Rotschulter-Rüsselhündchen

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Rotschulter-Rüsselhündchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Rüsselspringer (Macroscelidea)
Familie: Rüsselspringer (Macroscelididae)
Gattung: Rüsselhündchen (Rhynchocyon)
Art: Rotschulter-Rüsselhündchen
Wissenschaftlicher Name
Rhynchocyon petersi
Bocage, 1880

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Das Rotschulter-Rüsselhündchen (Rhynchocyon petersi) zählt innerhalb der Familie der Rüsselspringer (Macroscelididae) zur Gattung der Rüsselhündchen (Rhynchocyon). Im englischen wird das Rotschulter-Rüsselhündchen Black and Rufous Elephant Shrew genannt.

Aufgrund von molekulargenetischer Untersuchungen ergibt sich für viele moderne Genetiker eine Verwandschaft mit den Vertretern der Afrotheria. Zu dieser Überordnung gehören beispielsweise Elefanten (Proboscidea), Röhrenzähner (Tubulidentata), Schliefer (Hyracoidea), Seekühe (Sirenia) und Tenrekartige (Afrosoricida). Dies trifft im übrigen für alle Rüsselspringer (Macroscelididae) zu.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Rotschulter-Rüsselhündchen erreicht eine Körperlänge von 27 bis 30 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 23 bis 25 Zentimeter sowie ein Gewicht von 500 bis 530 Gramm. Die Geschlechter weisen keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Das Fell weist in der Färbung eine Zweiteilung auf. Der Kopf, die Schultern und der vordere Teil des Rückens sind rostrot gefärbt, der hintere Teil des Rückens weist eine schwarze Färbung auf. Der kleine Kopf endet in einer langen und dünnen Schnauze, wie sie für Rüsselspringer typisch ist. Die großen Augen liegen seitlich am Kopf und sind mit einem weißlichen Augenring umgeben. Die kleinen, spitz zulaufenden Ohren sitzen knapp hinter den Augen. Markant ist der lange Schwanz, der augenscheinlich unbehaart ist. Er ist jedoch, wenn auch nur spärlich, behaart. Die filigranen und recht langen Extremitäten enden in jeweils vier Zehen.

Lebensweise

Rotschulter-Rüsselhündchen sind tagaktiv, in der Nacht ruhen sie an geschützter Stelle. Sie gelten als territorial und beanspruchen ein Revier in einer Größe von ein bis zwei Hektar. Obgleich die Tiere in einer monogamen Beziehung leben, gehen sie sich mehr oder weniger aus dem Weg. Sie leben zwar in einem Revier, verteidigen dieses aber jeder für sich. Die Sinne, insbesondere der Sehsinn, sind gut entwickelt. Die Orientierung im Revier, vor allem bei der Nahrungssuche, erfolgt visuell. Die Reviergrenzen werden mit einem Sekret aus Körperdrüsen markiert. Diese Drüse befindet sich im Afterbereich.

Unterarten

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Verbreitung

Rotschulter-Rüsselhündchen sind in Tansania und dem östlichen Kenia endemisch. Hier leben die Tiere im dichten, immergrünen Regenwald. Sie sind sowohl im Tiefland- als auch im Bergregenwald anzutreffen. In Höhenlagen sind sie durchaus in Höhen von über 1000 Metern verbreitet. An der Küste wird auch der Küstenregenwald besiedelt.

Ernährung

Rotschulter-Rüsselhündchen ernähren sich als reine Fleischfresser im wesentlichen von Insekten, Spinnentieren und Würmern aller Art. Hier und da werden aber auch kleinere Wirbeltiere und Vogeleier gefressen. Auf Nahrungssuche gehen Rotschulter-Rüsselhündchen ausschließlich am Tage. Nahrungshabitat ist dabei der Waldboden.

Fortpflanzung

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Das Rotschulter-Rüsselhündchen lebt in einer monogamen Beziehung. Die Ehe hält allerdings selten länger als eine Saison. Die Paarungszeit erstreckt sich in der Regel über die Regenzeit. Geschlechtspartner finden sich über den hoch entwickelten Geruchssinn, mit dem sie die Sexualpheromone aufnehmen und nachgehen. Nach einer Tragezeit von 42 bis 44 Tagen bringt das Weibchen meist ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Die Geburt findet an geschützter Stelle in Felsspalten oder unter Steinen statt. Die Jungtiere kommen sehr weit entwickelt zur Welt und haben bereits geöffnete Augen und ein voll entwickeltes Fell. Bereits nach einigen Stunden können sie sich selbständig fortbewegen. Um den Nachwuchs kümmert sich trotz der monogamen Lebensweise hauptsächlich das Weibchen. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei vier bis fünf Jahren.

Gefährdung und Schutz

Das Rotschulter-Rüsselhündchen gilt heute wie fast alle Rüsselspringer als gefährdet und wird in der Roten Liste der IUCN als solches geführt. Hauptgrund ist die weitreichende Vernichtung der natürlichen Lebensräume, vor allem des tropischen Regenwaldes. Vor allem in Tansania werden seit Jahrzehnten große Waldflächen in Agrar- und Weideland umgewandelt. Auch die Bejagung wegen des Fleisches hat die Art stark unter Druck gesetzt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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