Regensturmtaucher

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Regensturmtaucher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Hakensturmtaucher (Pterodroma)
Art: Regensturmtaucher
Wissenschaftlicher Name
Pterodroma inexpectata
(Forster, 1844)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Regensturmtaucher (Pterodroma inexpectata) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung der Hakensturmtaucher (Pterodroma). Im Englischen wird der Regensturmtaucher mottled petrel genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Regensturmtaucher erreicht eine Körperlänge von etwa 33,0 bis 35,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 74,0 bis 82,0 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 325 Gramm. Das Gesicht weist eine weiße, stark grau melierte Färbung auf und einen dunklen Augenfleck. Das Obergefieder ist von einer dunklen frostig grauen Tönung. Des Weiteren zeigt sich ein dunkles M auf den Flügeln. Die Unterseite ist von einer weißen Färbung und im unteren Brustbereich sowie im Bereich des Bauches zeigen sich graue Flecken. Die Flügelunterseite weist eine weiße Färbung auf und ist mit einem schwarzen Diagonalband versehen. Dieses Diagonalband reicht von der Flügelbeuge bis zum Körper. Der schwarz getönte Schnabel wirkt ziemlich klein und weist eine Länge von etwa 27,0 x 12,0 Millimeter auf. Die Beine und Füße sind fleischig rosa und die Zehen sowie die Schwimmhaut sind schwarz geschönt.

Lebensweise

Der Regensturmtaucher ist ein transäquatorialer Migrant und brütet in Neuseeland und auf einigen kleineren Inseln. Des Weiteren ist der Regensturmtaucher sehr pelagisch und selten sieht man den Vogel an Land, außer wenn er nistet und sein Küken aufzieht. Zum Brüten werden Höhlen und Felsspalten verwendet. Nach der Brutzeit migriert der Regensturmtaucher zur Beringsee, zum Golf von Alaska und zu den Aleuten. Der Regensturmtaucher war früher häufiger anzutreffen. Eingeschleppte Prädatoren führten zu einem Rückgang dieser Art. Der Regensturmtaucher ernährt sich vor allem von kleinen Fischen, Tintenfischen und von Krebstieren.

Verbreitung

Hall Island - Beringsee
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Hall Island - Beringsee

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Regensturmtaucher in Neuseeland endemisch. Er brütet auf den Inseln vor Fiordland, auf Solander Islands, Foveaux Strait Islands, auf den Inseln rund um Stewart Island (einschließlich Titi Islands, Codfish, Big South Cape Islands und Islets in Port Pegasus) sowie auf Snares Islands. Früher brütete der Regensturmtaucher auf den gesamten Nord- und Südinseln und möglicherweise auf Chatham, Bounty, Antipodes und Auckland Islands. Auf Big South Cape und Main Islands leben etwa 10.000 Paare und im Jahr 1996 schätzte man auf Codfish etwa 300.000 bis 400.000 Paare. Der Regensturmtaucher migriert in den nördlichen Pazifik bis zur Subarktis und bis zur Beringsee. Im Sommer wandert der Regensturmtaucher bis südlich in das Packeis-Gebiet.

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Regensturmtaucher in folgenden Gebieten vor: Antarktis, Australien, Fidschi, Marshall-Inseln, Neuseeland, Vereinigte Staaten von Amerika. Als Durchzügler hält sich der Regensturmtaucher in Ecuador, Japan und in der Russischen Föderation auf. Präsent ist der Regensturmtaucher in folgenden Ländern, jedoch ist die Herkunft ungewiss: Amerikanisch-Samoa, Kanada, Chile, Cook Inseln, Französisch-Polynesien, Kiribati, Mexiko, Mikronesien, Nauru, Neukaledonien, Niue, Norfolk Island, Pitcairn, Samoa, Salomonen, Tokelau, Tonga, Tuvalu, United States Minor Outlying Islands, Vanuatu, Wallis und Futuna.

Ernährung

Hall Island - Beringsee
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Hall Island - Beringsee

Der Regensturmtaucher ernährt sich hauptsächlich von Tintenfischen, Krebstieren und von kleinen Fischen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen vorzugsweise in der Nacht, entweder einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen. Nicht selten schließen sich Regensturmtaucher auf der Nahrungssuche anderen Seevögeln an. Ist ein Beutetier gesichtet, so stürzt sich der Regensturmtaucher ins Wasser und taucht im Folgenden nach der Beute. Nicht selten werden Beutetiere unmittelbar an der Wasseroberfläche gejagt.

Fortpflanzung

Der Regensturmtaucher ist ein Kolonienbrüter und brütet auf den Inseln vor Fiordland, auf Solander Islands, Foveaux Strait Islands, auf den Inseln rund um Stewart Island (einschließlich Titi Islands, Codfish, Big South Cape Islands und Islets in Port Pegasus) sowie auf Snares Islands. Zum Brüten verwendet der Regensturmtaucher Höhlen und Felsspalten. Die Brutzeit findet in den Monaten von Dezember bis Juni statt. Das Weibchen legt ein einziges Ei, das über einen Zeitraum von gut 50 Tagen von beiden Elternteilen bebrütet wird. Auch um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile. Verfüttert wird hochgewürgte und vorverdaute Nahrung. Nach dem Schlupf weist das Küken nur eine spärliche Befiederung auf. Im Alter von 80 bis 85 Tagen erlangt der Jungvogel die Flugfähigkeit. Der Jungvogel kehrt erst nach vier Jahren wieder zur Brutkolonie zurück.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN ist diese Art nur auf wenigen kleinen Inseln verbreitet. Eine Reihe von eingeführten Prädatoren führten zu einem Rückgang der Population. Sie wird daher in der Roten Liste der IUCN als gering gefährdet geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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