Puku

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Puku
Weibchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Riedböcke (Reduncinae)
Gattung: Wasserböcke (Kobus)
Art: Puku
Wissenschaftlicher Name
Kobus vardonii
(Livingstone, 1857)

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Puku (Kobus vardonii) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Wasserböcke (Kobus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Puku erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 150 und 165 Zentimeter, eine Höhe von 80 bis 90 Zentimeter sowie ein Gewicht von 70 bis 90 Kilogramm. Männchen werden dabei deutlich größer und schwerer als Weibchen. Das kurze Fell weist eine überwiegend rotbraune Färbung auf. Der Puku trägt im Gegensatz zum nah verwandten Kob (Kobus kob) nur eine schwach ausgeprägte weißliche Gesichtszeichnung. Die Bauchseite, die Innenseite der Extremitäten und der Bereich um den Schwanz sind fast weißlich gefärbt. Die Geschlechter weisen nicht nur in der Größe einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf, sondern auch bei der Behornung. Nur die Männchen tragen Hörner, die eine Länge von gut 40 bis 45 Zentimeter erreichen können. Die Hörner sind an der Vorderseite stark gefurcht und biegen sich in Bögen nach hinten. Die Beine sind im Vergleich zum Körper relativ kurz und zierlich gebaut. Die Hufe enden schmal. Der Schwanz ist deutlich kürzer als beim Kob (Kobus kob).

Verhalten

Der Puku ist überwiegend tagaktiv und ausgesprochen sozial. Die Herden weisen allerdings eine getrennt geschlechtliche Zusammensetzung auf. Geschlechtsreife Männchen, Junggesellen und Weibchen mit ihren Jungen halten sich in der Regel in gesonderten Herden auf und sind ausgesprochen territorial. Ältere Böcke leben teilweise einzelgängerisch. Eine lose zusammengesetzte Gruppe umfasst 10 und 30 Einzeltiere. Gruppenstärken von einigen hundert Individuen sind aber auch schon beobachtet worden. Die Fluktuation unter verschiedenen Gruppen ist recht hoch. Aufgrund ihrer Lebensräume sind sie ausgezeichnete Schwimmer. Sie halten sich in Wassernähe, dennoch meist nur im Flachwasser auf. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Löwen und Leoparden.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Puku reicht von Westafrika, über Ost- bis nach Südostafrika. Er ist insbesondere in Südafrika, Botswana, Angola, Sambia, Tansania und im süden der Republik Kongo anzutreffen. Man findet den Puku sowohl in reinen Feuchtsavannen, an Waldrändern und Baumsteppen, als auch in Sumpfgebieten und entlang von Flußläufen. Sie sind sehr scheu und halten sich meist in hohem Gras auf. Grundsätzlich kann man sagen, daß sie sich immer in der Nähe einer Wasserquelle aufhalten.

Ernährung

Puku - Männchen
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Puku - Männchen

Der Puku ernährt sich überwiegend von Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen. In den Sümpfen waten sie regelmäßig durch Flachwasser und fressen dort wachsende Wasserpflanzen. Als tagaktive Tiere gehen sie nur am Tage auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Puku mit etwa zwei Jahren. Die Tiere leben polygam, das heißt, das Männchen paart sich mit mehreren Weibchen innerhalb seiner Gruppe. Männchen stoßen nur zur Paarungszeit zu den Weibchenherden und verlassen sie nach der Paarung wieder. Grundsätzlich ist die Paarungszeit nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, jedoch fallen die meisten Geburten in die Regenzeit, dies ist in der Regel zwischen Januar und Mai der Fall. Nach einer Tragezeit von rund 240 bis 250 Tagen bringt ein Weibchen an einer geschützten Stelle im hohen Gras ein Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind nicht belegbar. Das Kalb wiegt bei der Geburt zwischen vier und fünf Kilogramm. In der ersten Zeit bleibt es im hohen Gras verborgen und die Mutter kommt nur zum Säugen vorbei. Später folgt das Jungtier der Mutter. Die Säugezeit beträgt zwischen sechs und sieben Monate. Mit etwa acht bis zehn Monaten ist das Jungtier selbständig. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei zehn bis zwölf Jahren.

Gefährdung und Schutz

In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete wurden die Bestände durch Abschuss von Wilderern und Sportschützen und der Zerstörung der natürlichen Lebensräume bereits stark dezimiert. Vor allem in Angola, Botswana und im Kongo sind dramatische Bestandsrückgänge zu verzeichnen. In Tansania und Teilen von Südafrika ist der Puku noch häufig anzutreffen. Ingesamt ist die Art noch nicht gefährdet. Dementsprechend wird der Puku in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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