Roter Goral

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Roter Goral
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Gorale (Naemorhedus)
Art: Roter Goral
Wissenschaftlicher Name
Naemorhedus baileyi
Pocock, 1914

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Rote Goral (Naemorhedus baileyi) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Gorale (Naemorhedus). Im Englischen wird die Art Red Goral genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (IUCN, 2014; Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Rote Goral erreicht je nach Geschlecht unterschiedliche Maße. Männchen erreichen eine Körperlänge von 93 bis 97 cm, eine Schulterhöhe von 57 bis 59 cm, eine Hornlänge von 12,5 bis 16 cm, eine Schwanzlänge von etwa 10 bis 12 cm und ein Gewicht von 22,6 bis 28,6 kg. Weibchen erreichen eine Körperlänge von 95 bis 103 cm, eine Schulterhöhe von 59 bis 61 cm, eine Hornlänge von 7,5 bis 15 cm, eine Schwanzlänge von etwa 10 bis 12 cm und ein Gewicht von 27,5 bis 30,6 kg. Das lange und weiche Fell ist gleichmäßig rotbraun bis fuchsbraun, lateral und ventral zeigt sich eine hellere Färbung. Die Innenseiten der Beine sind schmutzigweiß gezeichnet. Im Bereich des Rückens zeigt sich ein schwärzlicher Aalstrich, der sich vom Oberkopf bis zur Schwanzspitze erstreckt. Der kurze Schwanz ist schwarz gefärbt. Die Schwanzspitze endet in ein langes und dichtes Haarbüschel. Die Hörner sind schwarz gefärbt (Zhang, 1987; Rabinowitz, 1999).

Verhalten

Rote Gorale sind tagaktiv, die aktivsten Zeiten erstrecken sich über die frühen Morgen- und späten Abendstunden. Das Revier der Roten Gorale erstreckt sich je nach Lebensraumqualität über 20 bis 25, selten bis zu 40 ha. Die Tiere leben für gewöhnlich einzelgängerisch, selten in kleinen Familiengruppen von 2 bis 3 Individuen. In dem meist steilen Gelände bewegen sich die Tiere gewandt und schnell (Zhang, 1987; Rabinowitz, 1999).

Verbreitung

Die Art ist im nördlichen Myanmar, im nordöstlichen Arunachal und Pradesh in Indien, in Tibet und im südöstlichen Yunnan in China endemsich. Die Lebensräume liegen für gewöhnlich in Höhenlagen von 2.000 bis 4.500 m über NN, jedoch immer unterhalb der Schneegrenze. Beliebte Lebensräume sind insbesondere gemischte Laub -und Nadelwälder, reine Nadelwälder und Bergwiesen. Zwischen den Jahreszeiten kommt es zu Wanderungen. Zu Beginn des Winters ziehen die Tiere in tiefere Lagen. In den Lebensräumen fallen durchschnittlich 2.000 mm Niederschlag. Die Gesamtpopulation wird aktuell auf wahrscheinlich weniger als 10.000 Individuen geschätzt (Zhang, 1987; Grubb, 2005 in IUCN).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden der Roten Gorale zählen vor allem größere Räuber wie der Leopard (Panthera pardus) und verschiedene Hundeartige (Canidae) (vgl. Zhang, 1987 in IUCN, 2014).

Ernährung

Der Rote Goral ernährt sich primär von kurzen Flechten sowie Gräsern, Kräutern und jungen Pflanzenteilen wie Stiele, Blätter und Zweige. Gefressen werden beispielsweise Bartflechten (Usnea). Trinkwasser nehmen die Tiere meist in den frühen Morgenstunden zu sich Zhang, 1987; Sheng et al., 1999 in IUCN).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich im natürlichen Verbreitungsgebiet über den September bis in den Dezember hinein. Nach einer Tragezeit von rund 170 bis 218 (180) Tagen bringt ein Weibchen ein Jungtier zur Welt. Die Geburt erfolgt meist im Juni oder Juli. Der Nachwuchs wird meist nach 3,5 Monaten von der Muttermilch entwöhnt. Die Geschlechtsreife wird mit rund 18 bis 36 Monaten erreicht, die Lebenserwartung liegt unter günstigen Bedingungen bei etwa 15 Jahren (Zhang, 1987; Smith & Xie, 2008 in IUCN).

Gefährdung und Schutz

Der Rote Goral gehört heute zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie VU, Vulnerable, geführt. Das Verbreitungsgebiet ist insgesamt eher klein und liegt geografisch isoliert. Die größten Gefahren für die Art gehen von Verlust des natürlichen Lebensraumes und der Bejagung durch den Menschen mittels moderner Jagdwaffen aus. Trotz lokaler Jagdverbote geht die Bejagung jedoch unkontrolliert weiter. Dies ist insbesondere in China und Myanmar der Fall. Die Hörner werden pulverisiert und in Medikamente verarbeitet. Diese sind in China besonders geschätzt (Zhang, 1987; Rabinowitz, 1999 in IUCN).

Systematik

Systematisch wird der Rote Goral in den Tribus Caprini eingeordnet (Faysal Bibi, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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