Sandrasselotter

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Sandrasselotter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Gattung: Sandrasselottern (Echis)
Art: Sandrasselotter
Wissenschaftlicher Name
Echis carinatus
Schneider, 1801

Die Sandrasselotter (Echis carinatus) gehört innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae) zur Gattung der Sandrasselottern (Echis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die maximale Länge dieser Viper beträgt 80 Zentimeter, in der Regel werden aber nur Längen von 60 bis 75 Zentimeter erreicht. Der an der Schnauze abgerundete dreieckige Kopf setzt sich vom Körper deutlich ab. Aufgrund der Nachtaktivität sind die Augen recht groß, die Pupillen sind senkrecht geschlitzt. Ihr untersetzter Körper ist mit stark gekielten Schuppen überzogen, die je nach Verbreitungsgebiet eine unterschiedliche Färbung aufweisen können. Die Schuppen auf dem Kopf sind deutlich kleiner, aber auch dort stark gekielt. Die Färbung reicht von beige über rostbraun bis braun. Der Körper ist mit hellen Flecken und Querbändern überzogen, die schwarz eingefasst sind. Die Bauchseite ist überwiegend cremefarben und leicht mit dunklen Punkten gesprenkelt.

Der Schwanz der Männchen ist länger als bei den Weibchen. Tagsüber halten sich die Tiere unter Steinen, Felsen oder schattigem Gestrüpp auf. Ihre Fortbewegung ist seitenwindend. Sie können erstaunlich schnell zubeißen und machen bei Gefahr auch davon Gebrauch, da sie insgesamt sehr aggressiv und beißfreudig sind. Mit ihren gekielten Flankenschuppen können sie eine Art Rasseln hervorrufen. Dies ist möglich, da die Beschuppung an diesen Stellen stark gekielt ist. Das Gift, ein hochwirksames Hämotoxin, ist auch für den Menschen hoch gefährlich. Unbehandelte Bissunfälle enden nicht selten tödlich. Mit ihren ausgesprochen großen Röhrengiftzähnen pumpt sie das Gift in ihre Beute bzw. in ihr Opfer. Symptome beim Menschen reichen von starken Schmerzen über Durchfall und Erbrechen bis hin zu schwerem Kreislaufversagen. Das Hämotoxin wirkt nicht nur zerstörend auf das Blut, sondern greift auch die Herzmuskulatur an. In den natürlichen Verbreitungsgebieten werden jedes Jahr mehrere Tausend Menschen gebissen; gemessen an der Zahl der Biss- und Todesopfer gehören die Sandrasselottern als Gattung und viele Arten im einzelnen, so wie die Sandrasselotter oder die Pakistanische Sandrasselotter (Echis sockureki), zu den gefährlichsten Schlangen überhaupt.

Unterarten

Verbreitung

Die Sandrasselotter ist weit verbreitet und kommt mit ihren Unterarten in Nordost-Afrika, den nahen und mittler Osten, Indien und Pakistan vor. Sie bevorzugt Wüsten, Halbwüsten und andere aride, steinige Gebiete mit wenig Vegetation. Außerdem ist sie oft in der Nähe menschlicher Siedlungen anzutreffen. In bergigen Habitaten ist sie in Höhen von bis zu 2.000 Metern verbreitet.

Nahrung

Zu ihrer Hauptnahrung der Sandrasselotter gehören Kleinsäugetiere wie Nagetiere (Rodentia). Aber auch Vögel (Aves), kleine Reptilien (Reptilia) und Amphibien (Amphobia) werden gefressen. Ihre Beute tötet die Sandrasselotter mit einem Biss und einhergehender Giftinjektion, danach wird die Beute schlangentypisch mit dem Kopf voran im Ganzen verschlungen.

Fortpflanzung

Die Sandrasselotter ist ovovivipar, also lebendgebährend. Die Eier verbleiben bis zum Schlupf der Jungen im Körper des Weibchens. Die Vorteile liegen hier auf der Hand. Im Körper des Weibchens herrscht eine optimale Temperatur und Feuchtigkeit. Dies ist vor allem in gemäßigten oder relativ kalten Regionen ein Vorteil, da beispielsweise in bergigen Habitaten selbst im Sommer nicht immer ausreichend hohe Temperaturen vorherrschen. Nach einer Trächtigkeit von zwei bis drei Monaten bringt sie bis zu 15 Jungtiere zur Welt, die eine Geburtsgröße von 12 bis 15 Zentimeter aufweisen. Nach rund zehn Tagen häuten sich die Jungtiere zum ersten Mal. Die Schlange hat in Gefangenschaft eine Lebenserwartung von etwa 23 Jahren, das erreichbare Alter in Freiheit dürfte deutlich darunter liegen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9

Links

'Persönliche Werkzeuge