Schulterkreuzspinne

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Schulterkreuzspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Echte Kreuzspinnen (Araneus)
Art: Schulterkreuzspinne
Wissenschaftlicher Name
Araneus sturmi
(Hahn, 1831)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:015217]

Die Schulterkreuzspinne (Araneus sturmi) gehört innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schulterkreuzspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3,5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5 Millimeter. Die relativ kleine Kreuzspinnen-Art weist einen fast dreieckförmigen Hinterleib auf, der so lang wie breit ist. Die Grundfärbung ist rötlichbraun und ist mit einer dichten rötlichen Behaarung besetzt. Der Rückenschild ist ebenfalls rötlichbraun und weist eine flaumige Behaarung auf. Der Hinterleib ist dreieckig geformt und im ersten Drittel des Hinterleibes zeigen sich zwei dunkelbraune bis schwarze Flecken. Der restliche Hinterleib ist mit rötlichbraunen Härchen bedeckt und wird durch zwei breite gelbe Bögen vom ersten Drittel getrennt. Im rötlichen Teil des Hinterleibes liegen drei bis vier dunkelbraune, paarige Flecken. Die Beine sind hell-dunkel geringelt und mit langen Borsten versehen.

Lebensweise

Die Schulterkreuzspinne lebt meist neben dem Netz und betritt dieses nur, um die Beute zu sichern oder das Netz auszubessern. Bei Gefahr läßt sich die Spinne schnell an einem Sicherheitsfaden zu Boden. Der Lebensraum der Schulterkreuzspinne sind trockene und frische Laub- und Nadelwälder. Diese Art lebt bevorzugt auf Nadelbäumen, und man kann das Netz bis in einer Höhe von etwa 2,50 Meter finden.

Verbreitung

Schulterkreuzspinne
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Schulterkreuzspinne

Die Schulterkreuzspinne lebt bevorzugt auf Nadelbäumen, und man kann ihr Netz bis in einer Höhe von etwa 2,50 Meter finden. Das Verbreitungsgebiet dieser Art befindet sich in Mitteleuropa. In Deutschland ist die Schulterkreuzspinne östlich von Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg zu finden. Allerdings sind die Nachweise in diesem Gebiet sehr selten, weniger als 10 Nachweise. Die Schulterkreuzspinne wird nach der Roten Liste von Schleswig-Holstein als gefährdet geführt. Des Weiteren wurde ein Fund im Tennenloher Forst in der Nähe von Nürnberg nachgewiesen. <2>

Ernährung

Die Schulterkreuzspinne ernährt sich von Insekten (Insecta), meist von Geflügelten Insekten (Pterygota), die sie mit ihrem Netz erbeutet. In der Regel geht sie in der Nacht auf Beutefang. Hat sich ein Insekten (Insecta) im Netz verfangen, so spinnt sie das Opfer mit ihrer Seide ein. Dann wird der Beute durch einen Biss ein Verdauungsenzym injiziert und kurz darauf ausgesaugt. Ihr Netz baut die Schulterkreuzspinne gewöhnlich jeden Tag neu.

Fortpflanzung

Die Schulterkreuzspinne erreicht die Geschlechtsreife im zweiten Lebensjahr. Das Männchen baut nach Erreichen der Geschlechtsreife kein eigenes Netz mehr. Das Männchen webt ein letztes Netz, um auf diesem Netz Sperma zu lagern. Das Sperma nimmt das Männchen dann mit den Begattungshifsorganen auf, um es später einem Weibchen zu überreichen. Diese Begattungshilfsorgane liegen an den Pedipalpen. Nun geht das Männchen auf die Suche nach einem Weibchen. Hat das Männchen ein Weibchen in einem Netz gefunden, so zupft das Männchen am Netz, um die Paarungsbereitschaft zu prüfen. Ist das Weibchen paarungsbereit, so nähern sich beide Partner langsam. Wenn das Weibchen dem Partner sein Geschlechtsteil darbietet, springt das Männchen auf ihren Bauch und übergibt die Samenpakete. Die Kopulation dauert nur wenige Sekunden. Danach entfernt sich das Männchen rasch vom Netz, da es sonst Gefahr läuft, als nächste Mahlzeit zu enden. Einige Wochen nach der Paarung erfolgt die Eiablage in einem kleinen Kokon, der aus Spinnfäden besteht. Die Eier überwintern in diesem Kokon. Im Frühjahr schlüpfen die Jungspinnen. Die Jungspinnen ernähren sich ebenfalls räuberisch, allerdings besteht ihre Nahrung aus Kleinstinsekten.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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