Rotducker

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Rotducker

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ducker (Cephalophinae)
Gattung: Cephalophus
Art: Rotducker
Wissenschaftlicher Name
Cephalophus natalensis
Smith, 1834

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Rotducker (Cephalophus natalensis), der auch als Natal-Ducker beaknnt ist, zählt zur Familie der Hornträger (Bovidae) und gehört zur Gattung Cephalophus. Im Englischen wird die Art Natal Red Duiker, Natal Duiker oder Red Forest Duiker genannt. Einige Forscher (Grubb & Groves, 2001; Grubb, 2005) sehen den Harvey-Ducker (Cephalophus harveyi) als Unterart des Rotduckers. Dies ist jedoch nicht validiert, Tierdoku.com folgt daher der traditionellen Systematik.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der stämmig gebaute Rotducker erreicht eine Körperlänge von 70 bis 100 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 9 bis 14 Zentimeter sowie ein Gewicht von 10,5 bis 12 Kilogramm. Das Fell weist eine kastanienrote, zuweilen auch orangerote bis dunkelbraune Färbung auf. Ventral zeigt sich eine unwesentlich hellere Färbung. <1> Die Geschlechter weisen im Wesentlichen keinen Dimorphismus auf. Weibchen werden nur unwesentlich größer und schwerer als Männchen. Beide Geschlechter verfügen über nach hinten gerichtete, konisch geformte Hörner. Nicht selten bleiben die Hörner unter einem Fellbüschel verborgen. Die vorderen Beine bleiben etwas kürzer als die hinteren Beine. Unmittelbar vor den Augen liegen Duftdrüsen, die der Reviermarkierung dienen. Weitere Drüsen befinden sich an den Innenseiten der Füße. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 4 Zitzen.

Lebensweise

Rotducker sind meist nachtaktiv, selten auch in der Dämmerung aktiv. Aufgrund der zahlreichen Fleischfresser legen die Tiere eine verschwiegene und schüchtere Lebensweise an den Tag. Die Hauptaktivitäten, insbesondere die Nahrungssuche, entfalten Rotducker daher in der Dunkelheit. Meist bleiben die Tiere während der Nahrungssuche in oder in der Nähe schützender Vegetation. Rotducker leben einzelgängerisch, paarweise oder in kleinen Familiengruppen. Zu größeren Ansammlungen kommt es aufgrund der Territorialität in der Regel nicht. Das eigene Revier wird mit einem Sekret aus Drüsen im Gesichtsfeld und Drüsen seitlich an den Füßen markiert. Es wird gegenüber Artgenossen vehement verteidigt. Die spitzen Hörner werden dabei als Waffe eingesetzt. Nicht selten kommt es bei den Kämpfen zu schmerzhaften Wunden.

Verbreitung

Rotducker sind im südöstlichen Afrika vom südlichen Tansania bis ins nördliche Südafrika verbreitet. Besiedelt werden das südliche Tansania, das südlichen und südöstliche Malawi, weite Teile von Mosambik und der Nordosten von Südafrika. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über küstennahe Wälder. Besiedelt werden meist dichte subtropische und tropische Regenwälder im Bereich der Küste oder landeinwärts im Bereich von Flüssen und Bächen. Rotducker treten überwiegend nur im Tiefland in Erscheinung, selten auch im Hügelland bis in Höhen von etwa 200 Meter über NN. Die Siedlungsdichte variiert je nach Vorkommen und Lebensraum zwischen 0,2 bis 1,0 Tiere je Hektar. Nach Angaben der IUCN soll sich der Bestand auf etwa 42.000 Individuen belaufen.

Ernährung

Rotducker ernähren sich im Wesentlichen von Blättern, Blüten und reichen Früchten. Zu einem kleinen Teil stehen auch Gräser, Kräuter, Sämereien, Wurzeln, Knollen und Pilze auf der Speisekarte. Die Nahrungssuche erfolgt meist in der Nacht, seltener auch am Tage. Am Tage jedoch nur in ungestörten Regionen. Rotducker sind oft unter Bäumen zu finden, auf denen Primaten Früchte verzehren. Zahlreiche Früchte fallen zu Boden, die dann von den Rotduckern gefressen werden können.

Fortpflanzung

Rotducker erreichen die Geschlechtsreife im dritten Lebensjahr. Männchen brauchen für gewöhnlich ein halbes Jahr länger als Weibchen. Die Paarungszeit erstreckt sich in den tropischen Regionen Südostafrikas über das ganze Jahr. Nu im nördlichen Afrika erstreckt sich die Paarungszeit über das Frühjahr und den Sommer. In einer Saison kommt es lediglich zu einem Wurf. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen gelegentlich zu ritualisierten Kommentkämpfen, die in der Regel ohne schwere Verletzungen enden. Dabei fügen sie sich insbesondere Kopfhiebe und Bisse zu. Rotducker leben in einer monogamen Einehe. Nach einer Tragezeit von etwa 210 Tagen bringt ein Weibchen ein Jungtier zur Welt. Unmittelbar nach dem Werfen leckt das Muttertier das Kalb sauber, um die verräterischen Geruchsspuren zu tilgen. In der ersten Zeit bleibt das Jungtier in der dichten Vegetation verborgen. Die Mutter kommt zu ihrem Jungtier nur zum Säugen. Erst später, meist ab der dritten Lebenswoche, folgt das Jungtier der Mutter. Die Säugezeit erstreckt sich über einen Zeitraum von 4 Monaten. Die Lebenserwartung liegt bei durchschnittlich 7 Jahren, in Gefangenschaft bei bis zu 10 Jahren.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Rotducker gelten als ausgezeichnete Samenverbreiter. Viele Samen, die gefressen werden, durchlaufen die Verdauung meist unbeschadet. In ihrem Lebensraum leben Rotducker mit verschiedenen Primaten in Sympatrie zusammen. Sie folgen den Primaten und profitieren von deren Nahrungssuche. Rotducker bilden zudem die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Fleischfresser. Der Einfluss von Fleischfressern hat jedoch keine große Auswirkung auf die Bestände. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Zu den Hauptgefahren zählt heute die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und lokal die Bejagung. Die Tiere werden entweder gleich getötet oder landen lebendig als Bushmeat auf lokalen Märkten.

Anhang

Siehe auch

  • Die Unterfamilie der Ducker (Cephalophinae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • [1] David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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