Schwarznackenhase

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Schwarznackenhase

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Leporinae
Gattung: Echte Hasen (Lepus)
Art: Schwarznackenhase
Wissenschaftlicher Name
Lepus nigricollis
Cuvier, 1823

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Schwarznackenhase (Lepus nigricollis) zählt innerhalb der Familie der Familie Hasen (Leporidae) zur Gattung der Echten Hasen (Lepus). Im Englischen wird der Schwarznackenhase Indian Hare oder Black-naped Hare genannt. Es sind 7 Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der mittelgroße Schwarznackenhase erreicht eine Körperlänge von 330 bis 530 mm und ein Gewicht von 1.800 bis 3.600 g. Weibchen sind in der Regel größer und schwerer als Männchen. Dies ist vor allem bei den Wüstenformen der Fall. Markantes Merkmal ist der schwärzlich gefärbte Nackenbereich. Das dorsale Fell ist rotbraun bis braun und schwarzbraun gefärbt. Der Brustbereich und die Beine sind rotbraun, das Kinn und das ventrale Fell weisen eine weißliche Färbung auf. Die Färbung kann regional und nach Unterart variieren (Novak, 1999; Corbet & Hill, 1992).

Lebensweise

Die ausgesprochen verschwiegenen Schwarznackenhasen sind hauptsächlich nachtaktiv, lokal auch in der Dämmerung. Die Siedlungsdichte liegt in Abhängigkeit vom Vorkommen zwischen 0,25 und 5,8 Individuen je Hektar. Während der Ruhephasen am Tage halten sich die Tiere üblicherweise unter niedrigen Büschen, in hohem Gras oder ähnlich geschützten Orten auf. Gelegentlich werden auch verlassene Tierbauten als Unterschlupf genutzt (Novak, 1999).

Unterarten

Lepus nigricollis ruficaudatus
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Lepus nigricollis ruficaudatus

Unterarten nach Hoffmann & Smith, 2005:

Verbreitung

Die Art ist in Asien in Bangladesch, Indien, Indonesien (Jawa), Nepal, Pakistan und Sri Lanka zu Hause. Eingeführt wurde der Schwarznackenhase auf Mauritius, Réunion und den Seychellen. Indien wird großflächig besiedelt. Die Vorkommen erstrecken sich vom östlichen Pakistan, dem südlichen Nepal über Indien bis nach Sri Lanka. Je nach Vorkommen leben die Tiere in Höhen von 50 bis 4.500 m über NN. Besiedelt werden Wiesen, landwirtschaftliche Flächen, Waldränder, aber auch Mangroven und Grünland (Hoffmann & Smith, 2005 in IUCN, 2012).

Nanmangalam Reserve Forest
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Nanmangalam Reserve Forest

Ernährung

Schwarznackenhasen ernähren sich überwiegend von Stauden und Gräsern. Beliebte Futterpflanzen sind beispielsweise Kapernsträucher (Capparis), Hülsenfrüchtler (Fabaceae) der Gattung Crotalaria, Hirsen (Panicum) oder Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) der Gattung Ziziphus. Gräser bilden lokal bis zu 3/4 am Nahrungsaufkommen (Flux & Angermann, 1990 in IUCN, 2012).

Fortpflanzung

Schwarznackenhasen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von gut 6 Monaten. Je nach Vorkommen erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr, in kälteren Regionen über die warmen Monate. Der Höhepunkt der Paarungszeit erstreckt sich über die Monsunzeit. Nach einer Tragezeit von 42 bis 44 Tagen bringt ein Weibchen 1 bis 4 (1,8) Jungtiere an geschützter Stelle zur Welt. Die Säugezeit erstreckt sich über nur 2 bis 3 Wochen. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei 5 Jahren, in Gefangenschaft bei bis zu 7 Jahren (Flux & Angermann, 1990 in IUCN 2012; Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Schwarznackenhasen gehören trotz der vielen Gefahren noch nicht zu den gefährdeten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt.
Wilpattu Nationalpark
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Wilpattu Nationalpark
Die Tiere bilden in ihrem Ökosystem ein wichtiges Bindeglied, da sie vor allem für zahlreiche kleinere Raubtiere die Nahrungsgrundlage bilden. Der Mensch stellt den Tieren lokal massiv nach. Weitere Gefahren gehen vor allem von der sich stark ausbreitenden Landwirtschaft aus (IUCN, 2012).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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