Sandflughuhn

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Sandflughuhn

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Flughühner (Pteroclidiformes)
Familie: Flughühner (Pteroclididae)
Gattung: Eigentliche Flughühner (Pterocles)
Art: Sandflughuhn
Wissenschaftlicher Name
Pterocles orientalis
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Sandflughuhn (Pterocles orientalis) zählt innerhalb der Familie der Flughühner (Pteroclididae) zur Gattung der Eigentliche Flughühner (Pterocles).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Sandflughuhn erreicht eine Körperlänge von 32 bis 35 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 68 bis 72 Zentimeter sowie ein Gewicht von 350 bis 450 Gramm. Das Gefieder ist äußerst lebhaft gefärbt und bietet dem Huhn eine vorzügliche Tarnung. Es ist auf dem Rücken und den Flügeln bräunlich gefärbt und weist schwarze Musterungen auf. Die Außenfahnen der Flügel sind hellbraun bis ocker gefärbt. Der Kopf sowie Brust und Bauch sind überwiegend gräulich gefärbt. Der untere Teil des Bauches ist schwarz gefärbt. Am Hals, unterhalb des Schnabels, zeigt sich eine rostrote bis schwarze Markierung. Im Bereich der unteren Brust zeigt sich ein schwarzes schmales Band. Der Schwanz zeigt eine schwarze Grundfärbung. Die Extremitäten und die Zehen sind hellbraun bis grau gefärbt. Gleiches gilt für den Schnabel. Außerhalb der Paarungszeit leben Sandflughühner in größeren Gruppen. Im April sondern sich einzelne Paare ab und bereiten sich auf die Brutzeit vor (Balz, Paarung und Nestbau). Es ist aber durchaus möglich, dass in einem kleinen Areal mehrere Brutpaare zu finden sind. Nichtbrüter, juvenile Hühner und Junggesellen verbleiben auch während der Paarungszeit in ihren Gruppen. Das Sandflughuhn ist ein guter und schneller Flieger. Ähnlich wie bei den Tauben ist im Flug ein leises Pfeifen zu hören, das durch den Flügelschlag verursacht wird.

Unterarten

Verbreitung

Das Sandflughuhn ist im Mittelmeerraum und im westlichen Teil Asiens verbreitet. Die größten Populationen leben auf der Iberischen Halbinsel. Kleinere Populationen leben auch in der Türkei, in Nordafrika, Iran, Irak, Pakistan, im westlichen China und auf Zypern. Das Sandflughuhn ist je nach Verbreitungsgebiet sowohl in ausgesprochen trockenen Steppen als auch gelegentlich in Feuchtgebieten und auf Heideflächen anzutreffen. In der Nähe menschlicher Siedlungen sind sie regelmäßig auf Agrarflächen anzutreffen, wo sie nach Nahrung suchen.

Ernährung

Das Sandflughuhn ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Zur bevorzugten Nahrung gehören Sämereien, frische Gräser und Kräuter, Knospen, junge Triebe und Blüten. Zur besseren Verdauung der stark faserhaltigen Nahrung fressen die Hühner gelegentlich kleine Steinchen, die die Nahrung im Magen zermahlen und so bei der Zersetzung helfen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt zumeist in den frühen Morgen- und Abendstunden. Nicht selten sind sie bei der Nahrungssuche auf landwirtschaftlichen Flächen zu sehen. Bei massenhaftem Auftreten können sie auch größeren Schaden an der Aussaat anrichten.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt in der Regenzeit, im südlichen Europa während des Frühlings, meist in den Monaten März bis August. Während der Balz kommt es bei den Männchen zu filigranen Balztänzen, damit versuchen sie, die Paarungsbereitschaft beim Weibchen zu stimulieren. Die Nester entstehen an geschützter Stelle, meist unter Büschen in einer flachen Erdmulde. Ein Nest weist in der Regel einen Durchmesser von 15 bis 20 Zentimeter auf. Es wird mit weichem Pflanzenmaterial ausgepolstert. Das Gelege besteht für gewöhnlich aus drei, selten aus vier Eiern. Das Weibchen legt die Eier im Abstand von einem Tag. Mit Ablage des letztes Eies beginnt das Bebrüten. Auch das Männchen ist beim Bebrüten behilflich. Die Küken schlüpfen nach 22 bis 24 Tagen. Die Brutdauer richtet sich nach der Umgebungstemperatur und der Witterung. Die Küken gelten als Nestflüchter und folgen kurz nach dem Schlupf den Eltern. Sie ernähren sich von Anfang an selbständig und sind unermütlich damit beschäftigt Sämereien und Körner aufzupicken. Nach drei bis vier Wochen sind die Jungvögel flügge. Ab diesem Zeitpunkt schließen sich die Familien größeren Gruppen an.

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