Quittenwaran

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Quittenwaran

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Überfamilie: Waranartige (Platynota)
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Varanus
Art: Quittenwaran
Wissenschaftlicher Name
Varanus melinus
Böhme & Ziegler, 1997

Der Quittenwaran (Varanus melinus) gehört zur Familie der Warane (Varanidae) sowie zur Gattung der Warane (Varanus). Der Quittenwaran wurde erst 1997 von Professor Dr. Wolfgang Böhme aus dem Bonner Museum Koenig und Dr. Thomas Ziegler, Leiter des Aquariums im Kölner Zoo, entdeckt und beschrieben. Er ist nah mit dem Pazifikwaran (Varanus indicus) verwandt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Quittenwaran erreicht eine Gesamtlänge von 120 bis 150 cm. Er gehört somit zu den mittelgroßen Vertretern der Warane. Der Schwanz macht etwa zwei Drittel der Gesamtlänge aus. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dadurch bestens zum Schwimmen geeignet. Es ist deutlich eine schwarz-gelbe Ringelung zu erkennen. Sein Körperbau ist insgesamt als schlank zu bezeichnen. Die gelbe Grundfärbung war für diese Art namensgebend. Der Körper ist unregelmäßig mit einer schwarzen Sprenkelung versehen. Die Bauchseite ist einheitlich gelblich-weiß. Die Zunge weist eine rosafarbene Färbung auf. Die kräftigen Beine enden in mächtigen Krallen, die darauf schließen lassen, daß der Quittenwaran ein ausgezeichneter Kletterer ist. Seine Nasenlöcher sitzen weit vorne an der Schnauze. Diese Tatsache stellt eine Anpassung an den wasserreichen Lebensraum dar. Der Quittenwaran ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv.

Verbreitung

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Der Quittenwaran ist auf einigen indonesischen Inseln edemisch. Dazugehören einige Inseln des Sula-Archipels, wie Mangole und Taliabu sowie die Insel Obi (nördliche Molukken). Angaben von Fundorten auf den Inseln Halmahera und Sulawesi sind unbestätigt. Der Quittenwaran ist ein typischer Bewohner des tropischen Tiefland-Regenwaldes.

Ernährung

Zu der bevorzugten Nahrung des Quittenwarans gehören Eier von Vögeln, Insekten, Amphibien sowie Fische und Krebstiere. Seine Nahrung findet er meinst auf den Bäumen, eher selten geht er auch im Wasser auf die Jagd.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife dürfte etwa mit drei Jahren eintreten. Genaue Daten sind noch nicht bekannt. Nach einer Trächtigkeit von drei bis vier Wochen legt das Weibchen meist zwei bis vier Eier. Das größte bisher beobachtete Gelege umfasste zwölf Eier. Je nach Inkubationstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach 168 bis 171 Tagen. Sie weisen eine Länge von 25 bis 30 cm auf. Die Färbung der Jungtiere ist der adulten Tiere ähnlich, jedoch ist die schwärzliche Sprenkelung deutlich intensiver und häufiger. Der Gelbanteil erhöht sich mit zunehmendem Alter. Über die Lebenserwartung ist noch nicht viel bekannt, da der Waran erst 1997 entdeckt wurde. Man schätzt die Lebenserwartung auf rund 15 Jahre.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Warane (Varanidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert, Gisela Deckert, Günther E. Freytag: Urania Tierreich, 7 Bde., Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania, Freiburg (1991) ISBN 3332003763
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Daniel Bennett: Warane der Welt. Chimaira (1996) ISBN 3930612054
  • Bernd Eidenmüller: Warane. Lebensweise - Pflege - Zucht. Herpeton, Auflage 2 (2003) ISBN 3936180032
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