Rötliche Sektorspinne

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==Beschreibung== ==Beschreibung==
====Aussehen und Maße==== ====Aussehen und Maße====
- +Die Rötliche Sektorspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 Millimeter. Die Grundfärbung ist rotbraun. Der Rückenschild ist ebenfalls rotbraun und ist mit einem dunklen Mittelstreifen versehen, der zwischen den Augen beginnt und zum Hinterende schmal zusammenläuft. Die Ränder sind schmal eingefaßt. Der Hinterleib ist kreisförmig bis oval und weist eine silbrig glänzende Blattzeichnung sowie rotbraune Ränder auf. Im ersten Drittel links und rechts der Mittellinie sind zwei paarig dunkle Flecken zu erkennen. Die Beine sind rötlichbraun und schwarz geringelt. Sie sind mit langen dunklen Stachelhaaren besetzt. In Mitteleuropa gibt es noch vier weitere, weniger häufige Arten der {{genus}} ''[[Zygiella]]'', die sich nur nach Genitalmerkmalen sicher bestimmen lassen.
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====Lebensweise==== ====Lebensweise====
- +Diese Art lebt vor allem in Sträuchern und an den Stämmen von Nadelbäumen und baut ein relativ kleines Netz. Die Rötliche Sektorspinne baut ein Radnetz mit einem freien Sektor, der von einem Signalfaden durchzogen wird. Der Signalfaden verbindet das Netzzentrum mit einem außerhalb des Netzes gelegenen röhrenförmigen Schlupfwinkel. Ein Sektornetz entsteht dadurch, dass die Rötliche Sektorspinne beim Bau der Fangspirale jeweils eine Speiche vor Erreichen des Signalfadens den Umlaufsinn umkehrt, so dass zwei Sektoren ohne Fangspirale bleiben. Die Rötliche Sektorspinne sitzt tagsüber im röhrenförmigen Schlupfwinkel, hält aber durch Beinkontakt am Signalfaden eine direkte Verbindung zur Nabe. Interessanterweise bauen ganz junge Rötliche Sektorspinnen oft ein vollständiges Radnetz, das noch keine Freisektoren enthält. Auch adulte Rötliche Sektorspinnen bauen zuweilen ein reguläres Radnetz und zwar dann, wenn der Signalfaden unter einem Winkel von mehr als 40 Grad aus der Netzebene heraus zum Schlupfwinkel führt. Ein Signalfaden, der zu einem Schlupfwinkel führt, liegt übrigens vor. Der Vorteil liegt darin, dass sich die Rötliche Sektorspinne nur zum Ergreifen der Beute auf das Netz begeben muß und damit Feinden wie zum Beispiel [[Vögel]]n (''Aves'') und [[Wespen]] (''Vespoidea'') gegenüber weniger exponiert ist als in der Nabe.
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==Verbreitung== ==Verbreitung==
- +Das Verbreitungsgebiet der Rötlichen Sektorspinne befindet sich in Europa sowie in Russland. Sie kommt auch in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Kanada vor, dort wurde sie allerdings eingeführt. In Deutschland ist die Rötliche Sektorspinne östlich von Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg zu finden. In diesem Gebiet sind die Nachweise sehr selten (weniger als 10 Nachweise). Die Rötliche Sektorspinne hält sich vorwiegend in trockenen und frischen Laub- und Nadelwäldern auf. Des Weiteren ist sie auch in Heiden sowie auf Ruderalflächen, an Straßenrändern, in Brachen und in Siedlungen zu finden.
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==Ernährung== ==Ernährung==
- +Anders als bei anderen Radnetzspinnen ist das Verhalten der Rötlichen Sektorspinne beim Beutefang instinktiv gesteuert, es muss nicht erlernt werden. Mittels nervöser Reaktionen auf mechanische Beeinflussungen des Signalfadens spürt sie, dass ein Beutetier in ihr Netz geflogen ist. Jetzt verlässt die Rötliche Sektorspinne ihren Schlupfwinkel entlang des Signalfadens zunächst ins Zentrum des Netzes, um sich dort zu orientieren. Dann betastet sie ihre Beute, beißt sie, wobei das Gift hineingelangt und den Körper von innen zu einem Brei vorverdaut. Zuletzt wickelt die Rötliche Sektorspinne ihre Beute mit ihrem Spinnfaden ein und transportiert sie in ihren Schlupfwinkel. Bei zu starker Berührung des Netzes ergreift die Rötliche Sektorspinne jedoch die Flucht in ihren Schlupfwinkel oder lässt sich an einem Faden vom Netz herab.
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==Fortpflanzung== ==Fortpflanzung==
- +Weibchen und Männchen sind vom Hochsommer bis in den Spätherbst häufig zusammen in einer Gespinsthöhle zu entdecken. Je besser das Männchen seine Netze baut, desto paarungswilliger ist auch das Weibchen. Zur Paarung zupft und trommelt das Männchen an einem Paarungsfaden, das am Netz des Weibchens befestigt wird. Die vom Weibchen abgelegten Eier überwintern in einem gesponnenen Kokon. Viele Weibchen überleben bis in den Winter hinein, jedoch überdauert nur der Kokon den Winter. Im Frühjahr schlüpfen die Jungspinnen.
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 +==Qualifizierte Weblinks==
 +* [http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/NaturschutzForstJagd/__DL/RL__Spinnen__pdf,templateId=raw,property=publicationFile.pdf Die Spinnen Schleswig-Holsteins, Rote Liste]
[[Kategorie:Echte Radnetzspinnen]] [[Kategorie:Echte Radnetzspinnen]]
[[Kategorie:LSID-Kennung]] [[Kategorie:LSID-Kennung]]

Aktuelle Version

Rötliche Sektorspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Zygiella
Art: Rötliche Sektorspinne
Wissenschaftlicher Name
Zygiella atrica
(C. L. Koch, 1845)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:017166]

Die Rötliche Sektorspinne (Zygiella atrica) gehört innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Zygiella.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Rötliche Sektorspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 Millimeter. Die Grundfärbung ist rotbraun. Der Rückenschild ist ebenfalls rotbraun und ist mit einem dunklen Mittelstreifen versehen, der zwischen den Augen beginnt und zum Hinterende schmal zusammenläuft. Die Ränder sind schmal eingefaßt. Der Hinterleib ist kreisförmig bis oval und weist eine silbrig glänzende Blattzeichnung sowie rotbraune Ränder auf. Im ersten Drittel links und rechts der Mittellinie sind zwei paarig dunkle Flecken zu erkennen. Die Beine sind rötlichbraun und schwarz geringelt. Sie sind mit langen dunklen Stachelhaaren besetzt. In Mitteleuropa gibt es noch vier weitere, weniger häufige Arten der Gattung Zygiella, die sich nur nach Genitalmerkmalen sicher bestimmen lassen.

Lebensweise

Diese Art lebt vor allem in Sträuchern und an den Stämmen von Nadelbäumen und baut ein relativ kleines Netz. Die Rötliche Sektorspinne baut ein Radnetz mit einem freien Sektor, der von einem Signalfaden durchzogen wird. Der Signalfaden verbindet das Netzzentrum mit einem außerhalb des Netzes gelegenen röhrenförmigen Schlupfwinkel. Ein Sektornetz entsteht dadurch, dass die Rötliche Sektorspinne beim Bau der Fangspirale jeweils eine Speiche vor Erreichen des Signalfadens den Umlaufsinn umkehrt, so dass zwei Sektoren ohne Fangspirale bleiben. Die Rötliche Sektorspinne sitzt tagsüber im röhrenförmigen Schlupfwinkel, hält aber durch Beinkontakt am Signalfaden eine direkte Verbindung zur Nabe. Interessanterweise bauen ganz junge Rötliche Sektorspinnen oft ein vollständiges Radnetz, das noch keine Freisektoren enthält. Auch adulte Rötliche Sektorspinnen bauen zuweilen ein reguläres Radnetz und zwar dann, wenn der Signalfaden unter einem Winkel von mehr als 40 Grad aus der Netzebene heraus zum Schlupfwinkel führt. Ein Signalfaden, der zu einem Schlupfwinkel führt, liegt übrigens vor. Der Vorteil liegt darin, dass sich die Rötliche Sektorspinne nur zum Ergreifen der Beute auf das Netz begeben muß und damit Feinden wie zum Beispiel Vögeln (Aves) und Wespen (Vespoidea) gegenüber weniger exponiert ist als in der Nabe.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Rötlichen Sektorspinne befindet sich in Europa sowie in Russland. Sie kommt auch in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Kanada vor, dort wurde sie allerdings eingeführt. In Deutschland ist die Rötliche Sektorspinne östlich von Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg zu finden. In diesem Gebiet sind die Nachweise sehr selten (weniger als 10 Nachweise). Die Rötliche Sektorspinne hält sich vorwiegend in trockenen und frischen Laub- und Nadelwäldern auf. Des Weiteren ist sie auch in Heiden sowie auf Ruderalflächen, an Straßenrändern, in Brachen und in Siedlungen zu finden.

Ernährung

Anders als bei anderen Radnetzspinnen ist das Verhalten der Rötlichen Sektorspinne beim Beutefang instinktiv gesteuert, es muss nicht erlernt werden. Mittels nervöser Reaktionen auf mechanische Beeinflussungen des Signalfadens spürt sie, dass ein Beutetier in ihr Netz geflogen ist. Jetzt verlässt die Rötliche Sektorspinne ihren Schlupfwinkel entlang des Signalfadens zunächst ins Zentrum des Netzes, um sich dort zu orientieren. Dann betastet sie ihre Beute, beißt sie, wobei das Gift hineingelangt und den Körper von innen zu einem Brei vorverdaut. Zuletzt wickelt die Rötliche Sektorspinne ihre Beute mit ihrem Spinnfaden ein und transportiert sie in ihren Schlupfwinkel. Bei zu starker Berührung des Netzes ergreift die Rötliche Sektorspinne jedoch die Flucht in ihren Schlupfwinkel oder lässt sich an einem Faden vom Netz herab.

Fortpflanzung

Weibchen und Männchen sind vom Hochsommer bis in den Spätherbst häufig zusammen in einer Gespinsthöhle zu entdecken. Je besser das Männchen seine Netze baut, desto paarungswilliger ist auch das Weibchen. Zur Paarung zupft und trommelt das Männchen an einem Paarungsfaden, das am Netz des Weibchens befestigt wird. Die vom Weibchen abgelegten Eier überwintern in einem gesponnenen Kokon. Viele Weibchen überleben bis in den Winter hinein, jedoch überdauert nur der Kokon den Winter. Im Frühjahr schlüpfen die Jungspinnen.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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