Schaumheuschrecke

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Schaumheuschrecke

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Geradflügler (Orthoptera)
Unterordnung: Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
Familie: Kegelkopfschrecken (Pyrgomorphidae)
Gattung: Dictyophorus
Art: Schaumheuschrecke
Wissenschaftlicher Name
Dictyophorus spumans
(Thunberg, 1787)

Die Schaumheuschrecke (Dictyophorus spumans), auch unter den Synonymen Gryllus spumans, Petasia spumans und Tapesia spumans bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kegelkopfschrecken (Pyrgomorphidae) zur Gattung Dictyophorus. Im Englischen wird die Schaumheuschrecke koppie foam grasshopper oder rooibaadjie genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schaumheuschrecke erreicht eine Körperlänge von etwa 64,0 bis 80,0 Millimeter. Der Kopf des Männchens ist konisch und die Stirn ist etwas gerunzelt. Über dem Mund zeigt sich eine schwarze Färbung. Vorn zeigen sich zwei Kiele, die in Richtung Mund divergieren. Die Augen sind schräg und elliptisch geformt. Die Antennen weisen eine schwarze Färbung auf, sie sind flach, fast fadenförmig und etwas kürzer als der Rücken des Prothorax. Der Prothorax ist grob höckerung und schuppig und weist zwei Querlinien auf.
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Schaumheuschrecke
Die Vorderbeine sind leicht abgerundet, während die Hinterbeine mehr abgerundet sind. Das Abdomen ist leicht gekielt und am hinteren Rand der einzelnen Segmente zeigt sich ein rotes Band. Die vier vorderen Tibiae sind mit winzigen Stacheln auf jeder Seite gegen die Spitze ausgestattet. Die hinteren Tibiae sind mit zwei Reihen von kurzen dicken Stacheln versehen. Die Hinterflügel sind vollständig zurückgebildet und damit ist die Schaumheuschrecke flugunfähig. Im Allgemeinen weisen der Körper und die Beine eine rote und schwarze Färbung auf. Der Bauch ist schwarz und weiß gebändert. Die Tegmina (Deckflügel) sind recht kurz geraten und weisen eine rötliche Färbung auf.

Lebensweise

Die Schaumheuschrecke besitzt die Fähigkeit einen toxisch gelblichen Schaum zur Abschreckung von natürlichen Feinden zu bilden, daher leitet sich auch die Bezeichnung Schaumheuschrecke ab. Aufgrund der Nahrungsaufnahme von Wolfsmilch (Euphorbia) ist die Schaumheuschrecke giftig. Die auffallend leuchtende Färbung der Schaumheuschrecke dient ebenfalls zur Abschreckung von natürlichen Feinden.

Verbreitung

Die Schaumheuschrecke ist in Afrika, Süd-Afrika und in der Cape Province verbreitet. Sie bevorzugt offene, oft steinige Gebiete mit niedriger Vegetation. Ferner trifft man die Schaumheuschrecke auf Berggipfeln an.

Ernährung

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Schaumheuschrecke

Die Schaumheuschrecke besucht Pflanzen, die Herzglykoside (Cardiac glycoside) enthalten. Pflanzen, die Herzglykoside enthalten sind zum Beispiel: Fingerhüte (Digitalis), Meerzwiebel (Urginea maritima), Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), Myrobalanenbaum (Terminalia arjuna), Hundsgiftgewächse (Apocynaceae), Strophanthus-Arten, Acokanthera (Acokanthera oblongifolia), Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Oleander (Nerium oleander). Vor allem ernährt sich die Schaumheuschrecke von Wolfsmilch (Euphorbia). Wenn die Schaumheuschrecke angegriffen wird, bildet sich hinter dem Kopf ein toxisch gelblicher Schaum.

Fortpflanzung

Schaumheuschrecken erreichen die Geschlechtsreife nach rund vier bis fünf Wochen. Männchen gehen aktiv auf die Suche nach einem Weibchen. Ist ein Weibchen paarungsbereit, so kommt es im folgenden zur Paarung. Das Weibchen legt über ihren Hinterleib Eipakete in den Erdboden. Die Eier sind von ovaler Form und weisen eine Abmessung von acht mal drei Millimeter auf. Die Eipakete umfassen zwischen 50 und 150 Eier. Nach etwa 20 bis 25 Tagen schlüpfen die Jungtiere, die eine Schlupflänge von bis zu zehn Millimeter aufweisen. Die Jungtiere häuten sich insgesamt vier bis fünf mal, wobei es bei weiblichen Tieren zu fünf Häutungen kommt. Nach der letzten Häutung sind die Buntschrecken ausgewachsen und geschlechtsreif. Die Lebensdauer der adulten Tiere beträgt rund zehn Wochen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
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