Rostfarbiger Dickkopffalter

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Rostfarbiger Dickkopffalter

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Dickkopffalter (Hesperiidae)
Unterfamilie: Hesperiinae
Gattung: Ochlodes
Art: Rostfarbiger Dickkopffalter
Wissenschaftlicher Name
Ochlodes sylvanus
(Esper, 1778)

Der Rostfarbige Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) zählt innerhalb der Familie der Dickkopffalter (Hesperiidae) zur Gattung Ochlodes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Rostfarbige Dickkopffalter erreicht eine Flügelspannweite von 23 bis 33 Millimeter. Sein Körper ist lang gestreckt und stark behaart. Der Körper und die Flügeldecken sind überwiegend rostbraun bis tief weinrot gefärbt. Die Unterflügel können dabei einen leicht grünlichen Ton aufweisen. Vereinzelt sind auf den Oberflügeln gelbliche Flecken andeutungsweise erkennbar. Das Männchen verfügt auf der Vorderseite der Vorderflügel über dunkel gefärbte Duftstreifen. Diese sind beim Weibchen nur sehr schwach ausgeprägt. Die Flügelränder aller vier Flügel sind leicht gesäumt. Die Fühler und die Fühlerkolben weisen eine bräunliche Färbung auf. Insgesamt sind die Fühler mittellang und verdicken sich zur Spitze hin. Der Saugrüssel ist extrem lang und läßt den Rostfarbigen Dickkopffalter mühelos Nektar aufnehmen.

Lebensweise

Der Falter ist ein schneller und gewandter Flieger, der von Ende Mai bis Juli in einer Generation zu beobachten ist. Im Süden Europas kann es durchaus auch zu zwei Generationen kommen.

Unterarten

Rostfarbiger Dickkopffalter bei der Nahrungsaufnahme
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Rostfarbiger Dickkopffalter bei der Nahrungsaufnahme

Verbreitung

Der Rostfarbige Dickkopffalter ist in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verbreitet. Im Norden erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis ins mittlere Skandinavien. Im Osten erstreckt es sich bis nach Sibirien und die Mongolei. Im Mittleren Osten erstreckt sich das Verbreitingsgebiet von Syrien über den Iran bis nach Zentralasien und endet in Korea. Der Rostfarbige Dickkopffalter bevorzugt eher feuchte, nur mäßig trockene Habitate wie Wäldränder, Lichtungen und grasige Habitate wie Feuchtwiesen mit entsprechender Vegetation in Form von Bäumen und Sträuchern.

Nahrung

Die Rostfarbigen Dickkopffalter ernähren sich vom Nektar blütentragender Pflanzen. Dazu gehören unter anderem Wohlriechendes Händelwurz (Gymnadenia odoratissima), Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Vogel-Wicke (Vicia cracca), Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Wald-Witwenblume (Knautia dipsacifolia) und verschiedene Brombeer-Gewächse.

Rostfarbiger Dickkopffalter
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Rostfarbiger Dickkopffalter

Die Raupen ernähren sich von den Blättern von Futterpflanzen wie zum Beispiel Gewöhnliches Knäuelgras (Dactylis glomerata), Blaues Pfeifengras (Molinia caerulea), Flatter-Binse (Juncus effusus), Wiesen-Rispengras (Poa pratensis), Rohr-Schwingel (Festuca arundinacea), Sand-Reitgras (Calamagrostis epigejos), Wolliges Honiggras (Holcus lanatus), Gemeine Quecke (Agropyron repens), Weißes Straußgras (Agrostis stolonifera), Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense), und Roggen-Trespe (Bromus secalinus). Die Raupen minieren dabei in den Blättern, das heisst sie rollen Blätter zu einer Röhre zusammen, besfestigen diese mit Spinnfäden und fressen im Innern an den Blättern.

Fortpflanzung

Um ein geschlechtsreifes Weibchen zu finden, patroullieren Männchen der Rostfarbigen Dickkopffalter im niedrigen Flug über ihr Habitat. Die Paarung erfolgt üblicherweise, indem die Geschlechtspartner sich mit den Hinterteilen berühren und so die Spermien übertragen. Das Weibchen legt ihre leicht cremefarbenen Eier einzeln auf die Blätter verschiedener Futterpflanzen, die im Bereich Nahrung aufgeführt sind. Aus den Eiern schlüpfen grünliche Raupen, die in den Blättern der Futterpflanzen minieren. Der Kopf weist eine bräunliche Färbung auf. Die Überwinterung erfolgt im Raupenstadium. Die Raupen erwachen im Frühjahr aus ihrer Winterstarre und fressen weiter an den Blättern. Im Mai erfolgt die Verpuppung. Dafür spinnen sie sich in einen Kokon ein, der aus feiner Seide besteht. Nach rund 20 Tagen erfolgt der Schlupf der Falter.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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