Randrianasolo-Wieselmaki

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Randrianasolo-Wieselmaki

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Wieselmakis (Lepilemuridae)
Gattung: Wieselmakis (Lepilemur)
Art: Randrianasolo-Wieselmaki
Wissenschaftlicher Name
Lepilemur randrianasoloi
Andriaholinirina, Fausser, Roos, Rabarivola, Ravoarimanana, Zinner, Thalmann, Ganzhorn et al., 2006

Der Randrianasolo-Wieselmaki (Lepilemur randrianasoloi) zählt innerhalb der Familie der Wieselmakis (Lepilemuridae) zur Gattung Wieselmakis (Lepilemur). Im Englischen wird der Randrianasolo-Wieselmaki Randrianasolo's Sportive Lemur genannt. Die Art wurde erst im Jahre 2006 entdeckt und nach dem Forscher und Zoologen Georges Randrianasolo benannt (Mittermeier et al., 2008).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Randrianasolo-Wieselmaki erreicht eine Körperlänge von 22 bis 26 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 25 bis 29 Zentimeter sowie ein Gewicht von 900 bis 1.000 Gramm. Die Geschlechter ähneln sich sowohl in der Größe als auch in der Fellfärbung, ein Dimorphismus ist demnach nicht zu erkennen. Das Fell weist eine gräuliche Grundfärbung auf. Die Bauchseite ist hellgrau bis leicht weißlich gefärbt. Im Bereich der Schultern und des Nackens kann sich eine leicht bräunliche Färbung einstellen, der Schwanz ist hellbraun. Die trichterartigen Ohren sitzen seitlich am Kopf und sind nach vorne gerichtet. Die sehr großen und rundlichen Augen sind ein Indiz für die Nachtaktivität. Rund um die Augen zeigen sich breite, schwarz gefärbte Augenringe. Die Iris ist orangerot und die Pupille ist dunkel gefärbt. Die Schnauze ist ein wenig in die Länge gezogen, die Nasenspitze weist kein Fell auf und ist schwarz gefärbt. Die Zehen der Füße und Hände sind tellerartig verbreitet und weisen Haftballen auf. So kann sich der Randrianasolo-Wieselmaki auch an senkrechten Baumstämmen festhalten.

Verhalten

Randrianasolo-Wieselmakis leben eher einzelgängerisch, sind während der Paarungszeit aber auch paarweise anzutreffen. Sie sind wie alle Wieselmakis ausgesprochen nachtaktiv. Dieses ist auch an den großen Augen zu erkennen. Am Tage halten sich die Tiere in Baumhöhlen oder an ähnlich geschützten Plätzen in dichter Vegetation auf. In der Nacht werden sie aktiv und klettern auf der Suche nach Nahrung in den Wipfeln der Bäume. Von Baum zu Baum gelangen sie in der Regel durch Sprünge. Die Muskulatur in den Hinterbeinen ist für derartige Sprünge kräftig ausgeprägt. Randrianasolo-Wieselmakis besetzen kleine Reviere, die gerade einmal einen Hektar aufweisen. Und dieses Revier wird gegenüber Artgenossen erbittert verteidigt. Die Reviere der Männchen überlappen sich mit denen der Weibchen.

Verbreitung

Der Randrianasolo-Wieselmaki ist in einem kleinen Gebiet im westlichen Madagaskar endemisch. Im Süden ist das Verbreitungsgebiet durch den Fluss Tsiribihina begrenzt, im Norden bildet der Manambaho die Verbreitungsgrenze. Die genauen Grenzen sind jedoch noch nicht erforscht und werden weitestgehend noch diskutiert. Randrianasolo-Wieselmakis besiedeln fast ausschließlich lichte Trockenwälder, insbesondere trockene Laubwälder.

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Randrianasolo-Wieselmakis zählen die für Madagaskar typischen Räuber. Hier sind insbesondere die Fossa (Cryptoprocta ferox) sowie die Madagaskar-Waldohreule (Asio madagascariensis) und die Höhlenweihe (Polyboroides radiatus) zu nennen. Aber auch unter den Schlangen (Serpentes) kommen einige Feinde wie die Madagaskar-Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis), die Madagaskar-Boa (Acrantophis madagascariensis) und die Südliche Madagaskarboa (Acrantophis dumerili) in Betracht.

Ernährung

Randrianasolo-Wieselmakis ernähren sich überwiegend von Blättern, Blüten, Früchten und Knospen. Auf ihren nächtlichen Fresswanderungen legen sie in einer Nacht mehrere Hundert Meter zurück. Die stark zellulosehaltige Nahrung ist nur schwer verdaulich. Daher sind den Randrianasolo-Wieselmakis Bakterien im Magen und im Dickdarm behilflich, um die Nahrung aufzuspalten. Um auch die letzten Nährstoffe der Nahrung zu entziehen, fressen die Tiere auch ihren eigenen Kot.

Fortpflanzung

Der Randrianasolo-Wieselmaki erreicht die Geschlechtsreife wie alle Wieselmakis wahrscheinlich mit gut 18 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich auf Madagaskar vom September bis in den Dezember hinein. Randrianasolo-Wieselmaki führen eine monogame Ehe, die jedoch nur eine Saison hält. Nach einer Tragezeit von etwa 135 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Nest meist ein Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind zwar noch nicht beobachtet worden, sind jedoch gattungstypisch möglich. Die Nester sind meist in hohlen Baumstämmen oder an ähnlich geschützten Stellen in dichter Vegetation zu finden. Das Jungtier wird von der Mutter über einen Zeitraum von gut 120 Tagen gesäugt. Die Selbständigkeit erreicht das Junge mit einem Jahr. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt es bei der Mutter. Die Lebenserwartung ist unbekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Gefährdungsgrad und die Gesamtpopulation des Randrianasolo-Wieselmakis ist völlig unklar. Daher wird die Art in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie DD, Data Deficient, geführt. Auch über eventuelle Gefährdungsursachen ist nur wenig bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Randrianasolo-Wieselmakis unter der Vernichtung der trockenen Laubwälder leiden. Lebensraumverlust dürfte demnach zu den größten Gefahren gehören.

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