Sauropsida

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Sauropsida
Tyrannosaurus rex

Lebenszeitraum
Mittleres Kambrium bis Kreide
513 Mio. bis 65 Mio. Jahre

Fossilfundorte
  • weltweit
Systematik
Klasse: Sauropsida
Wissenschaftlicher Name
Sauropsida
Goodrich, 1916

Der Begriff Dinosaurier wurde im Jahre 1842 vom englischen Zoologen Richard Owen geprägt. Das Wort Dinosaurier setzt sich aus den zwei griechischen Wörtern „deinos“ (schrecklich) und „sauros“ (Echse) zusammen. Grob übersetzt bedeutet Dinosaurier demnach „schreckliche Echse“ oder „Schreckensechse“. Als Dinosaurier bezeichnet man heute alle als Fossil gefundene Reptilien aus dem Mesozoikum. Neben den Dinosauriern gehören auch Flugsaurier und Plesiosauria zu den Sauropsida.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Dinosaurier lebten über einen Zeitraum von über 150 Millionen Jahren auf der Erde und beherrschten lange Zeit die Fauna. Der Ursprung der Dinosaurier liegt nach einhelliger Meinung im frühen Untertrias, wahrscheinlich im Olenekium oder im Indusium vor rund 235 bis 250 Millionen. Die Ahnen der Dinosaurier waren die sogenannten Archosaurier. Die Archosaurier entwickelten sich aus den Urreptilien zu den Urschildkröten, Meeressauriern und Schuppenechsen. Man geht heute davon aus, dass sich die Archosaurier vor 280 Millionen Jahren entwickelten. Markantes Merkmal der Archosaurier sind die Schädelöffnungen hinter den Augenhöhlen. Dinosaurier wiesen anders als die Archosaurier und Reptilien aufgrund des hohen Stoffwechsels eine mehr oder weniger konstante Körpertemperatur auf und machte sie unempfindlicher gegenüber Klimaschwankungen. Die Entwicklung der Dinosaurier zeigt bereits sehr früh vor 250 Millionen eine Aufteilung in zwei Hauptgruppen.
Skelett eines Triceratops elatus
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Skelett eines Triceratops elatus
Dies sind die Vogelbeckensaurier (Ornithischia) und die Echsenbeckensaurier (Saurischia). Gegen Ende des Obertrias, vor etwa 200 Millionen Jahren, kam es zu einer große Aussterbewelle. Viele Reptilien, säugetierähnliche Reptilien (Therapsiden) und Amphibien starben aus. Man geht heute davon aus, dass die Aussterbewelle aufgrund massiver klimatischer Veränderungen stattfand. Viele Dinosaurier, aber auch Meeressaurier und Flugsaurier, überlebten aufgrund ihres hohen Stoffwechsels diesen Klimawandel. Frei gewordene Lebensräume wurden an Land sehr schnell durch Dinosaurier ersetzt. Die nächsten 155 Millionen Jahre, vom Untertrias, über den Jura bis zum Ende der Kreide beherrschten Dinosaurier alle Lebensräume.

Aussterben

Vor rund 65 Millionen Jahren endete die Herrschaft der Dinosaurier. Ein globales Massensterben löschte den Großteil aller Tierarten aus, darunter auch alle Dinosaurier. Zu den möglichen Ursachen sind vor allem zwei Theorien plausibel. Zum einen könnte dies ein Meteoriteneinschlag und zum anderen gravierende Klimaveränderungen sein. Auch möglich wäre der Ausbruch von einem oder mehreren Supervulkanen. Wahrscheinlich starben Dinosaurier mehr oder weniger gleichzeitig aus, denn in der beginnenden Erdneuzeit wurden nur noch vereinzelte Fossilien gefunden. Nicht nur Dinosaurier starben aus, sondern auch alle Flugsaurier und Plesiosauria sowie zahlreiche andere Tierarten aus der Klasse der Säugetiere (Mammalia). Gegen Ende der Kreidezeit verschlechterte sich das Klima und es setzte eine lang anhaltende Kältewelle ein. Viele Binnenmeere und Seen trockneten aus und der Meeresspiegel sank dramatisch ab. Im Zuge dessen verschwanden auch die Flachmeere. Parallel zeigten sich massive plattentektonische Vorgänge und Vulkane brachen aus. Das Leben vor 65 Millionen Jahren war ausgesprochen ungemütlich. Durch die massiven vulkanischen Aktivitäten wurden große Mengen Staub in die Erdatmosphäre geschleudert. Über Jahre, vielleicht Jahrzehnte erreichte kaum ein Sonnenstrahl die Erdoberfläche. Man kann diese Phase durchaus als Eiszeit bezeichnen, da die durchschnittliche Temperatur dramatisch sank und weite Teile der Erde in einen Eispanzer hüllte. Da verwundert es nicht, dass auch ein Großteil der Flora vom Aussterben betroffen war. Damit bracht vor allem die Nahrungskette zusammen, da vor allem große Pflanzenfresser keine Nahrung mehr fanden. Im folgenden waren auch die großen Fleischfresser betroffen, da diese von den Pflanzenfressern lebten.

Für den Einschlag eines Supermeteoriten spricht eine gefundene Schicht an Iridium, die weltweit nachgewiesen ist. Diese Schicht weist eine 30-fach höhere Konzentration an Iridium auf als in nicht betroffenen Erdschichten. Auf der Erde kommt Iridium im Wesentlichen nur im Erdkern vor. Nachgewiesen ist Iridium jedoch auch in Meteoriten. Ein Meteorit, der eine weltweite Katastrophe auslösen könnte, müsste einen Durchmesser von etwa 10 Kilometer und ein Gewicht von 100 Milliarden Tonnen aufweisen. Der Einschlag eines solch großen Objektes würde rund 10 Trillionen Tonnen an Erdreich in die Atmosphäre schleudern. Ein lang anhaltender nuklearer Winter wäre die Folge. Ein Krater, der auf ein solch großes Objekt hinweist, wurde im Jahre 1991 im Bereich der mittelamerikanischen Halbinsel Yucatán, Mexiko, gefunden. Der Krater hat einen Durchmesser von etwa 180 Kilometer und weist auf einen Meteoriten hin, der einen Durchmesser von mehr als 10 Kilometer haben musste.

Fossilien

Fossiler Schädel eines Tyrannosaurus rex
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Fossiler Schädel eines Tyrannosaurus rex

Als Fossilien (Fossilis) werden versteinerte Hartteile, deren Abgüsse, Steinkerne, aber auch Abdrücke, Fährten, Koprolithen, Magensteine, Gastrolithen und ähnliches bezeichnet. Aus der Kreide oder gar aus dem Trias sind fast ausschließlich in einem mehr oder weniger zerstörtem Zustand gefunden worden. Nicht selten handelt es sich um kleinste Fragmente. Komplette Skelette in ihrem ursprünglichen Zusammenhang sind hingegen sehr selten. Die Ursache der Zerstörung ist in der Regel im anfänglichen Verwesungsprozess zu suchen. Im Zuge der Verwesung der Weichteile kam es zu einer Verformung oder Deformierung des Körpers. Nicht selten sind Fossilien in einem schlechten Zustand, weil nach dem Eintreten des Todes Aasfresser den Kadaver auseinandergerissen hatten. Mit der Zeit wurden die Knochen dann mit Schlamm, Sand oder Gesteinsschichten bedeckt. Minerallösungen im Gestein drangen in die Knochen ein und ließen sie erhärten. Im Laufe von Jahrmillionen versteinerten die Knochen unter hohem Druck förmlich. Einen Aufschluss über die Lebensweise geben mitunter auch Fußspuren und Fährten. Man konnte so nachweisen, dass viele Dinosaurier in Gruppen oder auch in großen Herden lebten. Dies gilt sowohl für Pflanzen- als auch für Fleischfresser. Auch Schwimmeigenschaften von an Land lebenden Sauriern konnten so nachgewiesen werden. Funde von versteinerten Gelegen/Eiern zeigten, dass es sich bei Dinosauriern um eierlegende Reptilien handelte.

Körperbau

Bei den frühen Dinosauriern handelt es sich überwiegend um Zweifüßer. Sie verfügten über kräftige hintere Extremitäten und dürften wahrscheinlich sehr schnell gewesen sein. Man geht heute davon aus, dass beispielsweise der zweibeinige Gallimimus leicht Spitzengeschwindigkeiten von 50 bis 55 km/h erreichen konnte. Die Wirbelsäule fungierte bei dieser und ähnlichen Arten wie ein Stützbalken oberhalb des Beckens, der das Körpergewicht trug. Längs der Wirbelsäule zeigten sich lange Dornfortsätze, die in kräftige Muskelstränge eingebettet waren. Die Muskeln dienten im Wesentlichen der Stützung des Rückens. Auch verknöcherte Sehnen in diesem Bereich zeigten sich bei zahlreichen Arten. Charakteristisch für Zweifüßer war auch ein langer Schwanz, der der Stabilisierung und dm Geichgewicht diente. Bei vierbeinigen Sauriern waren die vorderen und hinteren Extremitäten in etwa gleichlang. Sie waren je nach Art sehr kräftig ausgeprägt und trugen einen mitunter einen massigen Körper und stützten die Wirbelsäule. Die Wirbel der Wirbelsäule waren für gewöhnlich sehr kräftig ausgeprägt. Die meisten Vierbeiner verfügten ebenfalls über einen langen Schwanz. Die Wirbelsäule von Sauropoden wie beispielsweise dem Brachiosaurus wies große Fortsätze auf, die mit kräftigen Bändern verbunden waren. Die Bänder lassen auf eine große Hebelkraft des Körpers schließen. Diese Hebelkraft war notwendig, damit der mehr als 40 Tonnen wiegende Brachiosaurus seinen langen Hals mit anschließendem Kopf überhaupt heben konnte.

Die Haut des Tyrannosaurus rex
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Die Haut des Tyrannosaurus rex

Haut, Körperfärbung

Über die Färbung der Haut kann nur spekuliert werden. Fossile Funde lassen allenfalls Rückschlüsse auf die Struktur der Haut zu. Aber auch hier liegen nur unzureichende fossile Funde vor. Hautabdrücke belegen, das die Haut ein schuppiges Aussehen aufwies. Die Beschuppung war je nach Körperregion unterschiedlich groß. Die Bauchbeschuppung war meist recht klein. Da sich Dinosaurier ähnlich den heutigen Reptilien und Vögeln über den Sehsinn orientierten, geht man davon aus, dass sie Farben erkennen konnten. Daher ist es anzunehmen, dass Dinosaurier nicht selten, vor allem während der Balz, ein farbenprächtiges Schuppenkleid aufwiesen.

Gehirn, Intelligenz

Ursprünglich ging man davon aus, dass Dinosaurier aufgrund ihrer geringen Gehirngröße eher träge und nur wenig intelligent waren. Ein Sauropode wie der Diplodocus hatte trotz seiner gewaltigen Ausmaße nur eine Gehirnhöhle, die eine Länge von sieben Zentimeter aufwies. Zweifellos war es um die Intelligenz eines Diplodocus mit einem faustgroßen Gehirn nicht zum Besten gestellt. Dies trifft im übrigen auf viele pflanzenfressende Dinosaurier zu. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass das Hirnvolumen dem der heutigen Reptilien entspricht. Fleischfresser verfügten meist über ein deutlich größeres Gehirn als Pflanzenfresser. Ähnlich verhielt es sich für Tiere, deren Körper mehr oder weniger ungeschützt war. Ein gut geschützter Pflanzenfresser war beispielsweise Triceratops, der über einen mächtigen Nachenschild verfügte.
Schneller Jäger, der Deinonychus
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Schneller Jäger, der Deinonychus
Unterschiede in der Gehirngröße sind auch zwischen langsamen und schnellen Tieren zu finden. Man kann daher davon ausgehen, dass kleine, sehr bewegliche und im Rudel jagende Fleischfresser über das größte Gehirn verfügten. Hierzu rechnet man unter anderem Deinonychus (siehe links) und den Utahraptor. Dies macht Sinn, da ein Laufen auf zwei Beinen eine hohe Koordinationsfähigkeit voraussetzten. Langsame Pflanzenfresser wie der Panzerkopf (Euoplocephalus tutus) oder die Nebenkammechse (Parasaurolophus walkeri) verfügten demnach über deutlich kleinere Gehirne.

Sehsinn

Die meisten Dinosaurier dürften sich über den Sehsinn orientiert haben. Fossile Funde belegen, dass die Augenhöhlen relativ groß waren. Besonders groß fielen die Augenhöhlen bei fleischfressenden Theropoden aus. Viele Raubsaurier dürften in der Dämmerung oder gar in der Nacht auf Beutefang gegangen sein. Dies setzt von Haus aus einen gut entwickelten Sehsinn voraus. Die Augen waren bei Fleischfressern nach vorne gerichtet (stereoskopisches Sehen). So war ein räumliches Sehen und ein Abschätzen von Entfernung möglich. Bei den Pflanzenfressern saßen die Augen für gewöhnlich seitlich am Schädel, was eine gute Rundumsicht, jedoch kein räumliches Sehen ermöglichte. Ein gutes Sehen war wahrscheinlich auch bei der Partnersuche von Vorteil.

Lautäußerungen

Wie alle Weichteile, so blieben auch die Stimmbänder über Jahrmillionen nicht erhalten. Daher können über die Lautäußerungen nur Vermutungen angestellt werden. Einige Saurier wie der Triceratops verfügten über Nasenknochen mit einem ausgesprochen großen Hohlraum. Zum Atmen waren diese sehr großen Nasenlöcher wahrscheinlich nicht gedacht. Man geht davon aus, dass Triceratops über diesen Resonanzraum lautstarke Töne von sich geben konnte, die wahrscheinlich bei der Balz eine Rolle spielten. Auch Hadrosaurier verfügten über außergewöhnliche Resonanzräume in Form von nach hinten gerichteten hohlen Knochenzapfen.

Atmungs- und Kreislaufsysteme

Große Dinosaurier wie etwa große Sauropoden oder die größeren Raubsaurier verfügten über ein gut entwickeltes Atmungssystem. Dies war aufgrund der schieren Körpergröße schon notwendig, da auch entfernte Körperregionen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden mussten. Wahrscheinlich verfügten insbesondere Raubsaurier über ein Atmungssystem, das den heutigen Vögeln sehr ähnlich war. Die Lunge der Vögel ist weitestgehend unbeweglich und nimmt einströmende Luft über die Trachea und die Parabronchien auf und leitet sie an die zahlreichen Luftsäcke weiter. Bei Dinosauriern ist dies in dieser Form nachgewiesen. Die Kombination von Lunge und Luftsäcke hatte auch die Kühlung des Körpers als nützlichen Nebeneffekt zur Folge.

Dinosaurier gehörten wahrscheinlich zu den Warmblüter (gleichwarm). Dies belegen neueste fossile Funde. Man konnte durch Untersuchungen komplexe, vierkammerige Herzen rekonstruieren wie sie heute bei lebenden Säugetieren und Vögeln vorkommen. Weitestgehend unklar ist jedoch, wie es beispielsweise das rund 1,6 Tonnen schwere Herz eines Barosaurus schaffte, Blut bis in weit entfernten Körperregionen wie den Kopf zu pumpen. Der Energieaufwand wäre zumindest gigantisch gewesen. Man geht bei derartig großen Sauropoden davon aus, dass in den Blutadern der langen Hälse Klappen dafür sorgten, dass das Blut nicht zurückströmte.

Kräftiges Gebiss: Tyrannosaurus rex
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Kräftiges Gebiss: Tyrannosaurus rex

Verdauung

Hinsichtlich der Ernährung kann man Dinosaurier in zwei Gruppen einteilen: die Pflanzenfresser und die Fleischfresser. Alle Fleischfresser zeichnen sich durch ein kräftiges Gebiss aus. Die sichelartigen Reißzähne wiesen in aller Regel eine unterschiedliche Größe auf. Dies ist auf der nebenstehenden Aufnahme eindrucksvoll zu sehen. Pflanzenfresser verfügten hingegen meist über ein schnabelförmiges Gebiss, breite Wangen und Mahlzähne. Die Mahlzähne dienten zum Zerkleinern pflanzlicher Nahrung. Man geht davon aus, dass sowohl bei Fleisch- als auch bei Pflanzenfressern ausgefallene Zähne wieder ersetzt wurden. Dies ist auch bei heutigen Reptilien der Fall. Pflanzenfresser fraßen hin und wieder kleinere Steine (Gastrolithen), die zum Zermalen der Nahrung im Magen dienten.

Klima und Lebensräume im Mesozoikum

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts teilte man die Erde in verschiedene Zeitalter ein. Die Einteilung in die drei Ären Paläozoikum (Erdaltertum), Mesozoikum (Erdmittelalter) und Känozoikum (Erdneuzeit) hat noch heute Bestand. Jedes Äon wid zudem in Perioden unterteilt. Dinosaurier lebten im Wesentlichen im Mesozoikum, an dessen Ende sie ausstarben. Ihren Ursprung haben sie im auslaufenden Paläozoikum. Das Mesozoikum war geprägt von der globale Verschiebung der Kontinente, der sogenannten Kontinentalverschiebung. Während des Mesozoikum waren heutigen Kontinente mehr oder weniger miteinander zu einem Superkontinenten mit dem Namen Pangäa verbunden. Der nördliche Teil dieses Superkontinents wird als Laurasia, der südliche Teil als Gondwana bezeichnet. Im Jura, vor etwa 150 Millionen Jahren, begann das Auseinanderbrechen Pangäas. Aufgrund der in der Erde gefundenen Steinkohle, kann man sowohl in Europa als auch in Nordamerika während des Mesozoikums von einem tropischen Klima ausgehen. Sumpfige Moore waren weit verbreitet und prägten den Lebensraum der Dinosaurier. Die Landmassen der südlichen Erdhalbkugel lagen Jahrmillionen unter einer dicken Eisschicht. Dies zeigt, dass Südamerika, Afrika, Australien und auch Indien im Bereich der heutigen Antarktis lagen. Die restlichen Kontinente lagen auf der Höhe des Äquators. Im Laufe der Zeit drifteten die kontinentalen Platten auf einem zähplastischen Erdmantel auseinander.

Die erste Periode des Mesozoikum ist der Trias. Aus dieser Periode stammen vor allem Gesteinsformationen wie Muschelkalk (mittlerer Mitteltrias), Buntsandstein (Untertrias und unterer Mitteltrias) und Keuper (oberer Mitteltrias und Obertrias). Eine Unterteilung des Trias in diese Einheiten lag nahe. Man bezeichnet diese Einteilung auch als Germanischen Trias. Das Klima war während des Trias ausgesprochen warm. Das Land war vor allem durch weite Ebenen geprägt, da fast alle Gebirge abgetragen waren. Die Ebenen waren durch große Seen und Sumpfgebiete geprägt. Im Mitteltrias sank das Meer deutlich ab und es bildeten sich die charakteristischen Muschelablagerungen. Der Muschelkalk endete und ging in den Keuper über. Der Keuper war vor allem durch ein trockenes und warmes Klima geprägt. In der folgenden Periode des Jura stieg der Meeresspiegel wieder stark an und der Superkontinent Pangäa begann in der Mitte auseinander zu brechen. Das Klima war im Jura feuchtwarm. Dies war selbst in den polaren Zonen der Fall. Es war ein ideales Klima für einen üppigen Pflanzenwuchs. Gegen Ende des Jura zogen sich die Ozeane immer weiter zurück und es bildeten sich weitläufige Verlandungszonen. In der Kreidezeit war das Klima weit weniger beständig als in den beiden Perioden zuvor. Ausgeprägte Warm- und Kaltzeiten wechselten sich ab. Man geht heute davon aus, dass die durchschnittliche Jahrestemperatur gegen Ende der Kreide nur bei etwa 16 Grad Celsius lag. Die Pflanzenwelt war bis zum Ende der Kreide überwiegend von nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae), kurz Nacktsamer, geprägt. Nacktsamer entwickelten sich bereits im Oberperm. Aber schon im Laufe der Kreide setzten such auch die ersten Bedecktsamer (Angiospermen) durch. Nacktsamer waren für eine Vielzahl an Pflanzenfressern die Nahrungsgrundlage. Der Boden war während des Mesozoikum von zahlreichen Farnen, Schachtelhalmen, Feigen, Eukalyptus und ähnlichen Pflanzen bedeckt.

Einteilung in Gruppen

Die Dinosaurier werden in Echsenbeckendinosaurier (Saurischier) und Vogelbeckendinosaurier (Ornithischier) unterteilt. Saurischier werden in Sauropoden (Sauropodomorpha) und Theropoden bzw. Raubtierfußsaurier (Therapoda) unterteilt. Ornithischier können in fünf Gruppen eingeteilt werden. Dies sind Stacheldinosaurier (Stegosaurier), Panzerdinosaurier (Ankylosaurier), Horndinosaurier (Ceratopsier), Dickschädeldinosaurier (Pachycephalosaurier) und Vogelfußdinosaurier (Ornithopoden). Bei den Ornithischier handelte es sich ausschließlich um Pflanzenfresser. Hauptunterscheidungsmerkmal beider Hauptgruppen ist die Struktur der Beckenknochen.

Sauropoden

Sauropoden gehören zu den Echsenfußdinosauriern. Man teilt Sauropoden in Prosauropoden und Sauropoden, wobei Prosauropoden lediglich ein Seitenzweig der Sauropoden darstellen. Prosauropoden waren deutlich kleiner als die zum Teil gigantischen Sauropoden. Die größten Vertreter erreichte eine Gesamtlänge von kaum 10 bis 12 Metern. Zu den bekanntesten Vertretern diese Gruppe gehören unter anderem Anchisaurus, Lufengosaurus, der zierliche Massospondylus, Mekanosaurus, Plateosaurus und Sellosaurus.

Die zweite Untergruppe stellen die Sauropoden dar, zu denen überwiegend große bis sehr große Pflanzenfresser zählen. Die meisten Arten der Sauropoden waren vierfüßig und zeichneten sich meist durch einen langen Hals und Schwanz aus. Ihr Körper war zumeist sehr massig. Markant ist neben einem langen Hals der sehr klein geratene Schädel. Die Wirbelsäule der Sauropoden ist geprägt durch vergrößerte Wirbel, die kräftige Dornfortsätze aufwiesen. Der Riesenwuchs der großen Sauropoden war erst möglich, als entsprechend große Nahrungsmengen zur Verfügung standen. Der üppige Pflanzenwuchs wurde durch eine hohe Konzentration von Kohlendioxyd in der Atmosphäre ermöglicht. Ursprünglich war man der Meinung, dass vor allen die sehr großen Sauropoden überwiegend im Wasser lebten. Gegen diese These spricht jedoch, dass sich die Lungen im Wasser aufgrund des hohen Drucks nicht ausreichend ausdehnen konnten. Wahrscheinlich hielten sie sich allenfalls kurzfristig im Wasser auf, die meiste Zeit lebten sie an Land. Man geht heute davon aus, dass große Sauropoden wahrscheinlich nur zur Nahrungsaufnahme ins Wasser stiegen. Um das zum Teil enorme Gewicht zu reduzieren waren die Knochen innen hohl. Dennoch erreichten einige Arten ein Gewicht von bis zu 80 Tonnen. Getragen wurde der Körper durch stämmige Beine, die an den Füßen in fünf gespreizten Zehen endeten. Große Sauropoden waren die meiste Zeit ihrer aktiven Zeit mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Mit ihren langen Hälsen konnten sie selbst hoch oben in den Bäumen Nahrung erreichen. Zu den natürlichen Fleischfressern gehören vor allem große Raubdinosaurier. Mit einem hohen Gewicht war an Flucht jedoch nicht zu denken. Wehrlos waren Sauropoden dennoch nicht. Viele Arten verfügten über lange und kräftige Schwänze, die als Waffe eingesetzt wurden. Zu den bekanntesten Vertretern der Sauropoden gehören insbesondere Alamosaurus, Apatosaurus, Barosaurus, Brachiosaurus, Diplodocus und der gigantische Pelorosaurus mit bis zu 80 Tonnen Gewicht.

Nach Lacovara (2014) gilt der in 2005 gefundene und erst im Jahre 2014 vollständig rekonstruierte und beschriebene Dreadnoughtus schrani zu den schwersten Landwirbeltieren. Die in der späten Kreide (83 bis 65 Millionen Jahre) lebende Art brachte bei einer Länge von rund 26 m etwa 60 to auf die Waage.

Theropoden

Raubtierfußsaurier (Therapoda) umfassen zahlreiche zweifüßige Fleischfresser und einige wenige zahnlose Allesfresser. Markantes Merkmal aller Arten aus dieser Gruppe sind ein kräftiges Gebiss und krallenbewährte Extremitäten. Ein weiteres Merkmal sind die kräftigen hinteren Extremitäten, mit denen die meisten Arten sehr schnell unterwegs waren. Bei vielen Arten waren die Knochen innen hohl, so dass trotz einer zum Teil immensen Größe ein relativ geringes Gewicht erreicht wurde. Der lange Schwanz diente den Tieren als Balancierorgan.
Skelett eines Deinonychus
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Skelett eines Deinonychus
Zu den Raubtierfußsaurier gehört Archaeopteryx, der aus einer Seitenlinie der Raubtierfußsaurier entsprang. Vor allem die kleinen Raubtierfußsaurier mussten Strategien entwickeln, um sich wirksam vor Auskühlung zu schützen. So entwickelten zahlreiche Arten eine federähnliche oder borstenartige Körperbedeckung. Bei einigen Arten waren die vorderen Extremitäten stark verkürzt, wieder andere entwickelten ausgesprochen lange Arme. Bei den letzteren Arten entwickelte sich sehr schnell aus einem Knochenkiel das Gabelbein. An diesem Gabelbein saßen kräftige Muskeln, die den langen Armen eine hohe Beweglichkeit und Kraft verliehen. Raubtierfußsaurier waren meist reine Fleischfresser, die aktiv Beutetieren nachjagten. Einige dürften sich auch von Aas ernährt haben. Zu den wohl bekanntesten Vertretern der Raubtierfußsaurier gehören Albertosaurus, Allosaurus, Archaeopteryx, Ceratosaurus, Deinonychus, Gallimimus, Gasosaurus, Oviraptor, Spinosaurus, Tarbosaurus, Troodon, Utahraptor, Velociraptor und selbstverständlich der legendäre Tyrannosaurus rex.

Stegosaurier und Ankylosaurier

Stegosaurier sind vierfüßige Vogelbeckendinosaurier. Die vorderen Extremitäten sind bei allen Vertretern dieser Gruppe deutlich kürzer als die hinteren Extremitäten. Bei diesem Längenunterschied fällt die Rückenlinie nach vorne ab. Markantes Erkennungsmerkmal aller Stegosaurier sind die dorsalen, in zwei Reihen verlaufenden Hornplatten. Die Hornplatten verlaufen vom Hals bis zum Schwanzende. Im Bereich des Rückens, insbesondere auf Höhe der Hüften weisen diese Hornplatten die größte Höhe auf.
Ein Ankylosaurier: der Euoplocephalus tutus
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Ein Ankylosaurier: der Euoplocephalus tutus
Im Bereich des Schwanzes liegen die Hornplatten meist in spitze Dornen aus. Sowohl die Hornplatten als auch die Dornen dienten dem Schutz vor Fleischfressern. Dieser Schutz war für die meisten Angreifer sicher kein Hindernis, da die Flanken in der Regel ungeschützt waren. Vielleicht dienten die Platten auch einem anderen Zweck, da sie hohl und von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen waren. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Gruppe gehören vor allem Stegesaurus.

Die vierfüßigen Ankylosaurier waren deutlich besser geschützt. Sie besaßen dorsal und lateral eine massive Panzerung, die meist mit kräftigen Dornen durchsetzt waren. Bei allen Arten war auch der Kopf durch eine Panzerung geschützt. Daher werden Ankylosaurier auch als Panzerdinosaurier bezeichnet. Die Panzerung bestand aus massiven Knochenschilden. Man vermutet, dass die Knochenschilde auch der Thermoregulation dienten, da diese mit Blutgefäßen durchzogen waren. Ähnlich den Stegosaurier waren auch die hinteren Extremitäten der Ankylosaurier etwas länger. Die Füße endeten jeweils in fünf Zehen. Die Zähne waren zumeist ausgesprochen klein, bei einigen Arten fehlen sie sogar vollständig. Die Kiefer wiesen, ähnlich den heutigen Schildkröten, scharfe Kanten auf, mit denen Ankylosaurier problemlos Pflanzenteile abrupfen konnten. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Euoplocephals, Hylaeosaurus, Minmi, Panoplosaurus und Sauropelta.

Ceratopsier und Pachycephalosaurier

Die Ceratopsier, die auch als Horndinosaurier bezeichnet werden, waren über wiegend mittelgroße bis große Dinosaurier, die meist große Nackenschilde oder Kämme und eine unterschiedliche Anzahl an Hörnern aufwiesen. Diese dienten im Wesentlichen der Verteidigung. Darüber hinaus war auch die papageienartige Schnabelform für alle Arten charakteristisch. Die Backenzähne waren scherenartig angeordnet.
Ein Ceratopsier: die Papageienechse (Psittacosaurus mongoliensis)
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Ein Ceratopsier: die Papageienechse (Psittacosaurus mongoliensis)
Dadurch glitten die unteren Backenzähne zwischen die oberen. Der Körperbau war kräftig und meist gedrungen. Knochenwülste im Stirnbereich schützten vor allem die Bullen bei den Rivalenkämpfen. Die Hörner dienten dabei als durchaus gefährliche Waffe sowie der Verteidigung gegenüber Fleischfressern. Die bekannteste Art der Ceratopsier ist zweifelsohne Triceratops und die Papageienechse Psittacosaurus. Triceratops war einer der größten Vertreter dieser Gruppe. Markant waren seine beiden sehr langen Hörner im Stirnbereich und ein drittes, deutlich kürzeres auf der Schnauzenspitze. Alleine der Schädel wies eine Länge von gut 250 Zentimetern auf. Der mächtige Nackenschild, der an den Kanten mit spitzen Dornen versehen war, diente zum einem dem Schutz, zum anderen der Thermoregulation.

Pachycephalosaurier, die als Kugelköpfe bezeichnet werden, zeichneten sich durch stark vergrößerte und dickknochige Schädel aus. Ihr Schädel diente bei Rivalenkämpfen als Ramme und dürften auch bei der Verteidigung eine große Rolle gespielt haben. Bei einigen Arten wies die Knochenschicht eine Stärke von bis zu 25 Zentimetern auf. Pachycephalosaurier werden für gewöhnlich in kugelköpfige Pachycephalosaurier und in flachköpfige Homalocephaliden eingeteilt. Bei den Homalocephaliden war die Schädeldecke nicht gewölbt, sonder flach ausgeprägt. Bekannte Vertreter der Pachycephalosaurier sind Pachycephalosaurus, Stegoceras und Wannanosaurus.

Ornithopoden

Ein Ornithopode: der Edmontosaurus annectens
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Ein Ornithopode: der Edmontosaurus annectens

Ornithopoden, oder auch Vogelfußsaurier, waren Pflanzenfresser in allen Größen. Es traten sowohl Zwei- als auch Vierfüßer auf. Die größten Arten erreichten leicht eine Gesamtlänge von bis zu 15 Metern, die kleinsten Arten wiesen lediglich eine Länge von weniger als einem Meter auf. Das Gebiss verfügte im hinteren Teil der Kiefer über blattartige Zähne. Bei den frühen Arten zeigten sich Zähne auch im Oberkiefer. Spätere Arten verfügten über keine Schneidezähne mehr. Anstelle dessen besaßen sie einen hornartigen Schnabel. Bei den Zweibeinern zeigten sich an den vorderen Extremitäten fünf Finger, die hinteren Extremitäten wiesen je nach Art drei bis vier Zehen auf. Die Vertreter der Hadrosaurier zeichneten sich durch einen entenartigen Schnabel auf. Er war zumeist breit und ausgesprochen flach. Bekannte Arten waren insbesondere Edmontosaurus, Hadrosaurus, Iguanodon, Maiasaura, Parasaurolophus.

Flugsaurier

Vor rund 250 Millionen Jahren, im Zeitalter des Perm, ging die Evolution bei den Dinosauriern neue Wege. Es entstanden die ersten mehr oder weniger gleit- und später auch flugfähigen Dinosaurier. Freilich waren die ersten Arten nur in der Lage von einem erhöhten Punkt aus über kurze Strecken zu gleiten. Dazu bildeten sich im Laufe der Evolution immer größere Flugmembranen aus.
Ein Kurzschwanzflugsaurier: der Quetzalcoatlus northropi
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Ein Kurzschwanzflugsaurier: der Quetzalcoatlus northropi
Die ersten Gleiter verfügten lateral über verlängerte Rippen, zwischen denen eine Flughaut gespannt war. Erst deutlich später, im Zeitalter des Trias, kamen die ersten echten Flugsaurier auf. Sie entwickelten den Gleitflug zu einem echten (aktiven) Flug weiter. Um Kraft zu sparen nutzen sie bei günstigen Winden vor allem die Aufwinde für lange Gleitflüge. Flugsaurier teilt man in zwei Gruppen ein. Dies sind zum einen die Langschwarzflugsaurier (Rhamphorhynchoidea) und zum anderen die Kurzschwanzflugsaurier (Pterodactyloidea). Langschwarzflugsaurier traten vor allem im Jura auf und zeichneten sich durch einen langen Wirbelschwanz aus. Die Kurzschwanzflugsaurier tauchten erst gegen Ende des Jura auf und wiesen nur einen rudimentären Wirbelschwanz auf. Den Kurzschwanzflugsaurier fehlte die Bezahnung, bei den Langschwarzflugsaurier waren alle Arten bezahnt. Die größten Arten entwickelten sich gegen Ende des Jura. Sie hatten eine Flügelspannweite von bis zu 10 Metern. Die Flugmembran bildete sich bei allen Arten aus den vorderen Extremitäten. Die Finger waren, ähnlich den Fledermäusen, stark verlängert und bildeten so die Flügel. Die Knochen waren hohl, was insgesamt das Gewicht der Tiere deutlich senkte. In den hohlen Knochen verfügten die Tiere über Luftsäcke, die von der Lunge aus mit Luft versorgt wurden. Auf dem Boden, insbesondere bei der Nahrungsaufnahme, bewegten sich Flugsaurier mehr oder weniger unbeholfen, da ihre langen Arme ständig im Weg waren. Vor allem die letzten Arten waren ausgezeichnete Flieger, die wahrscheinlich Fluggeschwindigkeiten von über 50 km/h erreichen konnten. Zu den bekanntesten Arten gehörten beispielsweise Quetzalcoatlus, Pteranodon und Pterodactylus.
Ein Raubtierfußsaurier: Compsognathus longipes
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Ein Raubtierfußsaurier: Compsognathus longipes
Ein Ornithopode: Parasaurolophus walkeri
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Ein Ornithopode: Parasaurolophus walkeri

Systematik der Klasse Sauropsida

Klasse Sauropsida

Unterklasse: Anapsida
Überordnung Cotylosauria
Ordnung Captorhinida
Unterklasse: Diapside Reptilien (Diapsida)
Teiklasse: Lepidosauromorpha
Teiklasse: Archosauromorpha
Teiklasse: Ichthyosauria
Unterklasse: Euryapsida
Ordnung: Proganosauria
Unterklasse: Synapsida
Ordnung: Pelycosauria

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Helmut Werner: 1000 Dinosaurier. Naumann & Göbel, 2007 ISBN 3625115190
  • Hazel Richardson: Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit. Aussehen, Merkmale, Biologie. Verlag: Blv Buchverlag; Auflage: 1 (2004) ISBN 3405167655
  • Prof. Dr. G. Tichy et al.:Die Urzeit in Deutschland. Von der Entstehung des Lebens bis zum Neandertaler. Naturbuch Verlag, 1995 ISBN 3894401923
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