Rohrkatze

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Rohrkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Felis
Art: Rohrkatze
Wissenschaftlicher Name
Felis chaus
Schreber, 1817

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Rohrkatze (Felis chaus), auch Sumpfluchs genannt, gehört zur Familie der Katzen (Felidae) sowie zur Gattung Felis.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Rohrkatze erreicht eine Körperlänge von 50 bis 75 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 35 bis 38 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 25 bis 30 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu zwölf Kilogramm. Männchen werden deutlich größer und kräftiger als Weibchen. Das dichte Fell ist meist beige bis hellbraun und weist kaum Zeichnungen auf. In einigen Verbreitungsgebieten, insbesondere in Indien, kann es zu melanistischen Farbschlägen kommen. Der lange Schwanz ist hell-dunkel geringelt. Ähnlich wie beim Luchs, so verfügt auch die Rohrkatze über Haarbüschel an ihren Ohren. Die Katzen sind hochbeinig und insgesamt von schlanker Form.

Rohrkatzen sind überwiegend tagaktiv und leben einzelgängerisch. Selten sind sie auch im Familienverband anzutreffen. Ein Familienverband besteht aus einem Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Ein Männchen hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Rohrkatzen sind sehr scheu und halten sich meist im Dickicht oder in ihrer Wohnhöhle verborgen, die sie in der Regel von anderen Tieren übernehmen. Rohrkatzen beanspruchen zum Teil große Reviere, die an den Grenzen mit Urin markiert werden. Sie halten sich zwar meist auf dem Erdboden auf, sie können aber auch ausgesprochen gut klettern, schwimmen und tauchen. Zu ihren natürlichen Feinden gehören unter anderem Rothunde, Leoparden, Wölfe und Hyänen. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt sie in Anhang II unter weltweitem Schutz.

Unterarten

Verbreitung

Die Verbreitungsgebiete erstrecken sich über Südostasien, Eurasien und den Norden Afrikas im unteren Niltal. Sie bewohnen oftmals Feuchtgebiete wie Wiesen, Auenwälder und sind meist in der Nähe von Gewässern anzutreffen. Aber auch in Trockengebieten fühlen sie sich gelegentlich zu Hause. Aber auch dort suchen sie immer die Nähe von Wasserlöchern auf. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von 2.400 Metern anzutreffen.

Ernährung

Rohrkatzen jagen meist nach Nagetieren, Reptilien, Vögeln und Amphibien. Aufgrund ihrer guten Schwimmeigenschaften gehen sie auch auf Jagd nach Fischen und anderen Wassertieren. Hier und da werden auch Insekten wie Käfer erjagt. Sie gehen sowohl am Tage als auch in der Nacht auf Nahrungssuche. Die übliche Jagdmethode ist das Anschleichen und Anpirschen. Ist ein Beutetier in erreichbarer Nähe, so setzt die Rohrkatze zum Sprung an und hält ihre Beute mit den Pranken fest. Getötet wird das Beutetier mit einem Biss in Hals oder Kehle. Beutetiere werden in der Regel nicht über längere Distanzen verfolgt.

Fortpflanzung

Rohrkatzen erreichen die Geschlechtsreife mit 18 bis 24 Monaten. Die Geschlechter treffen sich nur zur Paarungszeit, ansonsten leben sie einzelgängerisch. Nach der Paarung trennen sich die beiden Partner und die Aufzucht des Nachwuchses obliegt ausschließlich dem Weibchen. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über das Frühjahr oder über die beginnende Regenzeit. Nach einer Tragezeit von 64 bis 66 Tagen bringt das Weibchen im Schutz ihrer Wohnhöhle drei bis vier, selten auch bis sechs Jungtiere (Welpen) zur Welt. Die Welpen sind anfangs noch blind aber bereits behaart. Sie öffnen ihre Augen in der zweiten Lebenswoche. Die Welpen werden etwa vier bis fünf Monate lang gesäugt. Jedoch werden sie bereits ab dem zweiten Lebensmonat langsam an feste Nahrung wie Mäuse oder andere Kleintiere gewöhnt. Mit sechs bis acht Monaten sind die jungen Katzen selbstständig und suchen sich ein eigenes Revier. Die Rohrkatze kann ein Alter von rund 14 Jahren erreichen.

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