Säulengärtner
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| Säulengärtner | |
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| Systematik | |
| Klasse: | |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neornithes) |
| Teilklasse: | Neoaves |
| Überordnung: | Passerimorphae |
| Ordnung: | Sperlingsvögel (Passeriformes) |
| Unterordnung: | Singvögel (Passeri) |
| Überfamilie: | Menuroidea |
| Familie: | Laubenvögel (Ptilonorhynchidae) |
| Gattung: | Prionodura |
| Art: | Säulengärtner |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Prionodura newtoniana | |
| De Vis, 1883 | |
| IUCN-Status | |
| Least Concern (LC) - IUCN
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Der Säulengärtner (Prionodura newtoniana) zählt innerhalb der Familie der Laubenvögel (Ptilonorhynchidae) zur Gattung Prionodura. Im Englischen wird der Säulengärtner Golden Bowerbird genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Säulengärtner erreicht eine Körperlänge von etwa 22 bis 23 Zentimeter. Zwischen dem Männchen und Weibchen besteht ein deutlicher farblicher Dimorpismus. Das Männchen ist zweifarbig. Die Krone, der Nacken, die Kehle, der Hals, die Brust, der gesamte Bauchbereich sowie die äußeren und inneren Schwanzfedern weisen eine orangegelbe Färbung auf. Die Stirn, die Wangen, der Rücken sowie die mittleren Schwanzfedern sind goldbraun bis dunkelbraun getönt und sind ohne Glanz. Das Gefieder des Säulengärtners weist eine besondere Struktur auf, die es ermöglicht reflektiertes Licht und Spiegelungen zu erzeugen, dabei erscheinen insbesondere der Rücken und die Kehle in ein reines Weiß. Der Säulengärtner erwirbt das volle Gefieder erst in einem Alter von mindestens fünf Jahren. Das Weibchen ist im Gegensatz zum Männchen sehr unterschiedlich gefärbt. Der Rücken des Weibchens weist eine olivgrüne Färbung auf und steht im Kontrast zur aschgrau getönten Unterseite. Beide Geschlechter haben eine goldfarbene Iris und die Beine sind ebenfalls bei beiden dunkelbraun gefärbt. Die jungen Männchen ähneln in ihrem jugendlichen Federkleid dem adulten Weibchen. Der Säulengärtner kann in der Natur unter günstigen Umständen ein Alter von etwa 25 Jahren erreichen.
Lebensweise
Wie alle Männchen der Laubenvögel, so baut auch das Männchen des Säulengärtners Lauben. Die Lauben des Säulengärtners werden immer wieder, sogar über mehrere Generationen verwendet. Bevor sich das Weibchen für ein Männchen entscheidet, prüft sie aufmerksam das Pflanzenmaterial der Laube und das schillernde Beiwerk, das die Laube schmückt. So ist das Männchen ständig mit der Pflege und Ausbesserung der Laube beschäftigt. Aus diesem Grund zögert das Männchen auch nicht, in Abwesenheit eines anderen Laubenbesitzers Pflanzenmaterial und Dekorationselemente zu stehlen. Das Weibchen ist auch sehr anfällig für die Ausführung von Gesängen der Männchen. Vor kurzem hat man entdeckt, dass Säulengärtner, die weniger als 20 Kilometer voneinander entfernt sind, sehr unterschiedliche Gesänge vortragen. Während der Paarungszeit legt das Männchen gegenüber Artgenossen ein aggressives Verhalten an den Tag.Verbreitung
Der Säulengärtner ist in Australien endemisch, wo er in einem dünnen Küstenstreifen im Norden von Queensland, Coocktown bis Paluma vorkommt. Ferner hält er sich auch in den Atherton Tablelands auf. Die Atherton Tablelands sind ein Hochland südwestlich von Cairns und nordwestlich von Innisfail im australischen Bundesstaat Queensland. Der Säulengärtner hält sich überwiegend in den Bergwäldern auf, die in Höhen zwischen 900 und 1.500 Metern liegen. Gelegentlich trifft man den Säulengärtner auch in Höhen von etwa 700 Metern an.
Ernährung
Der Säulengärtner ernährt sich hauptsächlich von Früchten. Gelegentlich kommt es auch vor, dass er Käfer (Coleoptera), Rundkopfzikaden (Cicadomorpha) und Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha) verspeist. Vor allem während der Aufzucht der Küken erbeutet das Weibchen des Säulengärtners Insekten (Insecta).
Fortpflanzung
Das Männchen baut eine Laube, die eine Höhe von etwa 2 Meter bis 2,50 Meter aufweist, was für diese kleine Art eine enorme Größe ist. Obwohl der Begriff Kolonie nicht wirklich angebracht ist, so liegen die Lauben der Männchen ziemlich dicht beieinander. Die Laube weist eine Form von hohen Säulen auf. Diese Bauweise der Laube war wahrscheinlich für die Art namensgebend. Die Laube wird durch zwei Reihen von Zweigen vertikal gepflanzt. Eine Reihe ist in der Regel etwas höher als die andere. Die Zweige werden durch eine Art Kleber, der aus einem kleinen Pilz entnommen wird, zusammengehalten. Ein Stück der Rebe führt die Verbindung zwischen den beiden Reihen und stellt eine Art Bogen über der Laube dar, in der sich das Balzritual und die Paarung stattfinden. Die Dekorationselemente bestehen meistens aus Moosen, Flechten, Farnen, Blumen und Beeren, die die Farbtöne Weiß, Grauweiß oder Hellgrün aufweisen. Das polygame Männchen trägt seine Gesänge vor und vollführt vor der Laube Balztänze, um die Weibchen anzulocken und paart sich mehrmals pro Saison mit den Weibchen. Nach der Paarung baut das Weibchen im dichten Unterholz in der Nähe des Bodens ein Nest. Das schalenförmige Nest wird aus Zweigen, Moosen und Blättern erstellt. Das Gelege besteht aus ein oder zwei Eiern, die eine weiße oder cremefarbene Tönung aufweisen. Nach dem Schlupf werden die Küken nur von dem Weibchen reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt. Das Weibchen übernimmt im Grunde genommen die Aufgaben des Männchens, indem sie Eindringlinge und Prädatoren aus dem Brutrevier verjagt und auch die Küken mit großer Entschlossenheit verteidigt. Das Weibchen kümmert sich auch noch weiterhin für drei Wochen um den Nachwuchs. In dieser Zeit sind die Jungvögel dann so weit selbständig und flügge, dass sie das Nest verlassen. Die jungen Männchen ähneln in ihrem jugendlichen Gefiederkleid sehr stark dem Weibchen und können leicht mit dem Weibchen verwechselt werden. Das juvenile Männchen weist erst im Alter von fünf Jahren seine charakteristische orangegelbe Färbung auf. Die Lebenserwartung des Säulengärtners kann in der Natur unter günstigen Umständen etwa 25 Jahre betragen.Gefährdung und Schutz
Der Säulengärtner gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd von über 20.000 bis 50.000 Quadratkilometern. Die globale Population wurde nicht quantifiziert, aber man vermutet, dass die Art noch häufig anzutreffen ist. (Flegg & Madge, 1995). Der globale Trend der Population ist bisher nicht quantifiziert worden, aber die Population scheint stabil zu sein (S. Garnett in litt. 2000). In der Roten Liste der IUCN wird der Säulengärtner daher als least concern (nicht gefährdet) geführt. In den zum Teil sehr abgelegenen Habitaten ist der Mensch im Wesentlichen noch nicht vorgedrungen. Die Lebensräume sind daher in einem unberührten Zustand und bieten ideale Lebensbedingungen für die Art.
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel:
Vögel (Aves)
Literatur und Quellen
- Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
- Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

