Rotflankenducker

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Rotflankenducker

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ducker (Cephalophinae)
Gattung: Cephalophus
Art: Rotflankenducker
Wissenschaftlicher Name
Cephalophus rufilatus
Gray, 1846

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Rotflankenducker (Cephalophus rufilatus) zählt zur Familie der Hornträger (Bovidae) und gehört zur Gattung Cephalophus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Rotflankenducker erreicht eine Körperlänge von 60 bis 80 Zentimeter sowie ein Gewicht von acht bis vierzehn Kilogramm. Das kurzhaarige Fell ist orangerot bis hellbraun gefärbt. Die Färbung stellt eine Anpassung an den Lebensraum dar. Die Flanken und die Bauchseite sind deutlich heller gefärbt. Dorsal zieht sich ein dunkelbrauner bis fast scharzer Aalstrich über den gesamten Rücken. Die schlanken Extremitäten sind graubraun gefärbt. Adulte Männchen verfügen über kleine Hörner, die sich auf dem Oberkopfbefinden und eine Linie mit dem Nasenrücken bilden. Die Hörner können eine Länge von sieben bis zehn Zentimeter erreichen. Weibchen haben deutlich kleinere Hörner, ihre erreichen lediglich eine Länge von drei bis vier Zentimeter. Zwischen den Augen und der Nasenspitze verfügen Rotflankenducker über Drüsen, die insbesondere zur Markierung des Reviers und des Nachwuchses dient. Die Größe und Lage dieser Drüsen unterscheidet den Rotflankenducker von allen anderen Antilopenarten.

Verhalten

Rotflankenducker sind insbesondere Dämmerungsaktiv. Ihre Hauptaktivität entfalten sie in den frühen Morgen- und Abendstunden. Zu dieser Zeit gehen sie auch auf Nahrungssuche. Die Tiere beanspruchen ein Revier und sind diesen in aller Regel auch treu. Sie leben meist einzelgängerisch und meiden die Gesellschaft von Artgenossen. Allesfalls an Wasserstellen kann man mehrere Rotflankenducker beobachten. Dies unterscheidet sie von anderen Ducker-Arten. Ein Revier wird über Drüsen im Kopfbereich markiert. Die Sinne, insbesondere der Hörsinn, sind außerordentlich hoch entwickelt. Der Verständigung insbesondere zwischen Mutter und Jungtier dienen schrill klingende Lautäußerungen.

Prädatoren, Bejagung

Der Rotflankenducker hat eine Vielzahl von natürlichen Fressfeinden. Dazu gehören insbesondere der Einsiedleradler (Harpyhaliaetus coronatus) und der Leopard (Panthera pardus) aber auch große Würgeschlangen wie der Netzpython (Python reticulatus). Auch wenn der Rotflankenducker aufgrund seines hochentwickelten Gehörs die meisten Feinde frühzeitig wahrnimmt, so fallen doch viele Tiere den Beutegreifern zum Opfer. Dennoch ist der größte Feind des Rotflankenducker der Mensch. Er jagt die Tiere wegen seines Fleisches und der Haut. Auch für Jäger und Sportschützen sind Rotflankenducker ein lohnendes Ziel. Einheimische jagen mit ausgelegten Schlingen, durch die die Rotflankenducker qualvoll sterben.

Bedrohung, Schutz

Insgesamt stellt die Bejagung und die Zerstörung der natürlichen Lehensräume durch Rodung und Brandrodung die größten Bedrohungen für die Tiere da. Noch ist die Art nicht akut gefährdet, aber die Bestände gehen seit Jahren kontinuierlich zurück. In der Roten Liste des IUCN wird der Rotflankenducker als nur gering gefährdet geführt. Arterhaltungsmaßnahmen seitens der Länder in den Verbreitungsgebieten sind bisher nicht in Angriff genommen worden. Diese kommen, wie so oft, meist erst, wenn es für eine Art zu spät ist. Auf Nahrungssuche gehen Rotflankenducker in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Verbreitung

Verbreitungsgebiet
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Verbreitungsgebiet

Die Hauptverbreitungsgebiete des Rotflankenducker erstrecken sich über das westliche und zentrale Afrika. Er lebt sowohl in den licheten Savannenwäldern als auch in Grenzbereichen der tropischen Regenwälder. Sein Lebensraum ist gekennzeichnet durch eine hohe Untervegetation, die hauptsächlich aus Akanthusgewächsen (Acanthaceae) und diversen Lampenputzergräser (Pennisetum) wie zum Beispiel dem Elefantengras besteht. Hier finden die Tiere ausreichend Deckung vor Fressfeinden.

Nahrung

Rotflankenducker ernähren sich hauptsächlich von Blättern, Früchten, Blüten und jungen Trieben. Dazu gehören unter anderem Akipflaumen (Blighia sapida), Feigen (Ficus), Früchte der Dattelpalmen (Phoenix), Umbú (Spondias spec.) und verschiedene Lippenblütengewächse (Lamiaceae).

Fortpflanzung

Bereits mit neun bis zehn Monaten erreichen Rotflankenducker die Geschlechtsreife. Die Paarungszeit erstreckt sich über das ganze Jahr. Die zahlenmäßig meisten Geburten werden allerdings mit einsetzender Regenzeit verzeichnet. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen gelegentlich zu ritualisierten Kommentkämpfen, die in der Regel ohne schwere Verletzungen enden. Dabei fügen sie sich insbesondere Kopfhiebe und Bisse zu. Nach einer Tragezeit von 225 bis 245 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Das Junge wiegt rund 900 bis 1.000 Gramm. Die erste Zeit bleibt das Jungtier in der dichten Vegetation verborgen. Die Mutter kommt zu ihrem Jungtier nur zum Säugen. Est später folgt das Jungtier der Mutter. Aufgrund der vielen Fressfeinde erreichen Rotflankenducker selten ein Alter von fünf bis sieben Jahren. In Gefangenschaft können sie aber durchaus ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

  • Die Unterfamilie der Ducker (Cephalophinae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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