Schlankmanguste

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Schlankmanguste

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Mangusten (Herpestidae)
Unterfamilie: Afroasiatische Mangusten (Herpestinae)
Gattung: Galerella
Species: Schlankmanguste
Wissenschaftlicher Name
Galerella sanguinea
Rüppell, 1836

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Schlankmanguste (Galerella sanguinea) zählt innerhalb der Familie der Mangusten (Herpestidae) zur Gattung Galerella.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schlankmanguste erreicht eine Körperlänge von 28 bis 40 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 25 bis 33 Zentimeter sowie ein Gewicht von 350 bis 850 Gramm. Das Fell weist eine gelblichbraune, graubraune, rotbraune oder gräuliche Färbung auf. Die Fellfärbung kann je nach Unterart und Verbreitungsgebiet stark variieren. Ventral ist das Fell deutlich heller, meist weist es eine weißliche bis cremefarbene Färbung auf. Die Fellfärbung dient im allgemeinen der Tarnung. Der Körper ist ausgesprochen schlank gebaut und wird wie bei allen Mangusten von kurzen Beinen getragen. Die Füße enden jeweils in fünf Zehen, die mit kleinen Krallen versehen sind. Der Kopf ist schlank, spitz zulaufend und setzt sich nur wenig vom Hals ab. Das kräftige Gebiss besteht aus 38 Zähnen.

Lebensweise

Die tagaktiven Schlankmangusten bewohnen eine Reihe von Lebensräumen. Da sie durchaus auch lichte Wälder und deren Ränder besiedeln, verwundert es nicht, dass die Tiere ausgezeichnete Kletterer sind. Deutlich stärker als andere Mangusten haben sie sich an diesen Lebensraum angepasst. In den Bäumen gehen sie zumeist auf die Jagd nach Vögeln, deren Brut und Eier. Berichten zufolge bewegen sich Schlankmangusten ähnlich geschickt in den Bäumen wie ein Hörnchen. Sie können Baumstämme selbst kopfüber herunterklettern. Während der Nacht ruhen Schlankmangusten in der Regel. Nur selten jagen sie auch in der Nacht, jedoch nur bei ausreichendem Licht, beispielsweise bei Mondschein. In den Ruhephasen am Tage und in der Nacht halten sich die Tiere in Höhlen, in Felsspalten, Baumhöhlen oder an ähnlich geschützten Plätzen auf. Schlankmangusten sind ausgesprochen einzelgängerisch, nur selten sind sie paarweise anzutreffen. Dabei handelt es sich dann meist um die Paarungszeit, oder es handelt sich um eine Mutter und ihrem Nachwuchs. Schlankmangusten sind im Grunde nur wenig territorial, sie gehen Artgenossen jedoch aus dem Weg. Die Streifreviere weisen in der Regel eine Größe von einem oder zwei Quadratkilometer auf. Die Größe des Reviers richtet sich hauptsächlich nach dem Nahrungsangebot. Die Kommunikation untereinander erfolgt über chemische Signale. Dies ist vor allem während der Paarungszeit der Fall.

Unterarten (Auswahl)

Verbreitung

Die Schlankmangusten kommen mit zahlreichen Unterarten in weiten Teilen Afrikas vor. Sie sind in Afrika südlich der Sahara fast in allen Regionen anzutreffen. Nicht besiedelt wird tropischer Regenwald sowie Wüsten wie die Sahara oder die Namib. So groß wie ihr Verbreitungsgebiet, so vielfältig ist der Lebensraum, den sie bewohnen. Man findet Schlankmangusten in Halbwüsten, Baum- und Strauchsavannen, Gras- und Buschland, an den Rändern lichter Wälder und sogar in Höhenlagen von Mittelgebirgen. Halbaride bis aride Habitate werden eindeutig bevorzugt.

Prädatoren

Auch wenn Schlankmangusten weit oben in der Nahrungskette angesiedelt sind, so haben auch sie einige Feinde. Dazu gehören insbesondere Greifvögel (Falconiformes). Ähnlich wie Erdmännchen, so stehen Schlankmangusten während ihrer Ruhephasen auf den Hinterbeinen und halten Ausschau nach Feinden. Bei Gefahr flüchten sie in dichte Vegetation und verhalten sich still. Erst im allerletzten Moment ergreifen sie die Flucht. Drohgebärden drücken sich zumeist in fauchende Laute und im Aufstellen des Nackenfelles aus. Der eine oder andere kleinere Fleischfresser lässt sich davon imponieren und tritt den Rückzug an.

Ernährung

Schlankmangusten ernähren sich überwiegend von Insekten und anderen wirbellosen Tieren bis hin zu Skorpionen. Sie gelten jedoch als opportunistische Allesfresser, die alles zu sich nehmen, was sich erbeuten lässt. Hin und wieder fallen ihnen aber kleinere Wirbeltiere zum Opfer. Hier machen Schlankmangusten kaum einen Unterschied zwischen Reptilien, Vögeln oder kleinen Säugern. Auch Aas wird nicht verschmäht. Eher selten fressen sie auch Früchte. Der Anteil pflanzlicher Nahrung in Freiheit ist jedoch nicht zweifelsfrei bekannt. Ähnlich wie bei anderen Mangusten, so sind Schlankmangusten ebenfalls dazu in der Lage, Giftschlangen zu überwältigen und zu fressen.

Fortpflanzung

Die Schlankmanguste erreicht die Geschlechtsreife mit etwa 18 bis 24 Monaten. Außerhalb der Paarungszeit leben Schlankmangusten überwiegend einzelgängerisch, selten auch paarweise. Die Paarungszeit erstreckt sich je nach Verbreitungsgebiet und Unterart von September bis in den April hinein. Während der Paarungszeit kommt es zur Paarbildung, die jedoch kurz nach der Kopulation getrennt wird. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Die Reviere der Geschlechter überschneiden sich. Da das Revier eines Männchens deutlich größer ist, überschneidet sich das Revier eines Männchen mit denen mehrerer Weibchen. Das Männchen hat also die Qual der Wahl. Die Paarfindung erfolgt über chemische Reize, die vom Weibchen ausgehen und vom Männchen aufgenommen werden. Nach einer kurzen Balz kommt es zur Kopulation. Die Tragezeit erstreckt sich über rund 65 bis 70 Tage und ist von der Unterart abhängig. Das Weibchen bringt in der Regel zwei Jungtiere an geschützter Stelle zur Welt. Die Säugezeit erstreckt sich über etwa zwei Monate, kurze Zeit später ist der Nachwuchs selbständig. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei acht bis zehn Jahren.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Schlankmangusten weisen von allen Mangusten das größte Verbreitungsgebiet auf. In den meisten Regionen sind sie heute auch noch häufig anzutreffen. Nur lokal sind sie bereits selten geworden. Die Hauptgründe liegen zum einen in der Vernichtung der natürlichen Lebensräume sowie in der teils starken Bejagung. Schlankmangusten gelten als Überträger der Tollwut. Daher sind sie in der Nähe des Menschen nicht gerne gesehen. Doch genau hierher fühlen sie die Tiere regional hingezogen, denn weit oben auf der Speisekarte steht auch das Geflügel und Kleingetier der Bauern und Viehwirte. Auf der anderen Seite sind Schlankmangusten durchaus nützliche Tiere, da sie die Populationen an Schadinsekten regulieren helfen. In der Roten Liste der IUCN wird die Art an sich als nicht gefährdet geführt. Lokal sind einige Unterarten aber sehr wohl gefährdet.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Mangusten (Herpestidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

'Persönliche Werkzeuge