Schwarzer Baumwaran

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Schwarzer Baumwaran

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Varanus
Art: Schwarzer Baumwaran
Wissenschaftlicher Name
Varanus beccarii
Doria, 1874

Der Schwarze Baumwaran (Varanus beccarii) zählt innerhalb der Familie der Warane (Varanidae) zur Gattung Varanus. Er ist eng mit dem Smaragdwaran (Varanus prasinus) verwandt. Manche Forscher sehen den Schwarzen Baumwaran auch aus Unterart des Smaragdwarans.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Schwarze Baumwaran erreicht eine Gesamtlänge von 85 bis 95 Zentimeter. Dabei erreicht der Schwanz eine Länge von etwa zwei Drittel der Gesamtlänge. Er kann also gut 60 Zentimeter lang werden. Weibchen bleiben üblicherweise etwas kleiner und leichter als Männchen. Im Gegensatz zum Männchen weist der Schwanzansatz beim Weibchen eine rundliche Form auf. Der Körper ist schwärzlich gefärbt und läßt keine Zeichnung erkennen. Jungechsen sind hingegen deutlich heller, meist leicht grünlich gefärbt. Diese helle Färbung verliert sich im Laufe des ersten Lebensjahres allmählich. Der Kopf ist lang und schmal, er setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die Nasenlöcher befinden sich weit vorne am Kopf, etwa in der Mitte von der Schnauzenspitze und den Augen. Die Schuppen auf dem Kopf sind relativ groß aber kaum gekielt. Die Bauchschuppen sind hingegen deutlich stärker gekielt. Der Schwarze Baumwaran verfügt über kräftige Kiefer, mit denen er jegliche Nahrung zermalmen kann. Seine Extremitäten enden in langen Zehen, die mit kräftigen und scharfen Krallen bewehrt sind.

Fühlt sich ein Schwarzer Baumwaran bedroht, so plustert er sich auf und gibt beim Ausatmen zischende Laute von sich. Aufgrund seiner Schnelligkeit und hohen Beweglichkeit flüchtet er meist in die Baumkronen seines Lebensraumes. Nur selten versucht er sich aktiv zu verteidigen. Eine aktive Verteidigung geht mit Beissen und Kratzen einher. Ihren Schwanz setzen sie dabei, wie bei anderen Waranarten die Regel ist, nicht als petschenartige Waffe ein. Der Schwarze Baumwaran gehört zu den tagaktiven Reptilien, der die meiste Zeit vom Tage für seine Nahrungssuche aufwendet.

Wie alle Reptilien, so ist auch der Schwarze Baumwaran ein Kaltblüter, der nichtin der Lage ist, seine Körpertemperatur von sich aus zu regulieren. Mit Beginn des Tages begibt er sich träge an sonnenexponierte Stellen und sonnt sich bis er auf "Betriebstemperatur" ist. Sie sind also ektothermische Tiere. In ihrem Lebensraum orientieren sie sich auf verschiedene Weise. Zum einen verfügen sie über einen sehr gut entwickelten Sehsinn und zum anderen ist ihr Geruchssinn ausgesprochen hoch entwickelt. Sie riechen dabei nicht über ihre Nase, sondern nehmen Geruchspartikel über ihre sehr lange und gespaltene Zunge auf. Mit dem Geruchssinn spüren sie zum einen Beutetiere auf und zum anderen bemerken sie Fressfeinde bereits bevor sie sie sehen können. Zu den Fressfeinden gehören die üblichen Verdächtigen wie Schlangen und große Echsen. Die Art ist heute noch nicht akut vom Aussterben bedroht, aber die fortschreitende Vernichtung der Regenwälder auf den Molukken drängt die Tiere immer weiter zurück. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt den Schwarzen Baumwaran in Anhang II unter weltweitem Schutz.

Verbreitung

Der Schwarze Baumwaran ist auf der Molukken-Insel Aru und einigen umliegenden Inselchen edemisch. Die Molukken gehören zum Staatsgebiet von Indonesien und liegen geografisch zwischen Neu-Guinea und Sulawesi. Die Warane leben in den tropischen Tieflandregenwäldern und sind hier üblicherweise in den höheren Regionen der Bäume zu finden. Den Waldboden betreten sie in der Regel nur während der Eiablage. Der Schwarze Baumwaran hat sich optimal an diesem Lebensraum angepasst. Anders als andere Waranarten hat sich sein Schwanz zu einem Greiforgan umgewandelt.

Ernährung

Zu Nahrung des Schwarzen Baumwarans zählen unter anderem Insekten wie Heuschrecken und Käfer sowie Schnecken und Skorpione. Auch kleinere Echsen und Schlangen werden gerne gefressen. Jungvögel und Eier stehen ebenfalls auf der Speisekarte. Auf Nahrungssuche gehen die Echsen am Tage. Ihre Nahrung finden sie fast ausschließlich in den Bäumen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Schwarze Baumwaran mit zwei bis drei Jahren. Während der Paarungszeit, die üblicherweise mit der Regenzeit beginnt, kommt es unter den Männchen zum Teil zu heftigen Kommentkämpfen um die Weibchen. Die Eiablage erfolgt in flachen Mulden des feuchten Waldbodens. Ein Weibchen legt zwischen fünf und zwanzig weichschalige Eier, die eine Länge von 60 Millimeter und eine Breite von rund 20 Millimeter aufweisen. Je nach Inkubationstemperatur erfolgt der Schlupf der Jungwarane nach 180 bis 210 Tagen. Die Jungtiere weisen eine Gesamtlänge von 20 bis 25 Zentimeter sowie ein Gewicht von zehn bis fünfzehn Gramm auf. Anfänglich ernähren sich die Jungtiere von Insekten und deren Larven. Sie leben wie ihre Eltern in den Baumkronen ihres Lebensraumes. Ein Schwarzer Baumwaran kann ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen. In Freiheit wird dieses Alter jedoch selten erreicht.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Warane (Varanidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert, Gisela Deckert, Günther E. Freytag: Urania Tierreich, 7 Bde., Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania, Freiburg (1991) ISBN 3332003763
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Daniel Bennett: Warane der Welt. Chimaira (1996) ISBN 3930612054
  • Bernd Eidenmüller: Warane. Lebensweise - Pflege - Zucht. Herpeton, Auflage 2 (2003) ISBN 3936180032
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