Schwalbenschwanz

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Schwalbenschwanz

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Ritterfalter (Papilionidae)
Unterfamilie: Schwalbenschwänze (Papilioninae)
Gattung: Papilio
Art: Schwalbenschwanz
Wissenschaftlicher Name
Papilio machaon
(Linnaeus, 1758)

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) gehört innerhalb der Familie der Ritterfalter (Papilionidae) zur Gattung Papilio. Im Englischen wird der Schwalbenschwanz old world swallowtail genannt.

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.den Schwalbenschwanz zum Schmetterling des Jahres 2006 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schwalbenschwanz kann eine Flügelspannweite von 80 bis 90 Millimeter erreichen. Die in Deutschland vorkommenden Populationen erreichen eine Länge von bis zu 70 Millimeter, sind also ein klein wenig kleiner als die südlichen Arten. Der Körper ist sehr dicht behaart. Die feinen aber dicht liegenden Härchen weisen an den Seiten und im Kopfbereich eine gelbliche Färbung auf, dorsal geht die Färbung in ein Schwarz über. Die Fühler sind mittellang und feingliedrig. Sie verdicken sich zum Ende hin keulenartig. Die Vorderbeine sind mit dichten langen Haaren besetzt und dienen dem Schmetterling zum Putzen. Die Beinpaare sitzen im Bereich des Thorax. Die Flügel sind von hellgelblicher Grundfärbung. Charakteristische schwarze Muster zeichnen sich in ein symmetrisches Muster auf der Oberfläche aller Flügel ab. Die Hinterflügel sind an den Enden schwalbenschwanzartig verlängert. Diese Eigenschaft war für die Art namensgebend. Im unteren Bereich zeigt sich eine Reihe von bläulichen Punkten. Unterhalb dieser Linie ist auf jeden Hinterflügel ein roter Punkt zu sehen. Diese Färbung macht den Schwalbenschwanz unverkennbar. Die Unterseite ist ähnlich gefärbt und gemustert wie die Oberseite der Flügel, jedoch fällt die Farbintensität deutlich schwächer aus.

Lebensweise

In Mitteleuropa, insbesondere im Süden Deutschlands, fliegt der Schwalbenschwanz in zwei Generationen von April bis August. In südlichen Verbreitungsgebieten kann es durchaus auch zu drei Generationen kommen. Der Schwalbenschwanz wurde im Jahre 2006 zum Schmetterling des Jahres gekürt.

Unterarten

  • Papilio machaon machaon - Linnaeus, 1758
  • Papilio machaon gorganus - Fruhstorfer, 1922
  • Papilio machaon britannicus - Seitz, 1907

Verbreitung

Der Schwalbenschwanz ist fast weltweit in gemäßigten Regionen anzutreffen. Er ist sowohl in ganz Europa, im nördlichen Afrika, in weiten Teilen Asiens als auch in Nordamerika zu Hause. In Höhenlagen ist er im Mittelgebirge bis in Höhen von rund 2.000 Metern anzutreffen. Er bewohnt bevorzugt Magerwiesen, Gärten und Heidelandschaften. Bevorzugte Aufenthaltsorte sind sanfte Hügel.

Ernährung

Die fertigen Falter ernähren sich vom Nektar blütentragender Pflanzen. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Futterpflanzen. Dazu gehören insbesondere die Blätter der Möhren (Daucus carota), Petersilie (Petroselinum crispum) und verschiedene Doldengewächse.

Futterpflanzen

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über April und Juli. Charakteristisch sind die Balzflüge der Schwalbenschwänze, die sich meist auf Erhebungen in der Landschaft abspielen. Das Weibchen legt bis zu 150 weißliche bis gelbliche Eier einzeln an die Blätter von Futterpflanzen. Durch die Ablage in kleinen Einheiten kommt es nur zu wenigen Raupen an einer Futterpflanze. Die Schädigung hält sich so in Grenzen. Bevorzugte Futterpflanzen sind Möhren, Dill, Petersilie und andere Doldengewächse. Die Raupen weisen eine grünliche Grundfärbung auf. In den späteren Entwicklungsstadien kann eine Raupe eine Länge von bis zu 40 Millimeter erreichen. Der Körper ist mit Querreihen aus orangenen und schwarzen Punkten und Flecken überzogen. Diese Zeichnung macht sie unverkennbar. Unmittelbar hinter dem Kopf hat die Raupe eine Nackengabel, ein sogenanntes Osmaterium, das bei Gefahr ausgestülpt werden kann und Feinde abschrecken soll. Zudem versprühen sie mit dem Osmaterium einen übelriechenden Geruch. Gegen Ende ihrer Entwicklung verpuppen sich die Raupen in einem Gespinst. Diese Art der Puppe wird auch Gürtelpuppe genannt. Die Puppen der letzten Generation im Jahr überwintern. Aus ihnen schlüpfen im April des Folgejahres dann die erste Generation der Falter.

Galerie


Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X

Links

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