Schwarzspitzen-Riffhai

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Schwarzspitzen-Riffhai

Systematik
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Überordnung: Galeomorphii
Ordnung: Grundhaie (Carcharhiniformes)
Familie: Requiemhaie (Carcharhinidae)
Gattung: Carcharhinus
Art: Schwarzspitzen-Riffhai
Wissenschaftlicher Name
Carcharhinus melanopterus
Quoy & Gaimard, 1824

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus) zählt innerhalb der Familie der Requiemhaie (Carcharhinidae) zur Gattung der Carcharhinus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Schwarzspitzen-Riffhai erreicht eine Körperlänge von 160 bis 180 cm. Sichtungen von Tieren über 200 cm sind wissenschaftlich nicht bestätigt. Der Körper ist haitypisch langgestreckt. Die Grundfärbung variiert von grau bis graubraun, die Bauchseite ist weißlich gefärbt. Der Kopf endet in einer breiten und stumpfen Schnauze. Namensgebend für den Schwarzspitzen-Riffhai sind die schwarzen Spitzen an den Flossen. An der ersten Rückenflosse ist diese schwarze Spitze besonders ausgeprägt und wird meist durch einen hellen Rand unterhalb der schwarzen Spitze optisch von der graubraunen Rückenfärbung abgesetzt. Die zweite Rückenflosse ist sehr klein und befindet sich weit hinten am Rücken. Die Schwanzflosse ist gegabelt und am oberen Ende deutlich länger. Die Kiemen mit ihren jeweils fünf Spalten sitzen unmittelbat vor den Brustflossen. Die Kiefer sind haitypisch geprägt. Die Zähne im Oberkiefer sind deutlich breiter wie die im Unterkiefer und leicht gesägt. Die Zähne im Unterkiefer sind spitz zulaufend.

Die Augen des Schwarzspitzen-Riffhaies sind sehr gut entwickelt. Sie verfügen über eine reflektierende Schicht, dem sogenannten Tapetum cellulosum lucidum, die geringes Restlicht verstärkt und den Hai auch bei fast völliger Dunkelheit sehen läßt. Das Seitenlinienorgan ist ein Sinnesorgan für Druckreize, also dem Tast- und Hörsinn. Das Organ befindet sich auf der Laterallinie, in Höhe der Körpermitte und dient neben dem Sehsinn der Orientierung bei Dunkelheit. Besonders gut entwickelt ist der Geruchssinn beim Schwarzspitzen-Riffhai. Der Geruchssinn befähigt sie einen Tropfen Blut auf eine Millionen Liter Wasser zu registrieren. Im Bereich des Kopfes verfügt dieser Hai über die sogenannten Lorenzinischen Ampullen, mit denen er schwache elektrische Felder wahrnehmen kann.

Eine Schwinnblase wie andere Fische hat der Schwarzspitzen-Riffhai nicht. Eine solche Schwimmblase würde den Auftrieb im Wasser regulieren. Statt dessen übernimmt seine sehr ölhaltige Leber diese Funktion. Schwarzspitzen-Riffhaie sind sehr gewandte und schnelle Schwimmer. An der Wasseroberfläche ist dabei oft ihre Rückenflosse sichtbar. Als nachtaktiver Jäger lebt der Schwarzspitzen-Riffhai meist einzelgängerisch oder in kleinen, aber lockeren Gruppen ohne festen Zusammenhalt. In der Roten Liste des IUCN wird diese Art in der Gefährdungsklasse "Lower risk" geführt. Die Bestände sind zwar nicht akut vom Aussterben bedroht, sie sind aber gefährdet. Hauptgünde sind zum einen die Bejagung, die Zerstörung ihrer Habitate und die Wasserverschmutzung.

Verbreitung

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Der Schwarzspitzen-Riffhai ist sehr weit verbreitet. Er kommt in weiten Teilen des Indischen und des westlichen Pazifischen Ozeans vor. Im Indischen Ozean erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet von der südafrikanischen Küste über Madagaskar, den Seychellen und den Malediven bis zur Küste Indiens. Das Verbreitungsgebiet im westlichen Pazifik erstreckt sich im Norden über Süd-Japan und reicht von den Philippinen bis nach Australien und die Inselwelt Ozeaniens. Streckenweise ist er auch im Roten Meer und im östlichen Mittelmeer zu finden. Hierher ist er wahrscheinlich über den Sueskanal gelangt.

Er bewohnt grundsätzlich nur Flachwasserbereiche, die sich in Küstennähe oder an vorgelagerten Inseln befinden. Hier lebt er meist in Korallenriffen oder flachen Lagunen. Auch in Gezeitenzonen ist er häufig anzutreffen. Im Flachwasserbereich ist er in Tiefen von wenigen Zentimetern bis zu 20 Metern zu finden. Sichtungen in Tiefen von bis zu 100 Metern sind unbestätigt.

Nahrung

Der Schwarzspitzen-Riffhai ist nicht wählerisch. Er frisst alles was er erbeuten kann. Neben kleineren Fischen, die im Korallenriff leben, frisst er auch kleinere Hai- und Rochenarten, Krustentiere wie Krebse und Langusten und in einigen Verbreitungsgebieten auch Seeschlangen. Auch Aas scheint der Schwarzspitzen-Riffhai nicht zu verschmähen. Er geht vorzugsweise in der Dämmerung oder nachts auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Der Schwarzspitzen-Riffhai erreicht die Geschlechtsreife mit einer Körperlänge von durchschnittlich 100 cm. Er gehört zu den Viviparen, also den lebend gebärenden Haien. Die eigentliche Paarung erfolgt in einer Bauch-zu-Bauch-Lage, meist im Flachwasser ihres Lebensraumes. Es kommt hierbei zu einer inneren Befruchtung. Die Trächtigkeit ist abhängig vom Verbreitungsgebiet. Im australischen Raum beträgt die Tragezeit rund neun Monate. Im Roten Meer und im Mittelmeer zieht sich die Trächtigkeit über etwa 16 Monate. Es werden meist zwei bis sechs Jungtiere zur Welt gebracht, die eine Geburtslänge von 35 bis 55 cm aufweisen. Sie sind gleich nach der Geburt selbständig, die Mutter kümmert sich nicht weiter um ihren Nachwuchs. Ein Schwarzspitzen-Riffhai kann ein Alter von etwa 35 bis 40 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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