Schrecklicher Blattsteiger

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Schrecklicher Blattsteiger

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
Gattung: Blattsteiger (Phyllobates)
Art: Schrecklicher Blattsteiger
Wissenschaftlicher Name
Phyllobates terribilis
Myers, Daly & Malkin, 1978

IUCN-Status
Endangered (EN) - [1]

Der Schreckliche Blattsteiger (Phyllobates terribilis), der auch Goldener Blattsteiger und Schrecklicher Pfeilgiftfrosch genannt wird, gehört innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung der Blattsteiger (Phyllobates). Diese Art der Baumsteigerfrösche gilt als die mit Abstand giftigste.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch erreicht eine Körperlänge von rund 5 cm, wobei die Männchen etwas kleiner und schmächtiger bleiben als weibliche Tiere. Neben der gelben Farbvariante gibt es noch mintgrüne und orangefarbene Variationen. Es handelt sich dabei aber immer um die gleiche Art. Die Unterseite kann schwärzliche Stellen aufweisen. Als reiner Bodenbewohner sind diese Frösche sehr territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen. Jungfrösche können auch recht gut klettern.

Neueste Untersuchungen haben gezeigt, daß es sich beim Schrecklichen Pfeilgiftfrosch um die giftigste Art innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche handelt. Sie verfügen über eine Giftmenge von rund 500 Milligramm. Diese Menge reicht aus um gut 20.000 Mäuse oder bis zu 20 Menschen zu töten. Das Gift ist ein Nervengift (Neurotoxin), welches in die Blutbahn geraten muß, um seine verheerende Wirkung zu entfalten. Auf der Haut löst es nur starkes Brennen aus. Hauptbestandteil des Neurotoxins ist der Giftstoff Batrachotoxin. Die Frösche produzieren dieses aufgrund von bestimmten Beutetieren (Ameisen, möglicher Weise auch Milben), welche das Batrachotoxin bereits enthalten, und lagern die Toxine im Schleim und in der eigenen Haut ein. In Gefangenschaft verlieren die Frösche nach und nach die Giftigkeit, da es an der entsprechenden Nahrung mangelt. Indianer in den tropischen, amerikanischen Regenwäldern nutzen dieses Gift für ihre Blasrohre. In freier Natur stehen diese wunderschönen Frösche kurz vor der Ausrottung.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ein relativ kleines Areal im Südwesten Kolumbiens. Er bewohnt den Bodenbereich des tropischen Regenwaldes bis in Höhen von rund 200 Meter.

Nahrung

Das Nahrungsspektrum der Schrecklichen Blattsteiger erstreckt sich über kleinere Insekten (Insecta) und Spinnentiere (Arachnida). Die Beutetiere werden mit der leicht verlängerten, klebrigen Zunge gefangen. Wie alle Amphibien nimmt auch der Schreckliche Blattsteiger das Wasser fast ausschließlich über die Haut auf.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen diese Frösche mit gut 18 Monaten. Das Weibchen legt außerhalb des Wassers an geschützter Stelle zwischen 15 und 20 Eier, aus denen nach etwa 15 Tagen die Kaulquappen schlüpfen. Die Befruchtung der Eier durch das Männchen erfolgt unmittelbar nach der Eiablage. Das Männchen trägt die Kaulquappen nach dem Schlupf auf seinem Rücken in Kleinstgewässer, wie z.B. kleine Tümpel oder andere Wasserlachen. Nach 10 bis 14 Wochen ist die Metamorphose zum Jungfrosch abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt verlassen sie auch das Wasser. Die Lebenserwartung beträgt rund sechs Jahre.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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