Rosenbergs-Waran

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Rosenbergs-Waran

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Überfamilie: Waranartige (Platynota)
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Varanus
Art: Rosenbergs-Waran
Wissenschaftlicher Name
Varanus rosenbergi
Mertens, 1957

Der Rosenbergs-Waran (Varanus rosenbergi) zählt innerhalb der Familie der Warane (Varanidae) zur Gattung Varanus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Rosenbergs-Waran erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 150 Zentimeter. Dabei erreicht der Schwanz eine Länge von etwa zwei Drittel der Gesamtlänge. Er kann also gut 85 bis 95 Zentimeter lang werden. Weibchen bleiben üblicherweise etwas kleiner und leichter als Männchen. Im Gegensatz zum Männchen weist der Schwanzansatz beim Weibchen eine rundliche Form auf. Der Körper ist dunkelgrau bis schwärzlich gefärbt und lässt nur eine schwache Zeichnung aus kleinen gelblichen oder weißlichen Punkten und dorsalen Querbändern erkennen. Der Kopf ist lang und schmal, er setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die Nasenlöcher befinden sich weit vorne am Kopf, etwa in der Mitte von der Schnauzenspitze und den Augen. Der Rosenbergs-Waran verfügt über kräftige Kiefer, mit denen er jegliche Nahrung zermalmen kann.

Seine Extremitäten enden in langen Zehen, die mit kräftigen und scharfen Krallen bewehrt sind. Im Bereich der Augen sind oberhalb und unterhalb der Augen feine weißliche Linien zu erkennen. Jungtiere sind insgesamt heller gefärbt als adulte Tiere. Fühlt sich ein Rosenbergs-Waran bedroht, so plustert er sich auf und gibt beim Ausatmen zischende Laute von sich. Aufgrund seiner Schnelligkeit und hohen Beweglichkeit flüchtet er meist. Nur selten versucht er sich aktiv zu verteidigen. Eine aktive Verteidigung geht mit Beißen und Kratzen einher. Ihren Schwanz setzen sie dabei, wie bei anderen Waranarten die Regel ist, nicht als peitschenartige Waffe ein. Der Rosenbergs-Waran gehört zu den tagaktiven Reptilien, der die meiste Zeit vom Tage für seine Nahrungssuche aufwendet.

Lebensweise

Wie alle Reptilien, so ist auch der Rosenbergs-Waran ein Kaltblüter, der nichtin der Lage ist, seine Körpertemperatur von sich aus zu regulieren. Mit Beginn des Tages begibt der Rosenbergs-Waran sich träge an sonnenexponierte Stellen und sonnt sich bis er auf "Betriebstemperatur" gekommen ist. Sie sind also ektothermische Tiere. In ihrem Lebensraum orientieren sie sich auf verschiedene Weise. Zum einen verfügen sie über einen sehr gut entwickelten Sehsinn und zum anderen ist ihr Geruchssinn ausgesprochen hoch entwickelt. Sie riechen dabei nicht über ihre Nase, sondern nehmen Geruchspartikel über ihre sehr lange und gespaltene Zunge auf. Mit dem Geruchssinn spüren sie zum einen Beutetiere auf und zum anderen bemerken sie Fressfeinde bereits bevor sie sie sehen können. Oftmals werden Beutetiere in ihren Bauten aufgespürt und gefressen. Sind die Bauten nicht groß genug um einzudringen, so werden sie erweitert. Dazu verfügt der Rosenbergs-Waran über mächtige Krallen. Eine Winterruhe halten die Tiere nicht. Jedoch fahren sie ihre Aktivität in der kalten Jahreszeit deutlich zurück.

Verbreitung

Rosenbergs-Warane leben ausschließlich in den südlichen, südwestlichen und nordwestlichen Küstenstreifen Australiens. Auf einigen Inseln wurden die Tiere eingeführt, um die dortige Schlangenpopulationen zu dezimieren. Zu den Inseln zählt unter anderem die bekannte Känguru-Insel im Süden Australiens. Die natürlichen Lebensräume erstrecken sich über lichte Wälder, Buschland, landwirtschaftliche Flächen und Heidelandschaften. Im Lebensraum vorhandene Termitenbauten dienen als Nistplatz. Während der Ruhephasen ziehen sich die Tiere in Höhlen, Baumhöhlen oder in Felsspalten zurück. Aber auch die Erdbauten von größeren Nagern wie Kaninchen werden gerne genutzt.

Ernährung

Zur Nahrung des Rosenbergs-Waran zählen unter anderem kleinere Säugetiere, Spinnentiere, Amphibien, Insekten wie Heuschrecken und Käfer sowie Schnecken und Skorpione. Auch kleinere Echsen und Schlangen werden gerne gefressen. Jungvögel und Eier stehen ebenfalls auf der Speisekarte. Aas wird ebenfalls nicht verschmäht. Lokal, vor allem auf den der Küste vorgelagerten Inseln kann die Nahrung stark abweichend sein. Auf Nahrungssuche gehen die Echsen am Tage.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Rosenbergs-Waran mit zwei bis drei Jahren. Während der Paarungszeit, die üblicherweise im Frühsommer (im Süden Australiens entspricht das Februar oder März) beginnt, kommt es unter den Männchen zum Teil zu heftigen Kommentkämpfen um die Weibchen. Die Eiablage erfolgt in Termitenbauten oder in halbfeuchter Erde in flachen Mulden. Ein Weibchen legt zwischen 10 und 15 weichschalige Eier. Je nach Inkubationstemperatur erfolgt der Schlupf der Jungwarane nach 180 bis 210 Tagen. Die Jungtiere weisen eine Gesamtlänge von 25 bis 30 Zentimeter auf. Anfänglich ernähren sich die Jungtiere von Insekten und deren Larven. Ein Rosenbergs-Waran kann ein Alter von 10 bis 15 Jahren erreichen. In Freiheit wird dieses Alter jedoch selten erreicht.

Gefährdung und Schutz

In weiten Teilen seiner Verbreitungsgebiete ist der Rosenbergs-Waran in seiner Art bedroht. In der Roten Liste der IUCN wird er dennoch nicht geführt. Zu den Hauptbedrohungen zählt die Vernichtung und Zersiedelung der natürlichen Lebensräume. In den ursprünglichen Lebensräumen entstehen Siedlungsräume, siedelt sich Industrie an oder die ursprünglichen Lebensräume werden in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Auch eingeführten Raubtieren wie verwilderten Hunden und Katzen fallen Gelege und Jungtiere zum Opfer. Es wird unerlässlich sein, die verbliebenden Lebensräume zu schützen, andernfalls ist die Art aufgrund des relativ kleinen Verbreitungsgebietes kaum zu retten.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Warane (Varanidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert, Gisela Deckert, Günther E. Freytag: Urania Tierreich, 7 Bde., Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania, Freiburg (1991) ISBN 3332003763
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Daniel Bennett: Warane der Welt. Chimaira (1996) ISBN 3930612054
  • Bernd Eidenmüller: Warane. Lebensweise - Pflege - Zucht. Herpeton, Auflage 2 (2003) ISBN 3936180032
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