Südliche Eichenschrecke

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Südliche Eichenschrecke

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Geradflügler (Orthoptera)
Unterordnung: Langfühlerschrecken (Ensifera)
Familie: Laubheuschrecken (Tettigoniidae)
Unterfamilie: Eichenschrecken (Meconematinae)
Gattung: Meconema
Art: Südliche Eichenschrecke
Wissenschaftlicher Name
Meconema meridionale
(Costa, 1860)

Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale), auch unter dem Synonym Meconema brevipenne bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae) zur Gattung Meconema. Im Englischen wird die Südliche Eichenschrecke southern oak bush cricket genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 11,0 bis 13,0 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 11,5 bis 17,0 Millimeter erreicht. Die Tiere weisen überwiegend eine grünliche bis grasgrüne Färbung auf. Eine chrakteristische gelbliche bis bräunliche Zeichnung zieht sich über den gesamten Rücken ab. Die beiden Flügelpaare weisen eine leicht grünliche Färbung auf und sind sichtbar transparent. Die Flügel der Südlichen Eichenschrecke sind im Gegensatz zur Gemeinen Eichenschrecke (Meconema thallassinum) bei beiden Geschlechtern nur stummelförmig ausgeprägt. Die Südliche Eichenschrecke ist daher flugunfähig. Die Hinterleibsanhänge des Männchen sind s-förmig und die Spitzen leicht nach außen gekrümmt. Das Weibchen weist einen leicht nach oben gebogenen Legestachel auf. Mit ihm legt sie ihre Eier in die Rinde von Laubbäumen. Die sehr langen Fühler können gut und gerne die Länge des Körpers erreichen und sitzen im Kopfbereich. Als Carnivor verfügt die Südliche Eichenschrecke über kräftige Mundwerkzeuge mit denen sie mühelos Beutetiere zerteilen können. Die Augen liegen weit vorne am Kopf. Die Stridulationsorgane fehlen bei der Südlichen Eichenschrecke.

Lebensweise

Wie alle Langfühlerschrecken, so verfügt auch diese Species über drei Beinpaare. Das hintere Beinpaar hat sich im Laufe der Evolution zu mächtigen Sprungbeinen umgewandelt.
Südliche Eichenschrecke - Weibchen
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Südliche Eichenschrecke - Weibchen
Am vorderen Beinpaar liegen die Tympanalorgane, die sich an den oberen Schienen befinden. Tympanalorgane sind das Hörorgan der Südlichen Eichenschrecke. Sie ist vor allem am Nachmittag und in den Abendstunden aktiv.

Verbreitung

Die Südliche Eichenschrecke ist in Südfrankreich, im südwestlichen Deutschland, in Italien, in der Schweiz, in Österreich und im ehemaligen Jugoslawien weit verbreitet. Die Südliche Eichenschrecke lebt meist in Laubwäldern mit entsprechendem Baumbestand, in großen Gärten und Parks sowie gelegentlich auf Streuobstwiesen. Sie lebt hoch oben im Kronenbereich von Bäumen, dabei bevorzugt die Südliche Eichenschrecke Linden, Roßkastanien und Ahorne. Häufig kommt sie auch in Hecken wie zum Beispiel Hainbuche oder in Rankengewächsen wie zum Beispiel Clematis vor.

Ernährung

Die Südliche Eichenschrecke ernährt sich als Imago und als Larve räuberisch von Insekten (Insecta) und deren Larven. Insbesondere scheinen sie eine Vorliebe für Blattläuse zu haben. Oftmals erbeuten sie die Beutetiere mit einem gezielten Sprung. Getötet wird die Beute mit den kräftigen Mundwerkzeugen. Die Larven stellen meist kleineren Insekten wie Blattläusen nach. Daneben ernähren sich die Tiere in allen Stadien auch von Pflanzlicher Nahrung wie Blätter von Kräutern. Dies aber nur zu einem geringen Anteil.

Fortpflanzung

Südliche Eichenschrecke - Männchen
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Südliche Eichenschrecke - Männchen

Die Südliche Eichenschrecke erreicht die Geschlechtsreife mit rund 18 Monaten. Während der Paarungszeit machen die Männchen durch eine Art Trommeln auf Ästen auf sich aufmerksam. Hat sich ein Weibchen gefunden, so kommt es zur Paarung, die durchaus 30 bis 60 Minuten dauern kann. Nach erfolgreicher Befruchtung legt das Weibchen mit ihrem langen Legestachel zwischen 100 und 200 Eier in eine Legeröhre in die Rinde von Laubbäumen wie Eichen oder an die Gallen von Gallwespen. Die Entwicklung der Eier kann sich über ein oder zwei Jahre hinziehen. Im Frühjahr schlüpfen die Larven, die sich wie die Imagines ernähren. Sie durchlaufen bis zur Reifehäutung sieben Entwicklungsstadien. Im Sommer ist die Entwicklung abgeschlossen und es erfolgt die finale Reifehäutung.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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