Salticus mutabilis

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Salticus mutabilis
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Salticus
Art: Salticus mutabilis
Wissenschaftlicher Name
Salticus mutabilis
Lucas, 1846

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:036021]

Die Spinnenart Salticus mutabilis gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Salticus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Salticus mutabilis erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 8 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. <2>

Das Prosoma des Männchens ist dorsal braun gefärbt. Die Kopfplatte weist eine dunkelbraune Färbung und schwarze Augenumrandungen auf. Die Flanken sind ebenfalls dunkelbraun. Das untere Viertel der Flanken und im Bereich vor und hinter den hinteren Lateralaugen sind dicht weiß beschuppt. Die abfallenden Seiten sind mit vereinzelten weißen Schuppenhärchen besetzt. Das Gesicht ist ebenfalls weiß beschuppt. Die Cheliceren sind hell orangebraun und zeigen gebogene Klauen. Das Sternum weist eine dunkelbraune Tönung mit schwarzem Rand auf. Des Weiteren zeigen sich orangefarbene kleine Flecken und eine helle transluzente Behaarung. Das Labium ist von einer dunkelbraunen Färbung. Die Maxillen weisen eine orangebraune Färbung mit einer weißen Innenkante auf. Das Opisthosoma ist dorsal dunkelbraun und weiß beschuppt. Lateral zeigen sich schräg nach hinten weisende helle Banden, die sich median nicht berühren. Ventral ist das Opisthosoma graubraun und die Spinndüsen sind von einer dunkelbraunen Färbung. Das erste und zweite Beinpaar weisen eine helle orangebraune Tönung mit dunklem Femur und mit einer schwachen dunklen Ringelung an Patella und Tibia auf. Das dritte und vierte Beinpaar sind hellgelb und der Femur ist dunkel getönt. An Patella, Tibia und Metatarsus ist eine Ringelung zu erkennen. Die Pedipalpen weisen eine hell orangebraune Färbung mit einem dunklen Schleier auf. Die Apophyse ist deutlich dunkel gerandet und spitz zulaufend. Eine Bestachelung ist an Femur, Patella, Tibia und Metatarsus vorhanden. <2>

Bei dem Weibchen ist das Prosoma dorsal dunkelbraun gefärbt. Die Kopfplatte und die abfallenden Seiten sind von einer schwarzen Tönung. Das Okulartrapez ist dicht grau-weiß beschuppt. Die Flanken sind im unteren Drittel und im Bereich vor und hinter den hinteren Lateralaugen dicht weiß beschuppt. Der thorakale Bereich ist mit einer weißen kreuzförmigen Schuppenzeichnung versehen, die an den retrolateralen Kanten mit den weißen Flankenrändern verschmelzen. Der obere Flankenbereich ist mit vereinzelten orangebraunen Schuppenhärchen besetzt. Das Gesicht, die Maxillen sowie das Labium weisen wie bei dem Männchen dieselbe Färbung auf. Das Sternum ist dunkel getönt und ist mit weißen Schuppenhärchen bedeckt. Das Opisthosoma ist dorsal dicht weiß-braun beschuppt und ist mit einer weißen Äquotarialbande und mit einer hellgraunen Medianbande versehen, von der sich braungerandete graue Banden keilförmig bis zu den Seiten hin erstrecken. Der Hinterleib ist ventral hellgrau und mit einer weißen Beschuppung besetzt. Die Spinndüsen sind hellbraun gefärbt. Die Epigyne weist seitlich stark sklerotisierte Grubenränder und lateral gelegene Spermagänge auf. Die Beine sind hellbeige und zeigen keine dunkle Zeichnung, jedoch sind sie schwarz-weiß behaart. Der Tarsus ist hellbeige und dorsal weiß beschuppt. Eine Bestachelung ist an Femur, Patella, Tibia und Metatarsus vorhanden. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Salticus mutabilis kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Ägypten, Algerien, Argentinien, Aserbaidschan, Azoren, Bulgarien, Kroatien, Frankreich (Korsika), Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Italien (Sizilien), Libyen, Mazedonien, Madeira, Malta, Marokko, Portugal, Rumänien, Syrien, Türkei und ehemaliges Jugoslawien. Die Spinne hält sich sowohl in Wohnsiedlungen an Hauswänden als auch im Gebüsch am Bach und auf Dünen auf. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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