Schwarze Getreideblattwespe

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Schwarze Getreideblattwespe

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Pflanzenwespen (Symphyta)
Überfamilie: Tenthredinoidea
Familie: Blattwespen (Tenthredinidae)
Unterfamilie: Dolerinae
Gattung: Dolerus
Art: Schwarze Getreideblattwespe
Wissenschaftlicher Name
Dolerus nitens
(Zaddach, 1859)

Die Schwarze Getreideblattwespe (Dolerus nitens) zählt innerhalb der Familie der Blattwespen (Tenthredinidae) zur Gattung Dolerus. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schwarze Getreideblattwespe - wie der Name schon darauf hindeutet - besitzt einen überwiegend schwarzen Körper mit vereinzelten Markierungen. Die Beine weisen eine braun-rötliche Färbung auf und sind teilweise stark behaart. Der Abdomen des Weibchens wirkt größer und breiter als beim Männchen. Die intersegmentale Membrane ist lichtdurchlässig und schimmert je nach Lichteinfall etwas grün-bläulich bis braun-rötlich. Der Kopf und die Facettenaugen weisen ebenfalls eine schwarze Färbung auf. Der untere Bereich des Kopfes sowie des Thorax und des Abdomens sind mit feinen weißen bis grauen Härchen bedeckt. Die Antennen (Fühler) der Schwarzen Getreideblattwespe sind in 11 bräunliche Elemente gegliedert, ansonsten sind die Antennen schwarz gefärbt.

Verbreitung

Die Schwarze Getreideblattwespe ist im nördlichen Bereich der Paläarktis verbreitet. Kleinere Inselgruppen finden sich auch in nördlichen und mittleren Verbreitungsgebieten Deutschlands sowie in Süd- und Südosteuropa und in Mitteleuropa. Zu den Habitaten zählen vegetationsreiche Feuchtflächen und Trockenrasen. Auch wenn die Larven als Schädlinge eingestuft werden, so ist doch durch die großflächige landwirtschaftliche Intensivierung als unmittelbare Gefährdungsursache für den Rückgang der Schwarzen Getreideblattwespe anzusehen. Des weiteren tragen zum Rückgang der Schwarzen Getreideblattwespe die Regulierung der Bach- und Flussläufe, Meliorierung von Feuchtwiesen, Trockenlegung von Mooren, Rodung von Gebüschen und Hecken, Waldrandbegradigungen, Aufforstung von Grenzertagsböden, Düngung von Magerwiesen, Nutzung von wertvollen Landschaftselementen durch Verbauung sowie Intensivierung der Landwirtschaft. Dies gilt nicht nur für diese Art, sondern für alle Arten der Pflanzenwespen.

Ernährung

Die Schwarze Getreideblattwespe ernährt sich hauptsächlich von Getreidesamen und vom Samen verschiedener Gräser. Sie verschmäht aber auch den Nektar unterschiedlicher Blütenpflanzen nicht.

Fortpflanzung

Die Schwarze Getreideblattwespe fliegt im zeitigen Frühjahr. Die Eier sind klein und zuerst grün. Nach etwa einer Woche weisen die Eier eine gelbliche bis rötlich-braune Färbung auf. Die Larven ähneln eher dem Aussehen der Larven von der Unterfamilie Sägewespen (Tenthredininae), nur daß der Abdomen in drei, vier, fünf und sechs Segmente unterteilt ist. Die Larven sind im frühen Larvenstadium gelblich gefärbt. Stufenweise ändert sich aber die Färbung vom Lattengrün bis hin zu einem klaren Grün. Die Larven erreichen eine Körperlänge von bis zu zwei Zentimenter. Die Larven können erhebliche Fraßschäden an Blättern von Bäumen und Sträuchern sowie am Getreide anrichten. Wird das befallene Getreide vom restlichen Getreide nicht getrennt, so kann dies zum Verlust der gesamten Ernte führen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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