Rostrote Winkelspinne

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Rostrote Winkelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Agelenoidea
Familie: Trichterspinnen (Agelenidae)
Gattung: Winkelspinnen (Tegenaria)
Art: Rostrote Winkelspinne
Wissenschaftlicher Name
Tegenaria ferruginea
(Panzer, 1804)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:021229]

Die Rostrote Winkelspinne (Tegenaria ferruginea) gehört innerhalb der Familie der Trichterspinnen (Agelenidae) zur Gattung der Winkelspinnen (Tegenaria).

Inhaltsverzeichnis

Systematik nach Norman I. Platnick

Nachdem der frühere wissenschaftliche Name der Rostroten Winkelspinne Tegenaria ferruginea im Jahr 2005 in Malthonica ferruginea von Guseinov, Marusik & Koponen geändert wurde, benannte man die hier beschriebene Art von Tegenaria ferruginea in Malthonica ferruginea um. Im gleichen Jahr 2005 wurde der wissenschaftliche Name Malthonica ferruginea wieder in Tegenaria ferruginea von Almquist geändert. <1>

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Rostrote Winkelspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 9 bis 11 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 11 bis 14 Millimeter. Sie ist eine der größeren Arten der Gattung der Winkelspinnen (Tegenaria). Diese Art ähnelt sehr der Mauerwinkelspinne (Tegenaria parietina), erscheint im Ganzen jedoch noch rötlicher. Im Allgemeinen ist die Färbung und Zeichnung der Spinne ziemlich bunt. Am auffälligsten ist ein breiter, rötlicher Längsstreifen oben auf der Mitte des Hinterkörpers. Ansonsten ist der Körper einschließlich der Beine mit einem kontrastreichen, helldunklen Fleckenmuster gezeichnet. Am Rand des rötlichen Längsbandes liegen jederseits weißliche Punkte. Das dunkle Sternum trägt einen zweimal eingeschnürten, hellen Längsstreifen und jederseits davon vier helle Punkte. Die Beine sind sehr lang, bestachelt und fein behaart sowie deutlich hell-dunkel geringelt. Die Rostrote Winkelspinne ist ebenfalls eine langbeinige, schlanke Art, bei der der Vorderkörper im Augenbereich wesentlich schmäler ist als im mittleren und hinteren Bereich. Die beiden Augenreihen sind ziemlich gerade und die Augen untereinander weitgehend gleich groß. Die adulten Tiere treten von Mai bis Oktober auf.

Lebensweise

Zum Ärger mancher Hausbewohner besiedelt die Rostrote Winkelspinne alle möglichen Ecken der Wohnräume. In freier Natur lebt die Spinne an Baumstümpfen, in Geröll und an Felsen. In den natürlichen Lebensräumen findet sich reichlich Nahrung für diese Art, allerdings oft in Form von großen, schnellen laufenden springenden Insekten (Insecta). Spinnennetz und Nahrungsangebot sind aber auch hier aufeinander abgestimmt. Die Fangnetzfläche an der Röhrenmündung ist sehr stark ausgedehnt, und zwar fast immer die untere Seite, so dass ein Teppich entsteht, auf dem die Spinne sehr schnell zu laufen vermag. Von Holzstapeln und aus Zimmerecken befindet sich die dicht gewebte Netzdecke, sie geht in der dunkelsten Ecke in die Röhre über. Die langen Beine verleihen der Rostroten Winkelspinne eine recht hohe Geschwindigkeit und befähigen sie, in ihrem großen Netz ein Insekt in kürzester Zeit zu packen. Noch ein anderer Effekt ist durch die langen Beine bedingt. Die Rostrote Winkelspinne kann - am Boden laufend - einen Faden in einer Höhe befestigen, die ungefähr die Länge ihrer Hinterbeine entspricht, und das sind bei dieser Art fast 2 Zentimeter. Dies ausnutzend, baut sie einen regelrechten Seidendschungel über ihrer Netzdecke, indem sie die Fäden erhöht an umgebenden Pflanzenteilen, an Steinen und Mauerwerk anheftet, sie zu einem Punkt zieht und dort wieder anheftet. An dem Gespinst kann die Spinne emporhangeln und weitere Fäden ziehen, die sie zum Teil untereinander verbindet. So entsteht über der Netzdecke zunächst ein freier Raum, der, etwa eine Spinnenbeinlänge hoch, dem Tier Bewegungsfreiheit beim Beutefang verschafft. Darüber findet sich ein nicht sehr dichtes, unregelmäßiges Gespinst, das einen ziemlich großen Raum ausfüllt, ein Raumnetz. Eine bedeutende Nahrungsreserve ist damit erschlossen, denn fliegende und springende Insekten (Insecta), die auf flachen Gespinsten meistens entkommen, werden durch das Raumnetz behindert, stürzen auf die Netzdecke ab und sind damit eine leichte Beute der Spinne.

Rostrote Winkelspinne
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Rostrote Winkelspinne

Verbreitung

Die Rostrote Winkelspinne lebt in Häusern an ruhigen Stellen, zum Beispiel in Kellen und Lagerschuppen. Im Freiland hält sich die Spinne etwa in Felsspalten, unter Steinen und loser Rinde abgestorbener Bäume auf. In Mitteleuropa ist die Rostrote Winkelspinne ziemlich häufig anzutreffen, aber doch deutlich seltener als die Große Winkelspinne (Tegenaria atrica).

Ernährung

Als Lauerjägerin wartet die Rostrote Winkelspinne auf ihre Beute und fängt sie dann mit einer raschen Bewegung. Gefangene Beutetiere werden mit einem Giftbiss getötet. Das verabreichte Gift enthält Enzyme und Eiweiße, die die Beutetiere vorverdauen. Die erstaunliche Fähigkeit der Spinne, selbst mehrere Monate ohne Nahrung zu überleben, liegt primär in ihrer relativ geringen Stoffwechselaktivität begründet. Im Herbst speichert sie vor allem Fette, daneben auch Kohlenhydrate und Proteine, die dann in den nahrungslosen Wintermonaten abgebaut werden. Bereits nach 50 Tagen Hunger sind die Kohlenhydrate um 61 Prozent, Fette um 47 Prozent und Proteine um 9 Prozent ihres Ausgangswertes reduziert.

Fortpflanzung

Die Paarung läuft ähnlich ab wie bei der Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica). Das Männchen packt allerdings nicht das Weibchen und zerrt das Weibchen an eine andere Stelle, sondern nähert sich ihm unter heftigen Bewegungen der Taster und des Hinterleibes und führt dann in der bei der Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica) beschriebenen Weise den ersten Taster ein. Bereits nach zwei bis drei Minuten findet der erste Tasterwechsel statt. Das Männchen steigt dabei über das Weibchen hinweg auf die andere Körperseite. In den Pausen der insgesamt mehrere Stunden dauernden Paarung sitzen die Partner friedlich nebeneinander, ohne dass es zu Angriffen durch das Weibchen kommt. Wenige Wochen nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen in einem Gespinst aus Seide ihre Eier ab. Meist sind es 40 oder 50 Eier. Das Gespinst wird aus einem gelblichen Faden ihrer Spinndrüsen gewoben. Das Gespinst wird an einer nicht einsehbaren Stelle abgelegt und befestigt. Die Eier haben eine gelbliche Färbung. Die Jungspinnen entsteigen dem Gespinst noch vor der Überwinterung. Die frühen Nymphenstadien häuten sich im Abstand von wenigen Tagen, spätere Stadien benötigen Intervalle von mehreren Wochen. Natürlich sind die Häutungsintervalle stark von der jeweiligen Ernährung abhängig. Bei gutem Nahrungsangebot häuten sich die Jungspinnen jeweils dann, wenn sich ihr Gewicht etwa verdoppelt hat.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Rostrote Winkelspinne
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Rostrote Winkelspinne
Rostrote Winkelspinne - Weibchen
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Rostrote Winkelspinne - Weibchen

Update 23. Juni 2008

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge