Rundschwanz-Krötenechse
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| Rundschwanz-Krötenechse | |
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| Systematik | |
| Klasse: | Reptilien (Reptilia) |
| Ordnung: | Nagetiere (Rodentia) |
| Unterordnung: | Schuppenkriechtiere (Squamata) |
| Familie: | Leguane (Iguanidae) |
| Unterfamilie: | Krötenechsen (Phrynosomatinae) |
| Gattung: | Krötenechsen (Phrynosoma) |
| Art: | Rundschwanz-Krötenechse |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Phrynosoma modestum | |
| Girard, 1852 | |
Die Rundschwanz-Krötenechse (Phrynosoma modestum) zählt innerhalb der Familie der Leguane (Iguanidae) zur Gattung der Krötenechsen (Phrynosoma). Im Englischen wird diese Krötenechse Roundtail Horned Lizard genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Die Rundschwanz-Krötenechse erreicht eine Kopf-Schwanz-Länge von 8 bis 10 Zentimeter, eine Körperlänge von 5,3 bis 5,5 Zentimeter sowie eine Gewicht von 3 bis 15 Gramm. Mit diesen Maßen ist die Rundschwanz-Krötenechse die kleinste Art innerhalb der Krötenechsen (Phrynosoma). Der Schwanz der Männchen ist ein wenig länger, Männchen bleiben dennoch ein wenig kleiner als Weibchen. Das Gewicht schwankt je nach Jahreszeit stark, unmittelbar nach dem Winterschlaf weisen die Tiere das niedrigste Gewicht auf. Der Körperbau ist dorsal sehr flach und erscheint trotz der geringen Größe ausgesprochen kräftig. Diesen Eindruck unterstützen auch die kurzen, aber gut entwickelten Extremitäten, die in kleine Krallen enden. Die Färbung der Beschuppung kann je nach Lebensraum und Jahreszeit stark variieren. Dorsal zeigt sich zumeist eine weißliche bis gräuliche, graubraune, gelblichbraune oder rotbraune bis rostbraune Färbung. Der Nackenbereich ist durch große Flecken gekennzeichnet, die sich bei Gefahr oder Erregung dunkel verfärben. Ventral zeigt sich eine weißliche bis hellgraue Färbung. Markantes Merkmal der Rundschwanz-Krötenechse ist die Bedornung, die sich über den gesamten Körper zieht. Am Hinterkopf ragen zwei spitze Dornen heraus, die auch mit dem Skelett verbunden sind. Weitere kleine Dornen zeigen sich oberhalb der Augen. Im Gegensatz zu den anderen Vertretern der Krötenechsen, so verfügt die Rundschwanz-Krötenechse lateral über keine Bedornung. Daher ist sie mit keiner anderen Art zu verwechseln. Der Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab und endet in einer stumpfen Schnauze. Die Augen liegen leicht seitlich am Kopf und ermöglichen ein weites Sichtfeld.Lebensweise
Rundschwanz-Krötenechsen gehören wie alle Krötenechsen zu den tagaktiven Echsenarten. Wenn sie nicht gerade auf Nahrungssuche sind, sieht man sie häufig beim Sonnenbaden. Dies ist bei wechselwarmen (poikilothermen) Reptilien die übliche Vorgehensweise, um vor allem in den frühen Morgenstunden auf Betriebstemperatur zu kommen. Während der Nacht kühlen die Tiere aus und wärmen sich am Vormittag auf. Bei allen poikilothermen Tieren entspricht die Körpertemperatur der Umgebungstemperatur. Wird es der Rundschwanz-Krötenechse zu warm, so gräbt sie sich in lockeren Erdboden ein oder versteckt sich unter Steinen. Der Wärmeregulierung dient auch die Färbung der dorsalen Oberfläche. Während der kalten Jahreszeit hält die Rundschwanz-Krötenechse eine mehrmonatige Winterruhe, die lokal bis zu sechs Monaten andauern kann. Während dieser Zeit reduziert sich der Metabolismus (Stoffwechsel) deutlich und die Echse nimmt weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich. Einzigartig ist das Feindverhalten. Fühlt sich die Rundschwanz-Krötenechse bedroht, so bläst sie sich auf, um größer zu erscheinen. Auf steinigem Untergrund tarnt sich die Rundschwanz-Krötenechse mit einer dunklen Fleckung. Diese Art der Anpassung wird auch Mimicry genannt.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Rundschwanz-Krötenechsen erstreckt sich über die südwestlichen Bundesstaaten der USA und dem nördlichen Mexiko. Das Hauptverbreitungsgebiet in den USA erstreckt sich über Arizona, New Mexico und das westliche Texas. In Mexiko sind die Hauptvorkommen vor allem in der Sonora zu finden. Ausgesprochen trockene Wüsten und Halbwüsten sowie offene Savannen gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Sandiger, lockerer und steiniger Boden wird dabei bevorzugt. In reinen Sandwüsten sind die Tiere nicht anzutreffen.
Ernährung
Die Rundschwanz-Krötenechse ernährt sich überwiegend von Ameisen (Formicoidea) der Gattung Pogonomyrmex. Jedoch werden auch bei Gelegenheit andere, kleine Insekten und Larven verspeist. Die Beutetiere können dabei eine Größe einer Heuschrecke aufweisen. Ein Großteil des Tages geht mit der Nahrungsaufnahme einher. Aufgrund der geringen Größe von Ameisen benötigt die Rundschwanz-Krötenechse eine große Menge dieser Insekten.
Fortpflanzung
Die Geschlechtsreife erreichen Rundschwanz-Krötenechsen mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe, dies ist zumeist ab April der Fall. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen 10 bis 15, selten auch mehr Eier in eine selbst gegrabene Grube. Der Schlupf der Jungtiere erfolgt in Abhängigkeit von der Außentemperatur nach rund 50 bis 60 Tagen. Eine Brutpflege betreiben Rundschwanz-Krötenechsen nicht. In nahrungsreichen Jahren kann es auch zu mehreren Gelegen kommen, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Die Jungtiere häuten sich bis zum Erreichen der adulten Größe alle sechs bis acht Wochen. Beim Schlupf verfügen die Jungtiere lediglich über die zwei Dornen am Hinterkopf. Die restliche Bedornung entwickelt sich im Laufe des ersten Lebensjahres.
Literatur und Quellen
- Bertrand Baur & Richard R. Montanucci: Krötenechsen. Herpeton; Auflage: 1. Aufl. 1998 ISBN 3980289281
- Robert M. Chew: The Food Habits of the sympatric Horned Lizards
