Purpur-Rotfuß-Vogelspinne

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Purpur-Rotfuß-Vogelspinne
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Avicularia
Art: Purpur-Rotfuß-Vogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Avicularia purpurea
Kirk, 1990

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001826]

Die Purpur-Rotfuß-Vogelspinne (Avicularia purpurea) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Avicularia. Im Englischen wird die Purpur-Rotfuß-Vogelspinne ecuadorian purple oder purple pink toe genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Purpur-Rotfuß-Vogelspinne ist eine recht kleine Art und erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 bis 5 Zentimeter. Die Grundfärbung der adulten Purpur-Rotfuß-Vogelspinne ist ein tiefes Schwarz. Das Prosoma und die Beine weisen eine schimmernde purpur-violette Färbung auf, die für die Art letztendlich auch namensgebend war, vor allem die pinkfarbenen Schuhe (Puschen) sind bei dieser Art sehr auffällig. Die Spiderlinge weisen eine dunkelgraue bis schwarze Färbung mit weißen Haarspitzen auf. Auf dem Opisthosoma erkennt man ein Fischgräten-Muster. Mit zunehmendem Alter verblaßt dieses Muster bzw. ist dann kaum noch zu erkennen. Typische Merkmale bei dieser Art und bei allen anderen Avicularia-Arten sind die Tarsen, die dicker als die Metatarsen sind. Die Haarpolster an den Tarsen der Beine sowie die Haarbüschel unter den Klauen sind besonders weich und zart. Des Weiteren springt auch diese Art sehr gerne und sehr weit. Die Haarpolster bilden beim Gleitflug eine Art Fallschirm und ermöglichen der Art auch das Laufen auf der Wasseroberfläche. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer dichten, samtartigen, lila-metallisch schimmernden Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Im Gegensatz zum Weibchen weist das Männchen eine viel dunklere Färbung auf. Die Lebenserwartung der weiblichen Purpur-Rotfuß-Vogelspinne kann etwa 15 Jahre betragen, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Die Purpur-Rotfuß-Vogelspinne ist eine baumbewohnende Vogelspinne und zählt wie fast alle Vogelspinnen zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien. Die Purpur-Rotfuß-Vogelspinne ist sehr lebhaft und schnell und kann bis zu 30 Zentimeter weit springen.

Purpur-Rotfuß-Vogelspinne - Männchen
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Purpur-Rotfuß-Vogelspinne - Männchen

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Purpur-Rotfuß-Vogelspinne befindet sich in Ecuador im Amazonasgebiet in der Nähe von Tena. Ihr Lebensraum sind die Bergwälder und erträgt aufgrund dessen keine Dauertemperaturen über 25 Grad Celsius. Die nächtliche Abkühlung beträgt in dieser Region etwa 20 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 80 und 90 Prozent. In freier Wildbahn halten sich die Spiderlinge der Purpur-Rotfuß-Vogelspinne gerne in Bromeliengewächsen (Bromeliaceae) auf, auch Ananasgewächse genannt. Bromeliengewächse sind immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Dieses Gewächs bietet einen gewissen Schutz für die Spiderlinge vor Fressfeinden, da die Blattränder mit Dornen bestückt sind. Für die ausgewachsene Purpur-Rotfuß-Vogelspinne ist die Pflanze zu klein. Entweder bezieht sie dann die Bromelientrichter oder wandert dann ab und sucht größere Verstecke auf. Meist sucht sie dann alte Bäume auf, die große Astlöcher und Risse aufweisen und somit der Purpur-Rotfuß-Vogelspinne Unterschlupf bieten. In diesen Astlöchern, Rissen oder Spalten in der Rinde legt sie extrem dichte Wohngespinste an, die sie ihr Leben lang nicht mehr verläßt.

Ernährung

Zum Nahrungserwerb verläßt sich die Purpur-Rotfuß-Vogelspinne auf ihren Tastsinn. Nachts sitzt sie, mit dem Wohngespinst immer in Kontakt, vor ihrer Höhle und wartet auf Beute. Ihrer baumbewohnenden Lebensweise entsprechend erbeutet die Purpur-Rotfuß-Vogelspinne häufig Frösche (Rana), Geckos (Gekkonidae), kleine Vögel (Aves) wie zum Beispiel Kolibris (Trochilidae) und andere kletternde oder fliegende Wirbeltiere.

Purpur-Rotfuß-Vogelspinne - Weibchen
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Purpur-Rotfuß-Vogelspinne - Weibchen

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Purpur-Rotfuß-Vogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel 70 bis 120 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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