San-Carlos-Laubfrosch

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San-Carlos-Laubfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Dendropsophus
Art: San-Carlos-Laubfrosch
Wissenschaftlicher Name
Dendropsophus phlebodes
(Stejneger, 1906)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der San-Carlos-Laubfrosch (Dendropsophus phlebodes), auch unter dem Synonym Hyla phlebodes bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung Dendropsophus. Im Englischen wird der San-Carlos-Laubfrosch san carlos tree frog genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 23,6 Millimeter, während das Weibchen eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 28,2 Millimeter erreichen kann. Der Kopf ist so breit wie der Körper und die Oberseites des Kopfes ist flach geformt. Die Schnauze ist kurz und stumpf. Die Augenwinkel sind abgerundet und nicht ausgeprägt. Das Trommelfell ist teilweise an der oberen Kante von einer dünnen supratympanischen Hautfalte verdeckt. Die Vorderarme sind kurz und robust mit einer ausgeprägten axillären Membran. Die Finger sind lang und dünn mit großen Haftscheiben ausgestattet. Die Hinterbeine sind mäßig kurz und robust. Die Füße sind niedrig und flach. Der Mittelfußknochen ist langgestreckt. Die Zehen sind mäßig lang und dünn und etwa mit drei Viertel Schwimmhaut ausgestattet. Die Haftscheiben an den Zehen sind nicht so groß wie an den Fingern. Die Haut ist auf der dorsalen Oberfläche glatt, aber ventral ist die Haut granuliert sowie am Bauch und an den proximalen Flächen der Oberschenkel. Das Männchen weist eine sehr dehnbare gelbe Schallblase auf. Der Rücken ist gelblich-lohfarben und mit schwachen dunklen braunen Flecken besetzt, die meist aus Strichen und Linien bestehen. Eine interorbitale Binde ist vorhanden und eine X-förmige Markierung ist am Schulterblatt zu erkennen. Ferner verläuft ein dünner brauner Streifen von der Schnauze über das Tympanum bis zum Auge. Dieser Streifen erstreckt sich üblicherweise bis zur Achselhöhle, aber bei einigen Individuen fehlt er völlig. Einige Exemplare haben auch eine schmale weiße Linie über dem Augenwinkel, aber nie einen deutlichen weißen Streifen hinter dem Auge. Der Bauch ist weiß, die Flanken sind hellgelb und die Oberschenkel sind gelb gefärbt.

Lebensweise

Die Männchen rufen das ganze Jahr über und bilden große Gruppen zu Beginn der Regenzeit. Sie halten sich überwiegend in überfluteten Wiesen immer in der Nähe von flachen, grasbewachsenen, temporären Teichen auf und rufen von erhöhten Standorten in hochwachsender Vegetation wie Gräser, Schilf oder Segen. Gelegentlich halten sich die Männchen auch auf breitblättrigen hochwachsenden Pflanzen auf. Meist erfolgt die Paarung in der zweiten oder dritten Nach nach einem schweren Regen. Im Gegensatz dazu haben ein wolkenloser Himmel und Vollmond eine signifikante dämpfende Wirkung auf die Paarung.

Verbreitung

Costa Rica
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Costa Rica

Der San-Carlos-Laubfrosch ist entlang der Atlantikküse im nörlichen Teil von Nicaragua bis nach Ost-Panama sowie im nordwestlichen Kolumbien verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich ferner bis Nordwesten von Costa Rica. Er tritt in Höhen von 20 bis 700 Meter über dem Meeresspiegel auf. Der San-Carlos-Laubfrosch lebt vor allem im Tiefland feuchter Wälder und kommt in flachen temporären Teichen mit Grasvegetation vor.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus verschiedenen Arthropoden wie Spinnentiere, Wanzen, Käfer, Schmetterlinge, Fliegen und Ameisen, die aus dem Hinterhalt bei Tag und bei Nacht erbeutet werden.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit rufen die Männchen in der Nacht. Nach erfolgreicher Paarung heftet das Weibchen die Eier in Form kleiner Klumpen unter Wasser an Pflanzen. Nach der Reifung der Eier schlüpfen die Larven. Dies geschieht in der Regel in zwei bis drei Tagen. Kurz nach dem Schlupf ernähren sie sich vom Dottersack ihres Eies. Die Kaulquappen weisen eine Gesamtlänge von etwa 21,0 Millimeter und die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 6,7 Millimeter. Der Körper ist etwas breiter als tief. Die Nasenlöcher sind groß und die Schnauze ist spitz. Die kleinen Augen sind dorsolateral und seitlich gerichtet. Weder Zähne noch Papillen sind in dem kleinen terminalen Mund vorhanden, obwohl sie eine gezackte Schnauze aufweisen. Die Rückenflosse erstreckt sich über den ganzen Körper und ist recht tief, während die Bauchflosse flacher ist. Die Atmung erfolgt über innere Kiemen, dem sognannten Spritzloch (Spiraculum). Gegen Ende der larvalen Entwicklung erfolgt die Ausbildung der Extremitäten. In der Übergangsphase hält sich der Jungfrosch meist noch in der Nähe des Laichgewässers auf, ehe er vollständig das aquatile Leben aufgibt. Während der Anfangsphase lebt der Jungfrosch noch von seinen Reserven, wobei der Schwanz vollständig resorbiert wird. Erst danach geht der Jungfrosch aktiv auf die Jagd und verläßt sein Heimatgewässer. Dabei stellt er seine Ernährungsgewohnheiten vollständig um.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der San-Carlos-Laubfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der San-Carlos-Laubfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Lokal häufig tritt der San-Carlos-Laubfrosch im entsprechenden Lebensraum auf. Zu der größten Bedrohung zählt der Verlust von Lebensraum durch die Zerstörung natürlicher Wälder.

Anhang

Literatur und Quellen

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