Schwarzer Pacu

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Schwarzer Pacu
Weibchen

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Ostariophysi
Ordnung: Salmlerartige Fische (Characiformes)
Familie: Echte Amerikanische Salmler (Characidae)
Gattung: Colossoma
Art: Schwarzer Pacu
Wissenschaftlicher Name
Colossoma macropomum
Cuvier, 1818

Der Schwarze Pacu (Colossoma macropomum), auch als Mühlsteinsalmler bekannt, zählt innerhalb der Familie der Echten Amerikanischen Salmler (Characidae) zur Gattung Colossoma. Im Englischen wird die Art Black pacu genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

In seiner Form weist der Schwarze Pacu eine große Ähnlichkeit mit dem Schwarzen Piranha (Serrasalmus rhombeus) auf, daher besteht Verwechslungsgefahr. Aufgrund der rötlichen Bauchzeichnung wird der Schwarze Pacu auch fälschlicherweise als Roter Piranha (Pygocentrus nattereri) identifiziert. Der Schwarze Pacu erreicht eine Körperlänge von etwa 90 bis 108 Zentimetern und ein Gewicht von etwa 30 bis 40 Kilogramm. Rund 10 Prozent des Gewichtes besteht allerdings aus Fett. Er ist ein hoher, seitlich komprimierter Fisch. Der Schwarze Pacu weist große Augen und einen leicht gewölbten Rücken auf. Die Schnauze ist normal geformt und die Taille ist konkav. Die Körperfarbe ist dunkelgrau bis schwarz und die Mitte des Körpers ist mit zahlreichen schwärzlichen Punkten sowie Flecken versehen. Die Unterseite ist dunkler gefärbt als die Oberseite des Körpers. Die Brustflossen erscheinen ziemlich klein und sind schwarz gefärbt, ebenso sind die Bauchflossen, die Analflosse sowie die Schwanzflosse von einer schwärzlichen Tönung. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht ein kaum nennenswerter farblicher Dimorphismus, jedoch ist die Bauchseite bei dem Männchen heller rot gefärbt als bei dem Weibchen. Ferner weist das Männchen eine spitz ausgezogene Rückenflosse auf, die ebenfalls schwarz gefärbt ist. Bei beiden Geschlechtern ist der Bauch ziemlich tiefliegend und breit. Die Lebenserwartung - abhängig von der Art und Betreuung - beträgt etwa 20 Jahre.

Lebensweise

In der Regel lebt der Schwarze Pacu einzelgängerisch. Als Jugendlicher lebt er allerdings in Gesellschaft mit seinen Artgenossen. Die Jugendlichen formieren sich zu sogenannten Schulen, in denen sie interagieren und miteinander spielen. Der adulte Schwarze Pacu hält sich vorwiegend in den überfluteten Wäldern während der ersten fünf Monate auf und konsumiert Früchte, Körner und Nüsse, die von den Bäumen ins Wasser fallen. Bis zu ihrer Geschlechtsreife leben die Jungen und die Jugendlichen in den Gewässern der schwarzen Auen und ernähren sich während der Trockenzeit überwiegend von Zooplankton, Insekten (Insecta), Schnecken (Gastropoda), wilden Reis und von verrottenden Pflanzen und während der Regenzeit von Samen und Früchten. Der Schwarze Pacu wird viel in der Aquakultur gehalten, da er in mineralarmen Gewässern gut überleben kann und gegen Krankheiten sehr widerstandsfähig ist. Er ist aber anfällig auf hohe Nitratwerte. Wie alle Pacus so kann auch der Schwarze Pacu ziemlich ungebärdig werden. Jede schnelle Bewegung oder Vibration führt zu einer Panikreaktion des Fisches. Der Schwarze Pacu ist auch bekannt als "Panzerknacker". Mit seiner gewaltigen Stärke kann er durch seine Panikattacken auch leicht Glas brechen, was wohl schon in Gefangenschaft vorkam. Jedoch ist der Schwarze Pacu weder zu aggressiv noch zu zaghaft. Der Schwarze Pacu weist eine gewisse Persönlichkeit auf, der seine Vorlieben und Abneigungen, inbesondere in der Gefangenschaft, gegenüber Pflege, Nahrung und Geselligkeit zum Ausdruck bringen kann.

Verbreitung

Der Schwarze Pacu kommt in den Stromgebieten des Amazonas und des Orinoko vor. Gesichtet wurde er allerdings auch in fünf Bundesstaaten, darunter Kalifornien, Florida, Hawaii, Massachusetts und Texas. Einzelne Exemplare hielten sich an verschiedenen Standorten in Texas einschließlich der Wälder in der Nähe von Lake Longview und Gregg County sowie in Eagle Point in der Nähe von Houston, Harris County und in Branch Creek in der Nähe von Port Arthur auf. Man vermutet, dass es sich hierbei um ausgesetzte Exemplare handelt. Der Schwarze Pacu bevorzugt tropisches Klima mit Wassertemperaturen von 22 bis 28 Grad Celsius. Des Weiteren hält er sich im Süßwasser mit einem pH-Wert von 5,0 bis 7,8 und mit einer Wasserhärte dH von 10 bis 20 auf und er kommt in Tiefen von mehr als fünf Metern vor.

Ernährung

Es wird viel berichtet, dass sich der Schwarze Pacu nur von pflanzlicher Kost ernährt, was aber nicht ganz zutrifft. In der Tat ist der Schwarze Pacu ein Allesfresser. Es kommt nämlich auch vor, dass er kleine Fische verspeist. In Gefangenschaft konsumiert er auch Spirulina-Pellets und allerlei Gemüse wie Römersalat, Erbsen, Karotten, Sellerie, Zucchini und Obst wie Nektarinen, Äpfel sowie Trauben. Eine beliebte Zusatznahrung sind Algenscheiben.

Fortpflanzung

Die Verdoppelung der Population liegt zwischen 1,4 und 4,4 Jahre. Die Laichzeit des Schwarzen Pacu erstreckt sich von September bis Februar. Während der Laichzeit migriert der Schwarze Pacu zu den Laichplätzen und legt dabei mehrere hundert Kilometer zurück. Strukturelle Veränderungen während eines Zyklus bestimmen die Zeit, Dauer und Länge der reproduktiven und sexuellen Reife. Die Paarungszeit findet während der Regenzeit und bei niedrigen Temperaturen statt. Die kleinen klebrigen Eier werden in oder an pflanzliches Material abgelegt. Weitere Angaben über die Fortpflanzung des Schwarzen Pacu sind nicht dokumentiert.

Ökologie

Der Schwarze Pacu ist ein beliebter Aquarienfisch, aber was aufgrund seiner Größe in privaten Haltungen zu Problemen führen kann. Dieser Fisch ist unter richtigen Bedingungen einfach zu halten. Aber er ist auch ein Fisch, der für sein Wachstum viel Raum braucht. Häufig wird der Fisch ohne einen Hinweis auf die maximale Größe des Fisches an Unwissende verkauft.

Der Schwarze Pacu wird in Südamerika in großen Fischfarmen oder in Teichen als Speisefisch gezüchtet und wird dann frisch und gefroren vermarktet. Er ist die wichtigste kultivierte Art im brasilianischen Amazonasgebiet und auch in anderen südamerikanischen Ländern wie Ecuador, Panama, Peru, Venezuela und Kolumbien. Eine besondere Bedeutung nimmt der Schwarze Pacu in vielen Teilen des Amazonasgebietes für die Sport- und kommerzielle Fischerei, sowohl für den lokalen Verbrauch als auch für den Export ein. Neben seiner regionalen Bedeutung als Lebend- und Sport-Fisch, ist der Schwarze Pacu vor allem für seine Rolle in der Aufrechterhaltung der überfluteten Waldökosysteme, Resistenz gegen Sauerstoffmangel und Aquakultur bekannt. Der Beitrag für die kolumbianische Fischerei ist signifikant, aber relativ gering. In Europa sieht man den kolossalen Fisch gelegentlich in Öffentlichen Aquarien.

Anhang

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge