Schwarzer Schnurfüßer

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Schwarzer Schnurfüßer

Systematik
Klasse: Doppelfüßer (Diplopoda)
Unterklasse: Helminthomorpha
Überordnung: Diplocheta
Ordnung: Julida
Familie: Schnurfüßer (Julidae)
Gattung: Cylindroiulus
Art: Schwarzer Schnurfüßer
Wissenschaftlicher Name
Cylindroiulus caeruleocinctus
Wood, 1864

Der Schwarze Schnurfüßer (Cylindroiulus caeruleocinctus) gehört zur Familie der Schnurfüßer (Julidae) sowie zur Gattung der Cylindroiulus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schwarze Schnurfüßer ist der einzige der Ordnung Julida, der nach dem Kopfsegment keine Verjüngung aufweist und ist dadurch gleichmäßig dick, vom Kopf bis zum Schwanz. Weibchen weisen eine Größe von 22 bis 29 Millimeter bei einer Dicke von zwei bis drei Millimeter auf, Männchen dagegen nur eine Größe von 20 bis 25 Millimeter bei einer Dicke von 1,8 bis 1,9 Millimeter. Die Farbe variert von grauschwarz bis dunkelschwarz und ist gleichmäßig glänzend. Der Körper besteht aus 46 Segmenten mit jeweils zwei Beinpaaren, woraus sich184 Beine ergeben. Die Antennen sind in 5 Segmente gegliedert, mit denen er sich Orientiert. Links und Rechts am Kopf befinden sich Augen, mit dennen er aber nur hell und dunkel unterscheiden kann.

Die Atmung des Schwarzen Schnurfüßers erfolgt über das Tracheensystem. Am ganzen Abdomen befinden sich Stigmata, nicht schließbare Öffnungen. Durch den Umstand, dass die Stigmata nicht verschlossen werden können, verdunstet beim Schwarzen Schnurfüßer sehr viel Feuchtigkeit. Um dies zu verhindern, rollt er sich in Kammern eng zusammen. Dadurch werden die Atemöffnungen zusammengepresst.

Einen weiteren Feuchtigkeitsverlust (etwa 50 Prozent) erleidet der Schwarze Schnurfüßer, in dem Flüssigkeit über die Cuticula, das sind die Häutchen, die die Chitin-Segmente verbinden, verdunstet. Aufgrund dieser Umstände ist es dem Schwarzen Schnurfüßer nur bei hoher Luftfeuchtigkeit oder kühlen Nächten möglich, seinen Unterschlupf zu verlassen. Dabei kann er über den Mund, aber auch über die Cuticula Wasser aufnehmen.

Verbreitung

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Der Schwarze Schnurfüsser kommt in Nord-, Ost- und Mitteleuropa in unbewaldetem, kalkhaltigem Boden vor. Bewaldete und sandige Böden meidet er, deshalb findet man ihn oft an Ackerrändern oder in Gärten. In Kanada und im Osten der USA wurde er eingeschleppt, wo er als Schädling in den Maulbeerplantagen und Kartoffelfeldern bekämpft wird.

Prädatoren

Die Fleischfresser der Schwarzen Schnurfüßer sind Vögel, Reptilien, manche Nager, Ameisen, Wanzen und Fliegen, die Eier auf den Tieren ablegen. Gegen manche Fleischfresser wehren sie sich durch ein blaugefärbtes Wehrsekret welches schlecht schmeckt und stark riecht. In Verbindung mit dem Wehrsekret können sich die Tiere einrollen, das die weiche Bauchseite vor Angriffen schützt.

Ernährung

Die Tiere ernähren sich von der Laubstreuschicht, moderndem Holz und Wurzeln.

Fortpflanzung

Treffen zwei geschlechtsreife Tiere aufeinander, so wird das Männchen auf dem Rücken des Weibchens mit trommelnden Antennen das Weibchen stimulieren. Ist das Weibchen paarungsbereit wird sie ihn gewähren lassen, andernfalls rollt sie sich einfach zusammen. Ist sie gewillt, werden sich beide bäuchlings aneinander legen. Das Männchen stülpt nun seine Gonopoden aus und schiebt sie in die Geschlechtsöffnung des Weibchens.

Wärend der Paarung bewegen sie die Beine wellenförmig und betasten sich ständig mit den Antennen. Die Weibchen können das Sperma speichern, und erst zu optimalen Umweltbedingungen zur Befruchtung der Eier einsetzen. Die Eier werden wahllos in die Erde abgelegt. Dies können zehn bis hundert Eier sein. Nach einigen Tagen bis Wochen schlüpfen die Nymphen (unreife Jungen). Sie sind durchsichtig und haben anfangs erst sieben Beinpaare, die sich von Häutung zu Häutung steigern. Bis zum elften Häutungsintervall ist das männliche Geschlecht ausgebildet und somit geschlechtsreif.

Anhang

Literatur und Quellen

  • GEO Themenlexikon: Tiere und Pflanzen: Geschöpfe, Arten, Lebensräume; Teil 1 / Bd. 33. ISBN 3765394638
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