Schlanknatter

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Schlanknatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Colubrinae
Gattung: Zornnattern (Coluber)
Art: Schlanknatter
Wissenschaftlicher Name
Coluber najadum
Eichwald, 1831

Verbreitungsgebiet
Verbreitungsgebiet

Die ungiftige Schlanknatter (Coluber najadum) zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Zornnattern (Coluber). Im Englischen wird sie Dahl´s Whip Snake und im Französischen Serpent foet genannt. Erstmals beschrieben wurde sie im Jahre 1831 von Prof. Karl Eduard Eichwald. Eine Verwechslungsgefahr besteht mit der Rötlichen Zornnatter (Coluber rubriceps).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

In der Regel erreicht die Schlanknatter in der gesamten Länge um einen Meter. Dabei liegt die maximale Gesamtlänge bei 140 Zentimeter. Sie ist sehr schlank und grazil wirkend, der Schwanz ist sehr lang und dünn. Der längliche und schmale Kopf ist deutlich von dem noch dünneren Hals abgesetzt. Die auffallend großen Augen sind rötlich bis orange gefärbt, die schwarze Pupille ist rund. Die Körperschuppen der Natter sind glatt, also nicht gekielt. Um die Körpermitte liegen 19 Rückenschuppenreihen. Die Schlange hat je Seite ein Voraugenschild (Praeoculare) und ein Unteraugenschild (Suboculare), sowie 7 bis 9 Oberlippenschilder (Supralabialia).

Die Grundfarbe reicht auf dem Kopf und in der vorderen Halsregion von rötlich und grau, über graugrün bis olivgrau. Nach hinten zu wechselt die Grundfärbung eher ins rot- bis gelbbraune. Am Hals liegen beiderseits je eine Reihe dunkler und weiß umrandeter Augenflecken. Nach hinten zu werden diese kleiner. Das erste, direkt hinter dem Kopf liegende Paar Augenflecken kann sich zu einem, oberseits sehr schmalen Band zusammensetzen. Am Kopf ziehen sich jeweils links und rechts eine dunkle Binde zwischen der hellen Färbung der Körperunterseite und der Grundfärbung der Oberseite vom Nasenloch, über das Auge bis zum Mundwinkel. Der Bauch ist heller, zumeist weiß oder gelblich.

Lebensweise, Verhalten

Die Schlanknatter ist eine am Tage aktive Bodenbewohnerin, welche aber sehr gern auch in Büschen und Bäumen mit geringer Höhe klettert. Sie ist sehr schnell und scheu und sucht ihr Heil in der Flucht. Man bekommt sie nur sehr selten zu Gesicht, weil sie sich bereits in das Gebüsch oder in ein anderes Versteck zurückzieht, wenn sie nur die Vibration durch die Schritte spürt. In die Enge getrieben oder wenn man sie ergreift, legt sie ein sehr aggressives Verhalten an den Tag und beißt mit aller Kraft und Heftigkeit zu.

Über die kalte Jahreszeit hält die Schlanknatter fünf bis sechs Monate Winterruhe.

Verbreitung, Gefährdung

Die Schlanknatter ist besonders in Jugoslawien, in Griechenland, im südlichen Bulgarien, im Transkaukasus, sowie bis ins südwestliche Vorderasien verbreitet. In Jugoslawien ist sie besonders häufig in den Küstengebieten und in Istrien anzutreffen. Im jeweiligen Verbreitungsgebiet besiedelt sie die verschiedensten Lebensräume. Zumeist sind diese relativ trocken. Sie kommt sowohl im Flachland, als auch bis in über 2.000 Meter Höhe vor. Besonders gern lebt sie in Flußtälern, an Hängen mit Buschwerk und Gräsern, in verwilderten Gärten, in lichten Wäldern und auf Waldlichtungen, in Weinbergen, auf, an und in Ruinen, auf Viehweiden mit Büschen und niedrigen Bäumen, an Dämmen und an ruhigen Wegrändern. Wichtige Bestandteile als Verstecke des Habitats dieser Natter sind Steinhaufen, alte Mauern, Gestrüpp und Büsche oder leere Schuppen.

Die Schlanknatter ist weder bedroht, noch steht sie unter Schutz. Zu den natürlichen Feinden von ihr zählen besonder Greifvögel (Falconiformes), Marder (Mustelidae), Hunde (Canidae) und Katzen (Felidae).

Schlanknatter
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Schlanknatter

Unterarten

Ernährung

Adulte Schlanknattern ernähren sich hauptsächlich von kleinen Echsen (Lacertilia) und in schlechteren Zeiten auch von kleinen Säugetieren (Mammalia) wie der Feldmaus (Microtus arvalis) oder von kleinen Vögeln (Aves). Die Beute wird, nachdem die Schlange sie erspäht hat, aktiv und mit rasanter Geschwindigkeit gejagt. Hat sie die Beute gefangen, wird sie erdrosselt und anschließend schlangentypisch in einem Stück verschlungen.

Fortpflanzung

Einige Zeit nach der Paarung legt die Schlanknatter drei bis fünf, langgestreckte Eier an einem feuchten Ort, zum Beispiel in einen Erdgang oder unter einem Steinhaufen ab. Die jungen Schlangen schlüpfen zwischen Ende August und September und ernähren sich zunächst von kleinen Echsen und Heuschrecken.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ulrich Gruber: Die Schlangen Europas und rund ums Mittelmeer, Franckh Kosmos Verlag, ISBN 3-440-05753-4
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