Pterinochilus chordatus

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Pterinochilus chordatus

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Harpactirinae
Gattung: Pterinochilus
Art: Pterinochilus chordatus
Wissenschaftlicher Name
Pterinochilus chordatus
(Gerstäcker, 1873)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:038311]

Die Art Pterinochilus chordatus zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Pterinochilus. Im Englischen wird die Art kilimanjaro mustard baboon genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Pterinochilus chordatus erreicht eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter bei einer Beinspannweite von etwa 10 bis 12 Zentimeter. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen gibt es in der Färbung kaum Unterschiede. Die Vogelspinne weist eine sehr starke Behaarung und wird auch gelegentlich als Affenspinne bezeichnet. Des Weiteren besitzt sie gut ausgebildete Haftpolster an Metatarsus und Tarsus. Die Cheliceren sind mit zahlreichen langen und hervorragenden Borsten besetzt. Die Taster sowie die Beine I und II sind nicht robust ausgebildet. Die Spermathek beim Weibchen ist kegelförmig und weist verdickte Köpfchen auf. Das adulte Männchen von Pterinochilus chordatus besitzt an dem vorderen Beinpaar Tibialhaken für die Paarung. Die Grundfärbung der Vogelspinne ist sandbraun oder auch mokkafarben. Auf dem ganzen Körper zeigen sich unregelmäßig schwarze Flecken. Der Carapax weist radial schwarz-braune Streifen auf und auf dem Opisthosoma erkennt man zahlreiche Punkte mit einer ähnlichen Färbung. Die Beine sind graubraun oder dunkelbraun gefärbt. Pterinochilus chordatus erinnert in der Färbung mehr an die Rote Usambra Vogelspinne (Pterinochilus murinus). Das Männchen erreicht die Geschlechtsreife etwa mit 1,0 bis 1,5 Jahren und das Weibchen ist mit etwa 2,0 Jahren geschlechtsreif. Das Weibchen lebt in der Regel 12 bis 15 Jahre, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch ein paar Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Pterinochilus chordatus besitzt ein ausgeprägtes Spinnverhalten. Die Art kann mit ihren Haftpolstern außerdem gut klettern und auch gut springen. Stridulationsorgane sind vorhanden. Diese Art besitzt keine Reizhaare, sondern richtet sich bei Belästigung stridulierend auf und schlägt mit den Tastern und Vorderbeinen nach dem Gegner. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien. Des Weiteren ist die Spinne sehr wärmeliebend. Sie sucht Stellen mit Temperaturen bis zu 29 Grad Celsius auf. Sie hält sich aber auch an kühleren Stellen auf. Pterinochilus chordatus ist eine dämmerungs- und nachtaktive Vogelspinne.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Pterinochilus chordatus befindet sich in Tansania. Die Lebensräume der bodenbewohnenden Vogelspinne sind die trockenen bis feuchten Savannen. Dort legt die Spinne auf offenen Flächen stark ausgesponnene Erdröhren an oder lebt in Nischen entlang oder unter Steinen und Holz. Am Eingang herumliegende Blätter, Ästchen und Steine werden übersponnen. Herangewebte Blätter bleiben am Gespinst hängen, so dass oft trichterförmige Gebilde entstehen.

Ernährung

Pterinochilus chordatus ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Pterinochilus chordatus mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 60 bis 200 Eier im natürlichen Lebensraum (schwacher Reproduktionssatz) in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Pterinochilus chordatus - (Gerstäcker, 1873)
  • Harpactira chordata - Gerstäcker, 1873
  • Pterinochilus widenmanni - Strand, 1906h
  • Pterinochilus raptor - Strand, 1906b
  • Pterinochilus raptor - Strand, 1908l
  • Pterinochilus affinis - Tullgren, 1910
  • Pterinochilus sjöstedti - Tullgren, 1910
  • Pterinochilus carnivorus - Strand, 1917a
  • Pterinochilus brunellii - Caporiacco, 1940c
  • Coelogenium raveni - Smith, 1990c
  • Pterinochilus raveni - Gallon, 2001
  • Phormictopus cancerides - Gallon, 2002

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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