Riesenohr-Springmaus

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Riesenohr-Springmaus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Familie: Springmäuse (Dipodidae)
Gattung: Riesenohr-Springmäuse (Euchoreutes)
Art: Riesenohr-Springmaus
Wissenschaftlicher Name
Euchoreutes naso
Sclater, 1890

Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Riesenohr-Springmaus (Euchoreutes naso) zählt innerhalb der Familie der Springmäuse (Dipodidae) zur Gattung der Riesenohr-Springmäuse (Euchoreutes) und zählt ein einziger Vertreter dieser. Im Englischen wird die Riesenohr-Springmaus Long-Eared-Jerboa genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Entdeckungsgeschichte und Systematik

Die Typusbeschreibung veröffentlichte SCLATER im Jahre 1890 anhand zwei Exemplare, welche er im der Kollektion des Museums Kalkutta fand. Ursprünglich handelte es sich bei den Tieren um Exemplare, welche durch Charles Ellis bei einer Reise im chinesischen Turkestan vermutlich in der Nähe von Xarkand aufgesammelt wurden. Zur Entomylogie des Gattungsnamen: Euchoreutes ist lateinisch und bedeutet soviel wie "guter Tänzer". Der Artname naso charakterisiert das schweineähnliche Schnäuzchen dieser Art, wie es auch von anderen Springmäusen (beispielsweise Pferdespringern) bekannt ist. Die zur Überfamilie der Springmäuse (Dipodoidea) gehörenden Riesenohr-Springmäuse werden entweder gemeinsam mit der Unterfamilie Sminthinae als Euchoreutinae zur Familie der Streifenhüpfmäuse (Sminthidae) oder mit selbigen Namen als eigene Unterfamilie gezählt.

Einige Autoren gehen von folgender Unterartengliederung aus:

  • Euchoreutes naso naso - Scklater, 1890 - NW–China, Yarkand, Xinjiang, O-Turkestan
  • Euchoreutes naso alashanicus - F. R. Wulsin, 1923 - W-China, Alashan Wüste (Neimenggu) and S-Mongolei

Aussehen und Maße

Es handelt sich bei E. naso um eine ittelgroße Springmaus. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 8,0-9,5 cm, die Schwanzlänge 14,4-18,5 cm, bei einem Gewicht von 24-38 g. Charakterisierend sind die Tiere besonders durch die langen Ohren (37-47 mm). Das Fell ist oberseitig sandgelb, an der Basis ist gräulich und an Seiten und Bauch wollig weiß. DerKopf ist lang und schmal, die Augen klein, Vibrissen sind besonders lang (etwa Hälfte der Kopf-Rumpf-Länge). Insgesamt fünf Zehen, die Sohlen sind behaart um Einsinken im Sand zu verhindern. Weibchen besitzen 8 Zitzen. Der Schwanz endet in einer Quaste.

Lebensweise

Die Verbreitung von E. naso liegt in der mongolischen und Gobi-Altai, Nordwestchina, in der östlichen Dsungarei und der Taklamakan-Wüste. Dort werden karge Wüsten und Halbwüsten welche sich durch spärrigen Bewuchs auszeichnen (ua. Saxaul, Haloxylon ammodendron) bewohnt.

Verbreitung

Die Verbreitung von E. naso liegt in der mongolischen und Gobi-Altai, Nordwestchina, in der östlichen Dsungarei und der Taklamakan-Wüste. Dort werden karge Wüsten und Halbwüsten welche sich durch spärrigen Bewuchs auszeichnen (ua. Saxaul, Haloxylon ammodendron) bewohnt.

Ernährung

In der Natur ernähren sich die Tiere zu einem hohen Prozentsatz von Insekten sowie Saaten. Angenommen in der Universität Halle wurden folgende Bestandteile: Mehlwürmern, Heuschrecken, Grillen, Engerlingen und anderen Käferlarven, Käfern und Asseln, Erdnussflips und Cracker, Popcorn, Erdnüsse mit Schale oder geröstet, Biskuitplätzchen, gekochtes Ei und Fleisch, körniger Hüttenkäse, trockenes Hundefutter, gekochte Möhren und Apfelscheiben

Fortpflanzung

Über die natürliche Fortpflanzung der Art ist kaum etwas bekannt. In der Natur liegt die Fortpflanzungszeit im frühen Frühling kurz nach der Winterruhe. Es werden 2-8 Junge nach einer Tragzeit von 25 bis 35 Tagen geboren. Drei in der Universität Halle geborene Jungtiere wogen bei der Geburt 1,89 g, 1,74 g und 1,66 g. Die Lebenszeit ist zwischen 2 und 3 Jahren während in Gefangenschaft Einzeltiere bis zu 5 Jahre alt geworden sind.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Durch ihre insektivore Lebensweise tragen die Tiere einen Teil zur Regulierung der Insekten bei. Sie werden unter anderem von dem Parasit Helicobacter befallen. Steinkäuze (Athene noctua) sind die Hauptfeinde freilebender Riesenohr-Springmäuse.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Emma L. Clark, Munkhbat Javzansuren, Dulamtseren Sanduin, Jonathan E. M. Baillie, Batsaikhan Nyamdash, Samiya R., Michael Stubbe (Hrsg.): Mongolian Red List of Mammals. In: Regional Red List Series. Band 1, Zoological Society of London, London 2006, ISSN 1751-0031 (englisch, 159 Seiten; S. 49, [1] (PDF; 16,1 MB)).
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
  • Stubbe, M. Batsaichan, Ravchig, S., Driechciarz, E. & R. Driechciarz: Die Riesenohr-Springmaus, Euchoreutes naso – ein insektenfressendes Nagetier Zentralasiens. Rodentia 71 (2013). NTV-Verlag Münster.

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