Rotes Ordensband

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Rotes Ordensband

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Nachtfalter (Noctuoidea)
Familie: Eulenfalter (Noctuidae)
Unterfamilie: Ordensbänder (Catocalinae)
Gattung: Ordensbänder (Catocala)
Art: Rotes Ordensband
Wissenschaftlicher Name
Catocala nupta
(Linnæus, 1758)

Das Rote Ordensband (Catocala nupta) zählt innerhalb der Familie der Eulenfalter (Noctuidae) zur Gattung der Ordensbänder (Catocala). Sein englischer Name lautet Red underwing moth, was „Roter Hinterflügel” bedeutet. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Für das Jahr 2015 wurde das Rote Ordensband vom BUND NRW Naturschutzstiftung in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund zum Schmetterling des Jahres gewählt. Mit der Wahl dieses Falters soll auf die zunehmende Klimaerwärmung aufmerksam gemacht werden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Lebensweise

Dieser große Eulenfalter erreicht eine Flügelspannweite von 65 bis 80 Millimeter. Die Vorderflügel weisen eine dunkelgraue bis bräunlich-graue rindenartige Färbung mit verschwommener Querbänderung auf. Dies dient besonders gut zur Tarnung auf Baumrinden am Tag. Die Hinterflügel sehen im Gegensatz zu den Vorderflügeln sehr auffällig aus und sind rot mit schwarzen Binden, die einmal in der Mitte und einmal am Ende der Flügel auftreten. Vorder- und Hinterflügel sind am Rand gezackt, die Hinterflügel besitzen zudem einen weißen Saum. Der Körper hat die selbe Färbung wie die Vorderflügel und erscheint ein wenig buschig. Die Fühler sind leicht, fast gar nicht gekämmt. Die Beine werden beim Ruhen nach vorne ausgestreckt und sind am Ansatz pelzig und an den Füßen grau-weiß geringelt. Mit geschlossenen Flügeln kann dieser Falter sehr leicht mit dem Blauen Ordensband (Catocala fraxini) oder auch dem deutlich kleineren Gelben Ordensband (Catocala fulminea) verwechselt werden. Das Weidenkarmin (Catocala electa) sieht mit seinen ebenfalls roten Hinterflügeln noch ähnlicher aus.

Lebensweise

Bei Gefahr, kann dieser Falter die Hinterflügel schnell zum Vorschein bringen und den Moment der Überraschung des Angreifers ausnutzen und flüchten. Das Rote Ordensband lässt sich nur sehr selten von künstlichen Lichtquellen anlocken.

Verbreitung

Zwei Raupen auf einem Ast
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Zwei Raupen auf einem Ast

Das Rote Ordensband fliegt in den Monaten Juli bis September und ist in Mitteleuropa das häufigste heimische Ordensband (Catocalinae). Man trifft es am ehesten im Herbst in feuchten Laubwäldern, Parks und Gärten. Das Rote Ordensband fliegt als Eulenfalter meist bei Nacht, bei schwüler Witterung aber auch am Tag umher.

Ernährung

Die Falter saugen in der Nacht sehr gerne an gärenden Säften und Obst, darum kann man sie auch sehr leicht ködern. Die Methode, gärende Säfte, Obst und Bier zusammen zu mischen und an Baumrinden zu schmieren, bringt im Spätsommer meist sehr schöne Exemplare. Die gut getarnten Raupen ernähren sich hauptsächlich in der Nacht und ruhen am Tag meist sehr weit von ihrem Futterplatz entfernt. Sehr beliebt sind die Korbweide (Salix viminalis) und die Zitterpappel (Populus tremula), aber auch an anderen Weiden- und Pappelarten fressen sie.

Fortpflanzung

Im Herbst legen die Ordensbänder ihre Eier an den Baumrinden der jeweiligen Fraßpflanzen ab. Die Eier überwintern und die Raupen schlüpfen erst im nächsten Frühjahr. Die schnell wachsenden Raupen sind sehr gut getarnt, sie sehen wie Baumrinden oder Äste aus. Sie erreichen eine Länge von bis zu 7 Zentimeter, sind hellgrau bis rötlich und besitzen einen gelblichen Höcker auf ihrem achten Segment. Sie sind deutlich abgeflacht und besitzen weiße Fransen rund um ihren Körper. Das Rote Ordensband bringt jährlich nur eine Generation hervor.

Gefährdung und Schutz

Wie viele Schmetterlinge sind auch diese Arten deutlich rückgängig, es gibt sie jedoch noch öfter als andere Ordensbänder. Trotzdem hat die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) das Rote Ordensband zu den besonders geschützen Schmetterlingen gezählt, in der internationalen Roten Liste der IUCN sind sie jedoch noch nicht aufgeführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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