, steht der Argentinische Graufuchs unter Artenschutz. Der Abschuss und der Handel mit Pelzen steht unter Strafe. Jedoch wird der Argentinische Graufuchs in Chile munter weiter bejagt. Begehrt sind sowohl der Pelz als auch das Fleisch. Im Schwarzhandel erzielen Felle in Argentinien Höchstpreise. Dennoch hat der Schutz der Tiere die Art heute stabilisiert. Ein noch bestehender Gefährdungspunkt ist die Vernichtung von natürlichen Lebensräumen. Vor allem die Umwandlung in Weideland stellt den Argentinischen Graufuchs vor große Probleme. In kalten Wintern kann es zudem zu einem Schwund durch Erfrierungen in den Populationen kommen.

Ernährung

Der Argentinische Graufuchs ist auf der einen Seite ein Allesfresser, auf der anderen Seite aber vor allem ein listiger Räuber. Nagetiere wie Kaninchen und Mäuse sowie andere Kleinsäuger, Vögel, deren Eier und Brut, Reptilien und Amphibien zählen zur bevorzugten Nahrung. Selbst Insekten und kleine Gliederfüßer werden nicht verschmäht. Aber auch Früchte, Beeren und Sämereien stehen durchaus auf der Speisekarte der Argentinischen Graufüchse. In der Nähe des Menschen wird gelegentlich auch Jagd auf Geflügel gemacht. Das hat ihnen beim Menschen einen schlechten Ruf eingebracht. In Mangelzeiten zählen auch Aas und Abfälle zum Nahrungsspektrum.

Fortpflanzung

Der Argentinische Graufuchs erreicht die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Die Geschlechter leben in einer monogamen Einehe. Selten ist ein zweites Weibchen in der Familie, die dann bei der Aufzucht der Jungen aushilft. Die Paarungszeit beginnt im südlichen Südamerika meist schon im September. Nach einer Tragezeit von 55 bis 60 Tagen bringt das Weibchen in ihrem Erdbau drei bis sechs Welpen zur Welt. Die Säugezeit erstreckt sich über einen Zeitraum von 30 bis 40 Tage. Ab der vierten Lebenswoche nehmen die Welpen bereits ihre erste feste Nahrung zu sich. Ab diesem Zeitpunkt lassen sie die Jungtiere auch erstmals vor der Wohnhöhle blicken und erkunden die nähere Umgebung. Mit wachsamen Auge wacht die Mutter über den Nachwuchs bei ihren ersten Gehversuchen. Aber schon bald nimmt der Nachwuchs an den ersten Jagden teil und die Kleinen erlernen nach und nach ihr Handwerk für das spätere Überleben. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmern sich beide Elternteile. Das Familienleben gestaltet sich ausgesprochen sozial, herangebrachte Nahrung wird unter allen Mitgliedern einer Gruppe gerecht geteilt. So kommt vor allem der Nachwuchs nicht zu kurz. Das Alter in Freiheit dürfte unter zehn Jahre liegen. In Gefangenschaft hat der Argentinische Graufuchs eine Lebenserwartung von rund zwölf oder mehr Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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