Rhesusaffe

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Rhesusaffe

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Gattung: Makaken (Macaca)
Art: Rhesusaffe
Wissenschaftlicher Name
Macaca mulatta
Zimmermann, 1780

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Rhesusaffe (Macaca mulatta) gehört zur Familie der Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae) sowie zur Gattung der Makaken (Macaca).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Ein Rhesusaffe erreicht eine Körperlänge von 45 bis 65 cm, eine Gewicht von sechs bis zehn Kg sowie eine Schwanzlänge von 20 bis 30 cm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das Fell weist meist eine bräunliche bis gelblichbraune oder olivbraune Färbung auf. Die Bauchseite ist deutlich heller. Das Gesicht und die Region um den After ist unbehaart und rötlich.

Rhesusaffen leben in größeren sozialen Gruppen. Eine Gruppe kann durchaus aus 80 bis 100 Tiere bestehen, wobei die Anzahl der Weibchen deutlich größer ist als die der Männchen. Soziale Kontakte drücken sich durch Spielen und Fellpflege aus. Die soziale Hierarchie wird durch lautstarke Äußerungen und Scheinkämpfen ausgefochten. Das Territorialverhalten ist nur wenig ausgeprägt. Zu Konfrontationen mit anderen Gruppen kommt es nur selten. Einzelne Gruppen gehen sich überlicherweise aus den Weg. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere größere Raubtiere und Würgeschlangen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Südostasiens. Dazu gehören insbesondere Afghanistan, Bangladesh, Bhutan, China, Indien, Laos, Myanmar, Nepal, Pakistan, Thailand und Vietnam. In Tibet und China sind Rhesusaffen nahazu ausgerottet. So groß wie ihr Verbreitungsgebiet, so vielfältig sind auch die besiedelten Lebensräume. Im nördlichen Indien, Pakistan und Afghanistan leben sie in Gebirgswäldern bis in Höhen von 3.000 Metern. Im Tiefland leben sie in Sekundär- und Primärwäldern sowie in Trockensavannen und Buschland. Sie sind sehr anpassungsfähig und scheuen nicht die Nähe zum Menschen. In vielen Großstädten Indiens fühlen sie sich ebenfalls zu Hause.

Ernährung

Als Allesfresser ernähren sich Rhesusaffen insbesondere von Wurzeln, Früchten, Blättern, Insekten und kleinen Wirbeltieren. Auf Nahrungssuche gehen sie meist tagsüber in größeren Gruppen. In menschlichen Siedlungen leben sie auch vom Abfall der Einwohner.

Fortpflanzung

Rhesusaffe
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Rhesusaffe

Die Weibchen der Rhesusaffen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa 3,5 Jahren, Männchen hingegen rund ein Jahr später. Die Paarungsbereitschaft wird durch die Schwellung des Hinterteils dokumentiert. In den kalten Verbreitungsgebieten rund um das Himalaya-Gebirge finden die Paarungen meist im Frühjahr statt. In den restlichen Verbreitungsgebieten findet die Reproduktion ganzjährig statt.

Nach einer durchschnittlichen Tragezeit von 165 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein Jungtier zur Welt, das ein Geburtsgewicht von 400 bis 480 Gramm aufweist. Zwillingsgeburten sind möglich, aber sehr selten. Die Jungtiere werden anfangs am Bauch der Mutter getragen, später reiten sie auf ihrem Rücken. Männchen spielen bei der Versorgung der Jungtiere nur eine untergeordnete Rolle. Der Nachwuchs wird etwa für zwölf Monate gesäugt. Rhesusaffen können ein Alter von über 30 Jahren erreichen.

Schutz, Gefährdung

In vergangenen Jahren wurden Rhesusaffen häufig für medizinische Forschungszwecke gefangen. Heute werden sie zu diesen Zwecken meist gezüchtet. Das größere Problem stellt heuzutage die Vernichtung ihrer Lebensräume dar. In weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete sind Rhesusaffen mittlerweile ausgestorben oder sehr selten geworden. In Indien stehen die Tiere unter Schutz. In der Roten Liste des IUCN werden Rhesusaffen als gering gefährdet geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt sie in Anhang II unter weltweitem Schutz.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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