Ruineneidechse

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Ruineneidechse

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Gattung: Mauereidechsen (Podarcis)
Art: Ruineneidechse
Wissenschaftlicher Name
Podarcis sicula
Rafinesque-Schmaltz, 1810

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Ruineneidechse (Podarcis sicula) zählt innerhalb der Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae) zur Gattung der Mauereidechsen (Podarcis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Ruineneidechse erreicht eine Länge von gut 26 cm. Davon entfällt 2/3 der Gesamtlänge auf den Schwanz. Exemplare in südlichen Verbreitungsgebieten werden generell etwa länger als die aus nördlichen Gebieten. Weibchen sind zierlicher gebaut als Männchen. Der vordere Teil des Rückens ist meist gelblich, grünlich bis olivfarben. Der restliche Körper sowie der Schwanz und die Extremitäten sind bräunlich gefärbt. Der Kehlbereich sowie die Bauchseite weisen eine gräuliche Färbung auf. Auf dem Rücken sind schwarze, an den Flanken meist weiß gemusterte Längslinien zu sehen, die zum Schwanz hin auslaufen. Der längliche und spitz zulaufende Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die Ruineneidechse ist tagaktiv. Die kurzen aber kräftigen Beine enden in langen Fingern, die mit kleinen Krallen versehen sind. Man sieht sie tagsüber oft auf Steinen oder Mauern beim ausgiebigen Sonnenbaden.

Verbreitung

Diese Eidechsenart ist in weiten Teilen Italiens, des westlichen Balkan sowie auf den meisten italienischen Inseln wie Elba, Korsika, Sizilien und Sardinien verbreitet. Sie bewohnen eine Vielzahl unterschiedlicher Habitate. Dazu gehören Waldränder, begrünte Zonen, felsige Gelände, Parkanlagen sowie an Flüssen, Seeufern und Teichen. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von rund 1.100 Metern anzutreffen.

Nahrung

Ruineneidechsen ernähren sich vorwiegend von Insekten und deren Larven sowie von anderen Wirbellosen wie Asseln, Spinnen und Tausendfüßer. Hier und da werden auch reife Früchte gefressen.

Fortpflanzung

In den südlichen Verbreitungsgebieten kann es ganzjährig zu Paarungen kommen. In der Paarungszeit kommt es unter den Männchen häufig zu ritualisierten Kämpfen, die oft in Beissereien enden. In den nördlichen Verbreitungsgebieten in der Regel in den Sommermonaten. Das Weibchen der Ruineneidechse legt bis zu neun Eier in eine selbst gegrabene Grube oder unter Steinen. Die Ablagestelle wird hierbei sorgsam ausgewählt, um das Gelege vor Feinden wie Greifvögel und andere Räuber zu schützen. Die Jungeidechsen schlüpfen in der Regel nach 40 bis 50 Tagen. In den südlichen Verbreitungsgebieten kann es zu mehreren Gelegen im Jahr kommen.

Unterarten

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Anhang

Literatur und Quellen

  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Claus-Peter Hutter: Schützt die Reptilien. Das Standardwerk zum Schutz der Schlangen, Eidechsen und anderer Reptilien. Weitbrecht-Verlag in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart und Wien, 1994 ISBN 3522304608
  • Dr. Wolf-Eberhard Engelmann, Jürgen Fritzsche, Dr. sc. Rainer Günther, Dipl.-Biol. Fritz Jürgen Obst: Lurche und Kriechtiere Europas (Beobachten und Bestimmen). Neumann Verlag GmbH, Radebeul, 1993 ISBN 3-7402-0094-4
  • Dr. Josef Blab, Hannelore Vogel: Amphibien und Reptilien erkennen und schützen. Alle mitteleuropäischen Arten. Biologie, Bestand, Schutzmaßnahmen. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich, 1996 ISBN 3-405-14936-3
  • Ralf Blauscheck: Amphibien und Reptilien Deutschlands. Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1985 ISBN 3784203175

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