Rotes Acouchi

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Rotes Acouchi

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Teilordnung: Hystricognathi
Familie: Pakas (Agoutidae)
Unterfamilie: Eigentliche Agutis (Dasyproctinae)
Gattung: Geschwänzte Agutis (Myoprocta)
Art: Rotes Acouchi
Wissenschaftlicher Name
Myoprocta acouchy
Erxleben, 1777

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Rote Acouchi (Myoprocta acouchy), auch unter dem Synonym Myoprocta exilis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Pakas (Agoutidae) zur Gattung der Geschwänzten Agutis (Myoprocta). Im Englischen wird das Rote Acouchi red acouchi genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Rote Acouchi erreicht eine Körperlänge von etwa 38,6 bis 46,8 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 1,05 bis 1,45 Kilogramm. An den Seiten und an den Beinen zeigt sich eine dunkelfuchs-rote oder orange Färbung. Auf dem Rücken sowie im Bereich der hinteren Region ist eine schwarze oder sehr dunkel-rötliche Färbung zu erkennen. Die Bereiche um Mund, Augen sowie hinter den Ohren sind fast nackt. Die Schnurrhaare sind gut entwickelt und weisen eine schwarze Farbe auf. Des Weiteren hat das Rote Acouchi lange Beine und die Vorderfüsse haben vier Zehen und einen verkümmerten Daumen mit einer Kralle. An den Hinterfüssen befinden sich große längliche Zehen. Diese Zehen haben hufartige Krallen. Auf der Unterseite der Füsse zeigen sich schwarze Sohlen. Die mittlere Rückenpartie und die hintere Region sind in einem glänzenden Schwarz und mit dunkelrotem Fell bedeckt. Das lange, gerade Fell in der Steißgegend ist nicht gestreift, wodurch sich das Rote Acouchi vom nahen Verwandten Myoprocta pratti unterscheidet, das gemeinhin als Grünes Acouchi bekannt ist. Das Rote Acouchi weist einen schlanken, kurzen Schwanz auf und ist im unteren Schwanzbereich und an der Schwanzspitze weiß gefärbt.

Lebensweise

Die überwiegend tag- und dämmerungsaktiven Tiere leben einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen. Sie sind sehr scheu und flüchten selbst bei der geringsten Gefahr. Da Acouchis nicht graben können, leben sie in übernommenen Bauten von Gürteltieren oder Tieren ähnlicher Größe. Gelegentlich wohnen sie auch in hohlen Baumstämmen. Sie durchstreifen Reviere in einer Größe von rund zehn km².

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet befindet sich in Guyana, Surinam, Französisch-Guayana und Brasilien nördlich des Amazonas und östlich des Rio Branco. Isolierte Populationen kommen auch in Kolumbien und am oberen Rio Vaupes vor (Emmons, 1990). Der Lebensraum ist dichtes Unterholz in Auwäldern. Männechen bevorzugen offene Wälder, während Weibchen einen geschlossenen Lebensraum bevorzugen. Nachts legt das Rote Acouchi Nester aus Blättern in einem hohlen Baumstamm an.

Ernährung

Die Nahrung der Acouchis besteht aus Fruchtfleisch und Pflanzen wie Blätter, Knospen und junge Triebe. Sie sind dazu in der Lage, ihre Vorderfüße zur Nahrungsgewinnung einzusetzen. Dazu nehmen sie die Nahrung in sitzender Position zwischen die Füße und führen sie zum Maul. In Zeiten reichhaltiger Nahrung legen sie Vorräte an, die unter Laub und ähnlichem versteckt werden.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt bei den Acouchis mit etwa einem Jahr ein. In den tropischen und subtropischen Verbreitungsgebieten paaren sich die Tiere ganzjährig. Ist ein Weibchen paarungsbereit, so reckt sie ihren Schwanz in die Höhe und beugt ihren Rücken durch. Nach einer Tragezeit von 95 bis 100 Tagen bringt das Weibchen zwischen zwei und vier Jungtiere zur Welt. Schon kurze Zeit nach der Geburt folgt das Jungtier der Mutter. Die Säugezeit beträgt durchschnittlich fünf Monate. In den ersten Lebenswochen ist zu beobachten, dass die Jungtiere auf dem Rücken der Mutter getragen werden. Sie fallen dabei in eine sogenannte Tragestarre. Mit acht bis zehn Monaten verlassen die Jungtiere die Mutter. Acouchis können ein Alter von etwa zehn Jahren erreichen. In Freiheit wird dieses Alter allerdings selten erreicht.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört das Rote Acouchi heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Es ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt das Rote Acouchi selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird es als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge